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Die Prinzessin geht

Glitzer, Glamour und Gefolge, so stellen sich viele das Leben als Prinzessin vor. Als Fastnachtsprinzessin hatte Sabine I. aber auch Pflichten. Dazu gehört für sie auch, nicht um den heißen Brei herumzureden.
Zepter und Krone hat sie bereits abgelegt: Gestern gab Sabine Wagner Bürgermeister Hans-Georg Brum den Schlüssel fürs Rathaus zurück – begleitet von Dirk Hummel, Nadine Stephan und Reimund Krammich (von links). Foto: Reichwein Zepter und Krone hat sie bereits abgelegt: Gestern gab Sabine Wagner Bürgermeister Hans-Georg Brum den Schlüssel fürs Rathaus zurück – begleitet von Dirk Hummel, Nadine Stephan und Reimund Krammich (von links). Foto: Reichwein
Oberursel. 

Die Kampagne 2012/2013 war geprägt von vielen Neuerungen. Die wichtigste: Das närrische Oberhaupt war kein Mann, sondern eine Frau. Der Hofstaat war zudem gemischtgeschlechtlich und das Kleid der Prinzessin war eher modern als traditionell. Und dann war da noch die Diskussion darüber, ob Oberursel sich den Taunus-Karnevalszug auch in Zukunft noch wird leisten können. Es gab also einiges, was die Narren der Brunnenstadt zu "verdauen" hatten.

Gestern zog nun Sabine I., jetzt wieder Sabine Wagner, beim Katerfrühstück am Aschermittwoch Bilanz: "Für mich war es eine tolle Kampagne", sagte sie. Und ihr Dank galt ganz besonders ihrem Gefolge.

Einzelne Spitzen

Viele Menschen seien in dieser Kampagne positiv auf sie zugegangen und sie habe auch Komplimente für ihre Regentschaft bekommen. "Sicher gab es auch die eine oder andere Spitze gegen mich", sagte Sabine Wagner offen. "Aber ich hatte mir vorgenommen, wenn ich dieses Amt übernehme, dann wird das alles an mir abprallen."

Es habe sie gereizt, die erste Prinzessin Oberursels zu sein. "Und ich hoffe, ich werde nicht die einzige bleiben", betonte die Bommersheimerin. "Sei Prinzessin, aber bleib dir selbst treu", das sei der beste Rat, den sie potenziellen Nachfolgerinnen mit auf den Weg geben könnte.

Sie selbst hat mehrfach bewiesen, dass sie keine Angst vor offenen Worten im Orscheler Karneval hat. Ihre Rede auf der närrischen Magistratssitzung hat Staub aufgewirbelt. Das Thema, die finanzielle Schieflage des Taunus-Karnevalszuges, ist zwar kein neues (TZ berichtete), aber noch nie hat eine Hoheit darüber öffentlich gesprochen. "Das waren meine Worte und meine Gedanken. Ich habe mich als Oberhaupt der Oberurseler Fassenacht dazu verpflichtet gefühlt, die Sache anzusprechen", sagte sie. "Dabei habe ich mich immer an Fakten gehalten."

Dies ging klar in Richtung Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD). Hatte dieser doch am Montag als Urheber der kritischen Worte die Bommersheimer Landwirte ausgemacht, "die bekanntlich auf Krawall gebürstet sind". Was wiederum die Landwirte nicht auf sich sitzen lassen wollten. Gestern fügte Brum nun erklärend hinzu, er habe vermutet, Hofmarschall und Ex-Prinz Reimund Krammich sei der eigentliche Autor der Rede gewesen.

Beim Heringsessen stellte er nun klar: "Der Zug mit seiner neuen Strecke hat dem ersten Praxistest standgehalten und dass diese Veranstaltung nach Orschel gehört, daran gibt es keinerlei Zweifel." Auch wenn das Geld knapper sei als in den Vorjahren. "Der Zug steht ganz oben auf der Agenda. Wir haben bereits Gespräche mit möglichen Sponsoren geführt, wir haben auch einen möglichen potenziellen Hauptsponsor gefunden, aber noch ist nichts beschlossen", ließ Brum die Gäste des Heringsessens wissen.

Die Regentschaft von Sabine I. habe der Oberurseler Fassenacht gut angestanden, so der Bürgermeister weiter. Auch für das Bommersheimer Kinderprinzenpaar Leonie I. und Pascal I. fand Brum lobende Worte. "Das Publikum hat euch immer gelauscht und ihr wart ganz toll."

Als Prinzessin seien besonders die Besuche in Kindergärten und in Altenheimen schön gewesen, erinnerte sich Sabine Wagner an ihre Zeit als Tollität. "Nur zum Essen und zum Schlafen sind mein Hofstaat und ich nicht gekommen." Aber all das kann sie jetzt ja nachholen. "Oje, ich fürchte, ich muss zu Hause erst mal richtig aufräumen und putzen, denn da ist so einiges liegen geblieben", verriet sie und musste dabei lachen.

Und dann hat sie noch einen wichtigen Termin zu absolvieren: Am Samstag, 23. Februar, wird Sabine Wagner als Ex-Tollität in die Reihen der Ex-Prinzen aufgenommen, auch wenn sie eine Prinzessin ist beziehungsweise war.

Ein wenig heikel daran ist, dass es unter den Ex-Prinzen wahrscheinlich den einen oder anderen gibt, der diesen "Club" auch weiterhin gern als frauenfreie Zone sehen würde. "Ich gebe zu, ich habe lange überlegt, ob ich das machen soll, aber ich habe mich schließlich dafür entschieden", sagte Sabine Wagner. "Was daraus wird, weiß ich auch nicht."

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