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Baustopp in der Passage

Die Schlosspassage in Usingen soll umgebaut werden. Doch jetzt gibt es Ärger, und so liegen die Arbeiten derzeit brach.
Nein, so richtig zum Lachen ist Max Günther nicht zumute, denn derzeit geht es auf der Baustelle nicht weiter. 	Foto: Seibt Nein, so richtig zum Lachen ist Max Günther nicht zumute, denn derzeit geht es auf der Baustelle nicht weiter. Foto: Seibt
Usingen. 

Die Eingänge sind verschlossen, innen ist es dunkel, und seit über einem Jahr haben die Geschäfte in der Schlosspassage geschlossen. Grund sind die Umbauarbeiten, die Inhaber Max Günther und seine Geschäftspartnerin Nicole Koch umsetzen wollen. Sie haben sich ein neues Konzept ausgedacht und das sieht großflächige Gastronomie auf beiden Etagen, kombiniert mit einem Internetcafé, einem Tanzsaal und einem Kosmetikstudio vor. Damit einher geht auch der neue Name „Zum Schlosswirt“, „denn die Passage gibt es nach dem Umbau so nicht mehr“, sagt Max Günther im Gespräch mit der TZ.

Der Ausgang zur Scheunengasse soll dann nur noch als Fluchtweg genutzt werden, Ein- und Ausgang befinden sich nur noch in der Obergasse. Doch bei allen Planungen haben die Inhaber der Passage die Rechnung offenbar ohne den Hochtaunuskreis gemacht. Das Bauamt hat nämlich einen kompletten Baustopp verhängt. Der Grund: Es fehlt ein zweiter Fluchtweg. „Den müssen wir in der ersten Etage schaffen“, sagt Max Günther.

1983 war die Baugenehmigung für die Schlosspassage (ehemals City-Center) in ihrer ursprünglichen Form kein Problem gewesen. Und das wäre vielleicht auch heute noch so, wären da nicht die unterschiedlichen Auffassungen von Feuerwehr und Eigentümer. „Die Brandbekämpfer favorisieren einen Weg über eine neu zu bauende Leiter, die auf das Grundstück der Nachbarin führen würde“, erläutert Günther, für den ein - ebenfalls über eine Leiter führender - Fluchtweg neben dem neuen Tanzsaal in der ersten Etage leichter zu realisieren wäre. Den wolle aber die Feuerwehr nicht. „Die Kosten zwischen 20 000 und 25 000 Euro sind für beide Varianten etwa gleich“, erklärt Günther. Und was die Fluchtvariante über das Grundstück der Nachbarin angeht, so hat diese zudem bislang auch noch kein grünes Licht gegeben.

Die ungeklärte Situation kostet den Inhaber der Passage jeden Tag richtig Geld. Gehen ihm doch Einnahmen flöten, während die Kosten weiter laufen. Rund 100 000 Euro haben die beiden Geschäftspartner für die Inbetriebnahme veranschlagt.

Ende 2011 gingen in der Passage die letzten Lichter aus, seit Ende vergangenen Jahres ist Günther Verwalter des Objekts, von dem ihm seit 2008 Anteile gehören. Die Situation in dem Gebäude sei schwierig, „denn es gibt mehrere Eigentümer“. So gibt es dort neben den Geschäften, zu denen auch das Fischgeschäft Korff, die Pizzeria Bacco, das ehemalige Da Peppe und die geschlossene Bierstube gehören, auch zehn Wohnungen.

 

Gleichberechtigte Partner

 

Auch Nicole Koch hat zwei Einheiten gekauft. Ziel von ihr und Günther ist es, dass Geschäftsführung und Vermietung getrennt werden. So sollen Nicole Koch und ihr Mann Michael Stakosch als Geschäftsführer fungieren und die Etagen wiederum von Koch und Günther vermietet werden. Die gleichberechtigte Partnerschaft kommt Günther entgegen, der seine Anteile langfristig in jüngere Hände geben will. Doch aktuell kümmert er sich erst einmal um die Abwicklung der „unglaublichen Altlasten“. So seien die Wohnungen des ehemaligen Hotels zwar größtenteils vermietet, denn für die Stadt stelle er diese für Asylsuchende und Obdachlose zur Verfügung. Auf langfristige Sicht solle hier aber ein Pensionsbetrieb entstehen. „Das schließt auch diese Nutzer nicht aus.“

Doch bis der „Schlosswirt“ den ersten Gast beherbergen kann, ist es wohl noch ein weiter Weg. Derzeit hängen dort die Kabel von der Decke. „Wir wollten vor allem wissen, wie es darunter aussieht“, erläutert Günther.

Aus seiner Sicht könnte es mit den Bauarbeiten weitergehen. Doch bis das Thema Brandschutz nicht geklärt ist, bleibt die Schlosspassage eine Baustelle, auf der nicht gebaut wird.

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