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Das sind unsere Helden

Von Nicht wegschauen, sondern eingreifen, wenn Unrecht geschieht – das ist Zivilcourage. Landrat Ulrich Krebs (CDU) ehrte jetzt drei Menschen, die solchen Bürgermut bewiesen haben. Nicht nur ihre Familien können stolz auf sie sein.
Mutige Frauen: Doris Reuter (rechts) und Susanne Ciric. Mutige Frauen: Doris Reuter (rechts) und Susanne Ciric.
Hochtaunus. 

. Jarry Ullah studiert Ingenieurswesen in Kaiserslautern. Seinen Unterhalt verdient sich der Oberurseler damit, dass er im Taxiunternehmen seines Vaters aushilft. Während der Nachtschicht am 28. September dieses Jahres beobachtet er, wie mehrere Heranwachsende einen Imbiss im Zimmersmühlenweg anzünden. Der junge Taxifahrer reagiert sofort und ruft nicht nur die Polizei, sondern hält drei der Täter bis zum Eintreffen der Beamten fest. Bei den Ermittlungen kommt heraus, dass es sich bei der Explosion um eine "bestellte Brandstiftung", also einen versuchten Versicherungsbetrug, gehandelt hat, bei dem ein Täter schwer verletzt wird.

Für seinen beherzten Einsatz erhielt Jarry Ullah jetzt den "Preis für Zivilcourage" (siehe ZUM THEMA). Von seiner stolzen Familie begleitet und den anwesenden Kreispolitikern, Vertretern von Polizei, Feuerwehr und Opferorganisationen beklatscht, nahm der mutige junge Mann die Urkunde und den durch die Dr.-Christian-Weizmann-Stiftung zur Verfügung gestellten Geldbetrag in Empfang.

"Ich bin dankbar, Deutschland meine Heimat nennen zu dürfen. Es gibt nicht viele Länder, in denen man die Menschenrechte so würdigt wie hier", sagte Ullah in seiner kurzen, aber sehr eindrucksvollen Dankesrede. "Letzten Endes muss aber jedes Individuum seinen Beitrag dazu leisten. Wir dürfen nicht wegschauen, sondern müssen handeln, wenn Unrecht geschieht."

Ebenfalls nicht weggeschaut, sondern couragiert eingegriffen haben auch Doris Reuter und Susanne Ciric: Sie hatten im vergangenen Dezember unabhängig voneinander einen Mann beobachtet, der in einem fahrenden Auto auf eine Frau einschlug. Geistesgegenwärtig nahmen die beiden Frauen mit ihren Autos das Fahrzeug des Schlägers "in die Zange" und verständigten die Polizei. Für ihr beherztes Handeln erhielten die beiden mutigen Frauen, die sich bis dato nicht kannten, nun gemeinsam den Anerkennungspreis des Hochtaunuskreises.

"Ich habe nicht nachgedacht; es war Zufall, dass da noch jemand so reagiert hat wie ich – aber da sieht man mal, dass man gemeinsam stark sein kann", schilderte Doris Reuter ihre spontane Hilfsbereitschaft. Susanne Ciric, die im Frauenhaus Oberursel arbeitet und "viele Heldinnen und Helden kennt", nutzte die Gelegenheit, sich einmal bei der Polizei dafür zu bedanken, "dass diese dem Frauenhaus den Rücken stärkt und den Betroffenen Sicherheit gibt".

Die Feierstunde im Landratsamt wurde musikalisch von Rosalie Schüler und Henrik Engström von der Musikschule Friedrichsdorf begleitet. "What a wonderful world" war eines der treffend ausgewählten Lieder: Ja, was wäre das für eine wunderbare Welt, wenn wir alle ein wenig Zivilcourage zeigen würden.

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