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Carolin übernimmt in schwerer Zeit

Von Das Burgfest 2013 soll ein besonderes werden, da waren sich die Besucher beim gestrigen Neujahrsempfang des Burgvereins einig. Immerhin feiert Königstein als Stadt in diesem Jahr 700. Geburtstag. Eigentlich ein guter Grund, sich ganz besonders auf das kommende Burgfest zu freuen. Wäre da nicht die große Sorge, dass das 63. auch das letzte werden könnte.
Königstein. 

Für Carolin Pfaff war der gestrige Sonntag zweifelsfrei nur eines – ein Tag der Freude und des Herzklopfens. Und das aus gutem Grund, wurde für die 18 Jahre alte Königsteinerin doch der Weg in ein Amt bereitet, den schon viele junge Frauen vor ihr mit genauso viel Herzklopfen gegangen sind: Carolin wird Burgfräulein.

Die Studentin der Forstwirtschaft, die im vergangenen Jahr an der St.-Angela-Schule ihr Abitur gemacht hat, löst am Freitag, 23. August, die amtierende Lieblichkeit Lisa I. ab und setzt damit zugleich eine Familientradition fort. Schon ihre Mutter Ulrike trug 1985 die Krone. Vater Gert wiederum ist ein absoluter Experte, wenn es um den Bau von Festwagen geht. Beste Voraussetzungen also für eine perfekte Amtszeit.

Wenn Carolin im Sommer das Zepter übernimmt, dann tut sie das allerdings in einer Zeit, die für den Burgverein, Träger des Burgfestes, kaum schwerer sein könnte. Die ob drastisch erhöhter Vorgaben um 87 Prozent gestiegenen Kosten für Sicherheit stellen die Verantwortlichen vor die Frage, ob sich der Verein 2014 ein Burgfest noch leisten kann (wir berichteten).

Ein Thema, das auch beim gestrigen Neujahrsempfang des Burgvereins in der Villa Rothschild angesprochen wurde. "Das Burgfest steht auf der Kippe", fasste Parlamentschef Robert Rohr (ALK) die Situation zusammen. Wenn auch mit einem Augenzwinkern versehen, so verdeutlichte Rohrs Hinweis, dass sogar die sonst um die Trennung von Politik und Vereinsleben bemühte ALK eine Anzeige im nächsten Burgfestbuch schalten werde, doch, wie ernst die Lage ist. "Hier wird nicht um des Jammerns willen gejammert. Wir haben es mit einer sehr realen Gefahr für die Heimat- und Brauchtumspflege in unserer Stadt zu tun", unterstrich der Stadtverordnetenvorsteher.

Entsprechend eindringlich fiel sein Appell an die Königsteiner aus, sich für das Burgfest auch finanziell einzusetzen. Mitgliedsbeitrag im Burgverein oder Spende – wem an der Zukunft des Festes etwas liege, sei gefordert zu helfen.

Dass das auch für die Stadt gilt, dessen ist sich Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) sehr wohl bewusst. Gerade, wenn es um Themen wie die Gewährleistung von Sicherheit gehe, müsse die Kommune stärker in die Verantwortung treten. Die Risiken könnten die Vereine allein nicht mehr tragen. Es sei schon ohnehin aller Ehren wert, wie sich Bürger in der Stadt für das Gemeinleben einsetzten. Der Burgverein sei da das beste Beispiel. Mit seinem Burgfest trage er enorm zur Bindung der Menschen an die Burg und an ihre Stadt bei. Das Wir-Gefühl auch zu den Bürgern der Kurstadt zu tragen, die bislang in Königstein nur wohnen, müsse eines der vorrangigen Ziele sein. "Wenn man sich im öffentlichen Leben umschaut, sieht man meist dieselben Gesichter. Man könnte meinen, dass wir nur 2000 Bürger hätten. Aber wir sind über 16 000", legte der Rathauschef den Finger in die Wunde und ergänzte: "Auch in den Villen unserer Stadt gibt es Menschen, deren Mitwirkung wir in der städtischen Gesellschaft vermissen, die uns helfen könnten."

Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins, und ihre Vorstandskollegen dürften die Signale der Unterstützung gerne gehört haben. Nach den massiven Beschränkungen der Besucherzahlen 2010 und 2011 sowie der Kostenexplosion 2012 kaum zu glauben, aber wahr – Becker und ihre Mitstreiter haben nach eigenem Bekunden noch immer Spaß daran, sich für den Verein und die Organisation des Festes einzusetzen. Und sie haben sich auch für 2013 einiges vorgenommen.

Da ist die Einweihung des Drei-Burgen-Weges am 22. Juni, an dessen Konzeption der Burgverein beteiligt war. Da ist das große Open-Air-Konzert des Heeresmusikkorps 300, das der Verein mit der Stadt, für den 5. September auf dem Kapuzinerplatz organisiert. Und da ist das Burgfest (23. bis 26. August), das nicht nur für Carolin Pfaff ein besonderes werden soll.

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