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Brennende Hilfe bei vielen Krankheiten

Von In unserer Serie über Kräuter in der freien Natur, die von Kräutermarie Ursula Maria Buddeus vorgestellt werden, geht‘s heute um die Urtica dioica – große Brennnessel – und die Urtica urens – kleine Brennnessel. Beide haben überraschende Wirkungen.
Brennnesseln essen – für Kräutermarie Ulla Maria Buddeus kein Problem. Die Pflanze ist vielfach verwendbar.	Foto: Konder Brennnesseln essen – für Kräutermarie Ulla Maria Buddeus kein Problem. Die Pflanze ist vielfach verwendbar. Foto: Konder
Usinger Land. 

Wer mit der Brennnessel schon einmal Körperkontakt hatte, der weiß, warum sie ihren Namen trägt. Stundenlang juckt und brennt die Haut. Die kreuzförmig am Stängel angeordneten und scharf gezackten Blätter sind über und über mit Brennhaaren überzogenen. Bei der kleinsten Berührung brechen die kugelförmigen Haarspitzen ab und setzen so einen beißenden Saft frei.

Bereits Pfarrer Sebastian Kneipp nutzte diesen wärmenden Brennreiz: Er empfahl bei Rheumaschmerzen und Hexenschuss die sogenannte "Urtication", das Peitschen der betroffenen Körperstellen mit frischen Brennnesseln – was heute sicherlich nur noch von ganz Mutigen praktiziert wird.

Aber nicht nur äußerlich sorgt die Brennnessel für Unruhe und Hitze, auch innerlich werden ihr so einige Wirkungen zugeschrieben. So pries sie bereits der griechische Dichter Ovid als Aphrodisiakum an. Aus diesem Grund durften in mittelalterlichen Klöstern Brennnesseln nicht verwendet werden, reizten sie doch, in Wein eingelegt, die braven Gottesbrüder zur Unkeuschheit. Allerdings war die Gespinnstpflanze zur Herstellung von Nesselstoffen sehr beliebt.

"Schon Hippokrates, der berühmteste Arzt der Antike, schwor auf die Brennnessel", erzählt die Kräutermarie. Er nutzte die Pflanze zur Blutreinigung, und heute sei diese Wirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen. "Die Pflanze ist eine der wichtigsten um Blutarmut und Eisenmangel zu beheben", sagt Buddeus. Sie bringe Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm und Galle in Schwung. "Sie hilft bei Harnwegsinfekten und bei Prostatavergrößerung. Und wer im Frühjahr eine Saftkur macht, der wird so richtig fit. Dazu sollte der frische Pflanzensaft getrunken werden. Der schmeckt durch seinen hohen Eisengehalt allerdings etwas nach Metall." Wer den Saft nicht selbst pressen will, könne auf Biosäfte ausweichen.

Brennnesseln sind besonders für Schmetterlingsraupen die Futterpflanze. Daher sollten Gärtner dieser Pflanze in ihrem Garten eine Ecke einräumen, in der sie wachsen darf, rät die Kräutermarie. Auch auf dem Speiseplan der Menschen stand das Kraut schon immer. Auch als kultische Speise: So soll ein Gemüse aus Brennnesseln, am Gründonnerstag gegessen, vor Geldmangel schützen. Auch für die Wettervorhersage musste die Pflanze herhalten: Wächst die Pflanze übermäßig hoch, so gibt es einen strengen Winter (normal ist ein Meter), und wie die Pflanzen blühen, so falle auch die Dinkelernte aus. Und die dürfte demnach in diesem Jahr üppig sein.

Achtung: Bei eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit sollten Brennnesseln nicht angewendet werden. Bei Zweifel auf Unverträglichkeit sollte immer ein Arzt oder Apotheker befragt werden.

Wirkung und Rezept

Saft aus frischen und Tee aus getrockneten Blättern ist reich an Chlorophyll, Vitaminen und Mineralien wie Kalium, Kalzium und Kieselsäure, sie reinigen das Blut, wirken harntreibend, schwemmen auch bei Rheuma und Gicht die Gifte aus dem Körper und hemmen Entzündungen, speziell der Harnwege.

Brennnessel-Aufstrich

Für 4 Personen sollte man 100 Gramm Butter mit etwas Olivenöl, 1 Teelöffel Salz, 1 zerdrückte Knoblauchzehe und dem Saft einer halben Zitrone schaumig rühren. Dazu kommen 150 Gramm junge, sehr fein gehackte Triebspitzen. Frisches Brot damit bestreichen, in mundgerechte Stücke zerteilen und mit Blüten von Borretsch oder Gänseblümchen verzieren (die Blüten sind alle essbar).

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