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Burgfest: Sicherheit wird zur Gefahr

Von Das Königsteiner Burgfest steht auf der Kippe. Zur 700-Jahr-Feier 2013 soll es zwar auf jeden Fall noch einmal gefeiert werden. Wie es aber danach weitergeht? Das steht in den Sternen. Die enormen Kosten im Sektor Sicherheit machen Prognosen absolut unsicher.
Königstein. 

"Es ist wirklich ernst", wollte Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins, gestern im Gespräch mit der TZ gar nicht erst um den heißen Brei herumreden. So schön das Burgfest 2012 gewesen sei, so viel Begeisterung bei Besuchern und Vereinsmitgliedern über die vier "Feier"-Tage zu spüren gewesen sei, so hart habe den Vorstand jetzt das Ergebnis des Kassensturzes getroffen.

Über 40 000 Euro musste der Burgverein allein berappen, um den neuen Sicherheitsauflagen, die für die Burg und den Umzug gelten, gerecht zu werden. "Das ist mehr als die Hälfte unserer Gesamtausgaben von 85 000 Euro und erhöht unsere bisherigen Kosten beim Thema Sicherheit um unglaubliche 87 Prozent", fasste Becker die für das Präsidium "niederschmetternde" Abschlussrechnung des Burgfestes 2012 zusammen. Da helfe es auch kaum, dass der Verein im Unterschied zum Vorjahr bei den Einnahmen ein Plus in Höhe eines fünfstelligen Betrages verbuchen konnte, nachdem die zulässige Besucherzahl von 2700 wieder auf 4000 erhöht werden konnte.

Einnahmen aufgefressen

Auf den Ticket-Erlös 2012 umgelegt bedeute die Explosion bei den Kosten, dass von jeder verkauften Eintrittskarte über 4 Euro allein für den Sicherheitsdienst anfielen. Und das bei einem Eintrittspreis zwischen 3 und 7 Euro.

Hinzu kämen Kostensteigerungen um 84 Prozent durch die geforderte ununterbrochene Präsenz eines Elektrikers auf der Burg sowie weitere Mehrkosten unter anderem bei Strom, Müllentsorgung und GEMA. Addiere man noch die Ausgaben für Feuerwerk, Inthronisation und Festzug, sei absehbar, dass der Burgverein solche Belastungen nicht weiter tragen könne. Zumal die Mieten und Umlagen, mit denen die Kellerbetreiber sich an den Kosten beteiligen, weniger als 7 Prozent ausmachten.

Was die Präsidentin des Burgvereins allerdings nicht als Vorwurf an die Vereine verstanden wissen will. Im Gegenteil. Becker: "Den beteiligten Vereinen, den Standbetreibern und den vielen helfenden Händen wurde auch in diesem Jahr wieder viel Einsatz abverlangt."

Dass die Vereine sich – wenn auch murrend, so doch mit Verständnis – bereit erklärt hätten, eine zusätzliche Sicherheitsperson vor dem eigenen Keller abzustellen, sei nicht zuletzt Ausdruck der großen Verbundenheit der meisten Vereine zum Fest. Einige spekulierten nicht einmal auf große Gewinne. Eine schwarze Null, so Alexander Freiherr von Bethmann ergänzend, sei für einige schon ausreichend. Allein, drauflegen wolle keiner, wofür der Schatzmeister des Burgvereins auch durchaus Verständnis hat.

Eine Erhöhung der Kellermieten und damit das Umlegen der Mehrkosten sei denn auch, wenn überhaupt, "nur begrenzt möglich", laufe man doch sonst Gefahr, "Mieter zu verlieren". Schon dieses Jahr habe es Stimmen bei den Vereinen gegeben, die sich eine Teilnahme am Burgfest aufgrund der hohen Kosten eigentlich nicht mehr leisten wollten.

Noch ist man beim Burgverein keineswegs bereit, den Abgesang auf eine Institution anzustimmen. "Gerade das diesjährige Burgfest hat uns wieder gezeigt, wie viele Menschen an dem Fest hängen. Es ist ein wichtiger Teil des Lebens in unserer Stadt. Und das soll es – wenn irgendmöglich bleiben", betonte Becker. Allerdings könne der Verein das Fest nicht um jeden Preis halten. "Unter diesen Umständen und mit einem derart großen Verlust können wir das Fest nicht mehr durchführen", warnte die Vereinschefin unumwunden.

Sparen und Spenden

Doch was tun? Aktuell, so Becker, stehe der Verein in Gesprächen mit der Stadt. Rathauschef Leonhard Helm (CDU) habe seine Unterstützung bereits signalisiert. Die allein, das weiß man auch beim Burgverein, werde aber sicher nicht ausreichen. Becker: "Nur über massive Kosteneinsparungen gepaart mit Einnahmesteigerungen können wir weiter arbeiten." Beim Verein baut man nicht zuletzt auf die Rückendeckung von Bürgern und Sponsoren. Und die wird schon für kommendes Jahr gebraucht.

Ein besonderes Fest

Denn zum großen Stadtjubiläum soll auf jeden Fall ein Königsteiner Burgfest gefeiert werden. "Zur 700-Jahr-Feier sind wir wild entschlossen, Wege zu finden, um ein besonderes Burgfest mit einem besonderen Festzug zu stemmen", unterstrich die Vereinschefin und ergänzte aufmunternd: "Wir wollen uns nicht unterkriegen lassen und wollen für die Königsteiner und alle auswärtigen Gäste auch künftig schöne Burgfeste veranstalten."

Wer den Burgverein unterstützen möchte, kann dies durch den Eintritt in den Verein oder über eine Spende auf das Konto 303 215 720 bei der Frankfurter Volksbank, Bankleitzahl 501 900 00, tun. Eine steuerlich abzugsfähige Spendenquittung wird auf Wunsch ausgestellt.

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