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Die erste Regentin

Oberursel bekommt seine erste Karnevalsprinzessin. Die Bommersheimerin will vor allem eines: den Weg für Nachfolgerinnen frei räumen.
Oberursel. 

Es war eine der letzten Männerdomänen Oberursels. Sie aufzugeben, fiel sicher nicht allen Herren der Schöpfung leicht. Doch am 11.11. ist auch diese Bastion Geschichte: Denn dann wird die Brunnenstadt erstmals von einer Karnevalsprinzessin regiert.

Wer Ihre Hoheit ist, soll bis zur feierlichen Inthronisation ein Geheimnis bleiben. In Bommersheim hat sich allerdings schon herumgesprochen, dass die künftige Prinzessin dort zu Hause ist. Und kein Geringerer als Reimund Krammich, Vorsitzender des Bommersheimer Carneval Vereins (BCV), war es auch, der auf die Idee kam, wer in der Kampagne 2012/13 das Zepter schwingen soll. Als er auf sie zuging, war die erste Reaktion der künftigen Prinzessin allerdings: "Nein." Sie habe sich das nicht vorstellen können, sagt sie heute. "Auch, weil es nie die Möglichkeit gab."

Kein Wunder, hatten die Herren Narren doch über Jahre klar signalisiert: Das ist Männersache. Aber das Jahr 2010 hat beim Narrenrat und dem Kreis der Ex-Prinzen zum Umdenken geführt. Damals gab es, wie berichtet, keinen Orscheler Prinzen, weil niemand für das Amt gefunden werden konnte.

"Und uns wurde klar, dass wir uns nach dem Vorbild von Bad Homburg und Usingen öffnen müssen", erklärt Narrenratsvorsitzender Uwe Eilers. "Das heißt, wir waren uns darüber einig, dass künftig auch Prinzenpaare und Prinzessinnen zugelassen werden sollten, um so einfach die Auswahl zu vergrößern."

Bereits in der vergangenen Kampagne wollte der Narrenrat mit Yvonn und Patrick Volz neue Wege gehen. Doch dann kündigte sich Nachwuchs bei dem Ehepaar an – und Patrick I. musste allein antreten.

Apropos neue Wege: Wer in die Geschichte der Orscheler Karnevalsprinzen zurückblickt – die bis zur Gründung des Narrenrats 1996 vom Verein Frohsinn bestimmt wurde – wird auf den Namen Rita stoßen, die in der Kampagne 1988/89 ihrem Ehemann Georg Oeter als Prinzessin zur Seite stand. Oder wie es Karl-Heinz Barth, Sprecher der Ex-Prinzen, launig formuliert: "Sie ist mitgelaufen." Vor Beginn der Kampagne hatte Schorsch Oeter offenbar absagen wollen, war von den Ex-Prinzen aber dazu "verurteilt" worden, das Amt anzunehmen. Und da kam dann Rita ins Spiel, die wiederum von ihrem Mann verpflichtet worden sei – so hat es jedenfalls Barth in Erinnerung.

Und eine weitere Regentin erwähnt er: Margot. Sie sei ein paar Tage für ihren Mann Rudi Klüber, der erkrankt gewesen sei, eingesprungen. Doch eine Prinzessin allein – daran habe bei den Ex-Tollitäten und im Frohsinn niemand gedacht, so Barth. Interesse von weiblicher Seite gab es offenbar auch nicht. "Nein, nein, nein", betont er.

Als es dann ans Umdenken ging, habe es schon ein paar gegeben, die gesagt hätten, "muss das sein?", räumt Barth ein. Im Kreise der Ex-Prinzen sei es etwas schwierig gewesen, weiß Eilers.

Keine Zweifel jedenfalls hatte Reimund Krammich, selbst Ex-Prinz. "Frauen an die Macht", meint er lachend. Die künftige Prinzessin habe es verdient, weil sie sich seit Jahren für die Fastnacht starkmache. "Sie stellt etwas dar. Attraktiv ist sie außerdem", fügt er hinzu. Die Oberurseler dürfen also gespannt sein.

Die Zweifler will die künftige Prinzessin übrigens spätestens bis Aschermittwoch davon überzeugen, dass eine Frau dieses in Orschel so bedeutende Amt bestens ausfüllen kann. Und wer mit ihr spricht, hat keinen Zweifel: Das gelingt ihr. mj/csc

(mj,csc)
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