Das Abiturienten-Doppel

Dieses Jahr verlassen ungewöhnlich viele Abiturienten die Schulen – G 8 ist es gedankt. Dafür ist in den Gymnasien eine enorme Logistik vonnöten.
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Hochtaunus. 

Die Abiturienten des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums (KFG) wirkten ganz unbekümmert, als sie gestern im Hof ihre Abi-Plakate aufhängten (siehe Umfrage oben). Dabei beginnt morgen mit den schriftlichen Prüfungen in Englisch das große Abenteuer. Und ein solches ist es – für die Schüler wie auch für die Gymnasien. Vielleicht sollte man besser sagen: für die Studien- oder Oberstufenleiter. Denn die haben in den vergangenen Wochen viel Grips und so manchen mathematischen Testlauf darauf verwendet, den Doppel-Abiturjahrgang sauber durch die Prüfungen zu manövrieren.

Erstmalig in Hessen erreicht in diesem Sommer eine Vorhut von Schülern das Abitur, die den verkürzten gymnasialen Bildungsgang absolvieren. "G 8" oder "Turbo-Abitur" heißt das im normalen Sprachgebrauch. Vorhut bedeutet, dass es einzelne Schulen betrifft, die G 8 schon ein Jahr früher eingeführt haben. 15 Prozent aller hessischen Gymnasiasten sind das dieses Jahr; der große Schwung kommt 2013.

Die G 8-Pioniere im Taunus sind KFG in Bad Homburg – hier machen insgesamt 213 junge Leute das Abi – das Taunusgymnasium (169), die St.-Angela-Schule für Mädchen (123) und die Bischof-Neumann-Schule (148, alle Königstein) sowie die Christian-Wirth-Schule in Usingen (178). Alles in allem machen allein an den staatlichen Schulen im Hochtaunus 1150 Jugendliche Abitur – hinzu kommen private Schulen wie die beiden katholisch getragenen in Königstein.

Das KFG war voriges Jahr schon einmal Vor-Pionier, denn schon bevor 2004 die ersten G 8-Klassen in der Unterstufe starteten, hatte das Homburger Gymnasium eine Projektklasse, die ein Jahr früher Abi gemacht hat als die anderen Klassen. Doch dieses Jahr muss KFG-Studienleiterin Kathrin Siebert wie die Leiter der genannten anderen Schulen die Prüfungen für fast doppelt so viele Schulabgänger organisieren als in früheren Jahren. "Da mussten wir ziemlich rechnen", sagt sie.

Drei Tage keine Schule

Denn es ist nicht in räumlicher, wohl aber in personeller Hinsicht eine Herausforderung. Im Taunusgymnasium wird für die schriftlichen Prüfungen ein ganzer Trakt abgesperrt, im KFG statt einem nun zwei obere Stockwerke im "Turm". So richtig stressig werden aber die mündlichen Prüfungen – vor allem für die Lehrer der Pflichtfächer Deutsch und Mathe.

Für jeden der 213 Abiturienten sind zwei Prüfungen einzuplanen, die mit Notenbesprechung jeweils mindestens eine halbe Stunde dauern. Da gehen ganze Tage ins Land. Deshalb findet an drei Tagen Anfang Juni in der ganzen Schule kein regulärer Unterricht statt. "Auf diese Tage legen wir die Bundesjugendspiele oder Klausuren anderer Fächer", erläutert Siebert. Die Mathe- und Deutschlehrer sind alle mit Prüfungen beschäftigt, in denen ja mehrere Fachlehrer sitzen müssen. Und richtig Überstunden machen müssen dieses Jahr die Mathelehrer, denn sie müssen obendrein noch die Abschlussarbeiten anderer Schulen korrigieren.

Die St.-Angela-Schule hat wegen ihres Doppel-Jahrgangs Ausschau nach einem geeigneten Saal für den Schulball halten müssen – die umliegenden Hallen sind nun zu klein für das festliche Ereignis. Gefeiert und getanzt wird nun in der Rheingoldhalle in Mainz.

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