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Der Klee als süße Allzweckwaffe

Von Sie sind unsere Weggefährten – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wer in diesen Wochen einmal einen Spaziergang durch Feld und Flur macht, der kommt an Blumen und Kräutern vorbei, ohne zu wissen, was da eigentlich wächst. Kräutermarie Ursula Maria Buddeus nimmt die Taunus Zeitung mit auf ihre ausgedehnten Kräutertouren – heute geht‘s um Trifolium pratense – den Wiesen-Klee.
Das schmeckt: Ursula Maria Buddeus liebt die Kleeblüte, die süßlich schmeckt und heilende Wirkungen hat.	Foto: Konder Das schmeckt: Ursula Maria Buddeus liebt die Kleeblüte, die süßlich schmeckt und heilende Wirkungen hat. Foto: Konder
Usinger Land. 

Wer hat in seinem Leben nicht schon einmal nach einem vierblättrigen Klettblatt gesucht, und wenn er es gefunden hat, sich darüber gefreut wie ein Schneider. Denn dieser doch eher seltene Fund soll Glück bringen, im Spiel und auch in der Lotterie – denn das vierblättrige Kleeblatt soll hellsichtig machen.

So heißt es zumindest. In die Kleidung eingenäht, könnte es sogar vor Unglück auf der Reise schützen. Vielleicht. Der fünfblättrige Klee dagegen bringt Unglück, und siebenblättrig bedeutet Tod.

Schon ab dem Frühjahr blüht der Klee – in Weiß und in Rot –, eine Pflanzengattung, die immerhin 243 Arten umfasst. In der Landwirtschaft werden 16 verschiedene Kleearten als Futterpflanzen verwendet, und in Europa wurde der Wiesen-Klee bereits im 4. Jahrhundert nach Christus angebaut, denn auch seine ökonomische Bedeutung ist groß: Klee kann Stickstoff aus der Luft binden und damit die Fruchtbarkeit des Bodens erheblich verbessern. Daher wird er auch heute noch als Gründünger genutzt.

Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lieben besonders den Rotklee, hat er doch viel Nektar zwischen den kleinen Blütenblättern. Oft wird er auch Honigklee oder Zuckerblümli genannt. "Die Blütenköpfe können frisch von der Wiese gegessen werden", sagt die Kräutermarie und probiert schon mal gleich ein Köpfchen.

Vorher wird allerdings ordentlich gepustet, damit keine kleinen Krabbeltiere mitgegessen werden. "Die süßen Blüten und die jungen Blättchen ergänzen Salate und passen auch in Suppen oder Gemüsezubereitungen", zählt die Kräutermarie auf. Und: "Lecker schmecken die Blüten auch auf einem Brot mit Butter."

"Klee enthält Vitamine, Mineral- und blutverdünnende Stoffe wie Salicylate", erzählt Buddeus. Aber auch pflanzliche Hormone gehören zu den Inhaltstoffen. Bereits Hildegard von Bingen schätzte im Mittelalter die Heilkraft des Rotklees, und nach neuesten Erkenntnissen kann die Pflanze auch einen wertvollen Beitrag leisten, wenn es um Fitness und Anti-Aging geht. So enthält der Rotklee verschiedene Isoflavone (Phytoöstrogene), die dem weiblichen Hormon Östrogen ähneln. Wer also Wechseljahrsbeschwerden hat, kann es mit Rotklee probieren.

Dem Rotklee werden ebenso die Eigenschaften krampflösend und harntreibend zugeschrieben. Der Weißklee hat dieselbe Wirkung, ihn kann man aber auch bei Gicht und Rheuma einsetzen.

Wo Klee wächst, ist der Boden fett und nährstoffreich. Und da viele Gartenbesitzer ihren Rasen immer wieder düngen, findet der Klee – Weiß wie Rot – in heimischen Gärten die besten Voraussetzungen, um gut zu gedeihen. Und wer dann beim Barfußlaufen über die Kleewiese von einer der vielen Bienen oder Hummeln gestochen wird, der sollte einfach ein paar frische Kleeköpfchen zerdrücken und auf den Stich auflegen.

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