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Beim Tiergottesdienst singen auch die Hunde mit

Von Die Tiersegnung an der Gertrudiskapelle zu besuchen, ist für viele Haustierbesitzer selbstverständlich. Aber nicht überall werden Hunde als Geschöpfe Gottes betrachtet.
Zur Tiersegnung sind diesmal besonders viele Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern gekommen.	Foto: cwa Zur Tiersegnung sind diesmal besonders viele Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern gekommen. Foto: cwa
Oberreifenberg. 

„Tiere sind auch Geschöpfe Gottes. Wer die Bibel liest, kann zu keinem anderen Schluss kommen“, sagte die Gemeindereferentin Sabine Noppeney. Aus diesem christlichen Gedanken heraus fand am Samstag wieder ein ökumenischer Gottesdienst an der Getrudiskapelle statt, bei dem sich alles um die geliebten Vier- und Zweibeiner drehte.

Pfarrer Christoph Wildfang richtete seinen Blick auf die Haustiere und vor allem auf die vielen Hunde, die ihre Besitzer zum Gottesdienst mitgebracht hatten. „Alle Tiere haben einen Namen. Sie heißen nicht nur einfach Hund. Und dadurch wird ein Band zwischen Mensch und Tier geschaffen.“ Als ob die kleinen und großen Vierbeiner dem zustimmen wollten, „sangen“ sie auch beim „Lauda tu si“ mit, das die beiden Gottesdienstleiter anstimmten.

 

Elend in Spanien

 

Doch leider werden Hunde, Katze und Co. nicht überall als Mitgeschöpfe oder Wegbegleiter angesehen. In Spanien beispielsweise gibt es Stationen, die Straßenhunde für 10 bis maximal 21 Tage aufnehmen, ohne dass sich um die Tiere gekümmert wird. Nach diesem Zeitraum werden die Hunde vergast, egal ob sie jung, alt, trächtig oder säugende Muttertiere sind. Dieses Elend beschrieb Claudia Schäfer, die den Tierschutz in Spanien mit aller Kraft unterstützt. Die heute 54-Jährige ist 1995 bei den Tierschützern Hochtaunus aktiv geworden. Seit 2007 arbeitet sie mit Montse Rodriguez, einer Tierretterin im spanischen Cadiz, zusammen. Dort hilft sie, Tiere zu versorgen, Zäune zu bauen und Hunde zu vermitteln. 35 bis 40 leben ständig bei Rodriguez, weitere in Tierpensionen.

Das Vorurteil, dass durch die spanischen Hunde viele Vierbeiner aus deutschen Tierheimen nicht mehr vermittelt werden könnten, widerlegte Schäfer. „Schauen Sie mal in unsere Tierheime, dort gibt es fast nur große Hunde.“ Sie selbst habe sich durch Dutzende Tierheime bis nach Flensburg telefoniert, um einen kleinen Hund zu bekommen, doch Fehlanzeige. Daher vermittele sie seit 2007 vor allem kleine Hunde aus Spanien. Spenden kämen zu 100 Prozent dem Tierschutz zugute. Weitere Infos finde man auf der Homepage tierschutz-spanien.de

„Was gibt uns das Recht, so mit anderen Lebewesen umzugehen?“, fragte Pfarrer Wildfang im weiteren Verlauf des Gottesdienstes. Und gebe es überhaupt Rechte für Tiere, wollte er auch im Hinblick auf sogenannte Nutztiere wissen. Sei es in Ordnung, wenn wir sie nach einer Weile aufessen? Wenn ein Tier in Form eines viereckigen „Chicken McNugget“ auf dem Teller liege, stelle sich kaum jemand die Frage, wie es in den Schlachthöfen zugehe. „Das Weltbild müsste sich wandeln, damit Tiere keine Verfügungsmasse mehr sind“, stellte der Pfarrer fest. Die Fürbitte richte sich daher an alle Menschen, die das Unrecht erkennen und den Mut haben, sich einzusetzen.

Im Anschluss an den Gottesdienst zeigten die Mitglieder der Agility-Gruppe aus Neu-Anspach, wie viel Freude die Hunde an Bewegung haben. Durch einen Tunnel, über ein Hindernis und im Slalom über die Wiese - alle hatten viel Spaß an den Übungen.

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