Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 13°C

Der Tausendsassa unter den Heilkräutern

Von Sie sind unsere Weggefährten – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wer in diesen Wochen einmal einen Spaziergang durch Feld und Flur macht, der kommt an Blumen und Kräutern vorbei, ohne zu wissen, was da eigentlich wächst. Und dabei sind fast alle Blumen essbar und seit Jahrhunderten als Heilkräuter bekannt. Kräutermarie Ursula Maria Buddeus begleitet uns durch den Sommer und stellt die vielen Heilkräuter und Heilpflanzen einmal genauer vor. Heute: Matricaria chamomilla – die Kamille.
Kräutermarie Ulla Maria Buddeus erkennt die echte Kamille unter anderem an ihrem Duft. Foto: Konder Kräutermarie Ulla Maria Buddeus erkennt die echte Kamille unter anderem an ihrem Duft. Foto: Konder
Usinger Land. 

Wohl jeder von uns kennt den typischen Kamillengeruch, ist es doch der erste Tee, den Säuglinge überhaupt trinken dürfen. Die Liste seiner heilenden Eigenschaften ist lang: Kamillentee beruhigt, löst Krämpfe, lindert Schmerzen, bekämpft Bakterien, hilft beim Ausschwitzen, reinigt das Blut, befeuchtet trockene Schleimhäute, hemmt Entzündungen – und, und, und . . . Und: Fast könnte man behaupten, das Heilkraut ist so alt wie die Welt, denn die Kamille begleitet die Menschen bereits seit der Altsteinzeit, weiß die Kräutermarie. "Ihre Samen können im Boden bis zu 100 Jahre überdauern." Heute finden wir die Kamille meist an Wegrändern, auf Äckern – sie mag die Nachbarschaft zu Getreide – und an Böschungen. Im Taunus ist sie fast überall anzutreffen. Allerdings sollte sie nicht mit der Hundskamille verwechselt werden, die starke Allergien auslösen kann und auch keine Heilkraft hat.

Fachmann fragen

Bei der echten Kamille sind die Blütenköpfchen innen hohl. Außerdem wölbt sich der Blütenboden stark nach oben, wodurch die echte Kamille ihr prägnantes Aussehen erhält. Wer allerdings auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte auch von der echten Kamille die Finger lassen oder vorher den Fachmann zu Rate ziehen.

"Die Kamille gilt auch als Einschleuserpflanze für Magnesium", erzählt die Kräutermarie. Das heißt: Wer unter Magnesiummangel leidet oder Probleme hat, dies gut aufzunehmen, dem hilft Kamille, damit der Organismus das Magnesium besser aufnimmt.

Vorsicht geboten

Die Kamille kann innerlich wie äußerlich zur Gesundheit oder auch für die Schönheit angewendet werden. "Dampfbäder reinigen nicht nur die Haut, sie sind auch bei Erkältungskrankheiten hervorragend." Allerdings ist auch Vorsicht geboten: "Kamille nie am Auge anwenden", warnt die Kräutermarie. "Das wird immer wieder falsch empfohlen, Kamille kann am Auge zu bösen Reizungen führen." Schon die alten Ägypter schätzten die Kamille. Bereits damals wurde vor Schönheitsbehandlungen Kamillentee serviert. In der germanischen Mythologie ist die Kamille die Pflanze des Sonnengottes Baldur. Und der Sage nach sind die vielen Kamillen-Pflänzchen verwunschene Soldaten. Wer sie verzaubert hat, wissen wir nicht, aber vielleicht sollten sie ja nach all dem Leid, das sie einst gebracht haben, mit ihrer Heilkraft als Kamille dem Menschen so auch Gutes bringen.

Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse