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Donnernder Applaus für Alsfelder Vokalensemble

Von Fast 500 Chöre kommen vom 7. bis 10. Juni zum Deutschen Chorfest 2012 nach Frankfurt. Einen trefflichen Vorgeschmack des Sängertreffens gab‘s nun in der Laurentiuskirche.
Usingen. 

"In der Musik spielt sich vieles ab, was in unserer Seele vorgeht. Musik ist ein Teil unseres Wesens", ist Wolfgang Helbich überzeugt. Wie leidenschaftlich der musikalische Leiter des Alsfelder Vokalensembles diesen emotionalen Ansatz bei seiner Arbeit selber auslebt, konnten rund 200 Besucher beim Konzert des renommierten Projektchores am Samstagabend in der evangelischen Laurentiuskirche erleben.

Entscheidend für die besondere Klasse des Auftaktkonzerts zum Deutschen Chorfest war aber nicht die Auswahl der geistlichen Chorwerke aus der Zeit der Romantik an sich. Vielmehr gab erst der virtuose Gesang der 40 Sängerinnen und Sänger unter Leitung Helbichs dem Ganzen das Prädikat "Premiumklasse".

Bereits in den Momenten der Konzentration vor dem allerersten Einsatz ließ sich die klangliche Fülle erahnen, die Wolfgang Helbich kurz darauf mit der ersten präzisen Geste seinem Chor entlockt. Hellwach, mit starker persönlicher Präsenz und einer unbeschreiblichen Ausdruckskraft führte der Professor der Schul- und Kirchenmusik den 1971 von ihm gegründeten Chor mit traumwandlerischer Sicherheit durch das eineinhalbstündige Konzert.

Entlockte der Maestro seinem Chor an einer Stelle mit sanftem Fingerzucken leise gehauchte und dennoch überaus präzise Töne, so trieb er die Sänger kurze Zeit später mit weit ausholenden Armkreisen zu einem gewaltig anschwellenden Tempo, um die Dynamik alsbald mit fast flehentlichen Gesten wieder abzubremsen.

Unbekannte Werke

Mit jeweils zwei Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy (der 100. Psalm "Jauchzet dem Herrn alle Welt" opus 69, Nr. 2/aus dem 91. Psalm "Denn er hat seinen Engeln befohlen") und von Johannes Brahms (aus dem 51. Psalm "Schaffe in mir, Gott" opus 29, 2/"Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen" opus 74, 2) zeigte das Vokalensemble einen repräsentativen Querschnitt durch die Chormusik der Romantik.

Der als Entdecker von Raritäten bekannte Wolfgang Helbich präsentierte den Konzertbesuchern ebenso auch Werke von unbekannteren Komponisten, wie den gesungenen Psalm 126 "Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird" opus 18 von Carl Reinthaler.

Der 1896 verstorbene Reinthaler war ein Vorgänger von Wolfgang Helbich, der zuletzt als Leitender Kirchenmusiker am Bremer Dom St. Petri tätig war. Das ist auch der Grund, weshalb die dem Projektchor zugehörigen Sänger zu den Proben aus ganz Deutschland nach Bremen anreisen.

Es ist der uneingeschränkte Verdienst des Alsfelder Vokalensembles, neben dem Standardrepertoire aus bekannten und anspruchsvollen Oratorien immer wieder auch längst in Vergessenheit geratene Werke aufzuführen, wodurch der Chor für eine Erweiterung des europäischen Kulturschatzes sorgt.

Mit den acht geistlichen Gesängen von Max Reger zog Helbich nach der Pause alle Register seines Chores und sorgte für Staunen und langanhaltenden Applaus. Mehr zu den 600 Konzerten an den vier Tagen des Deutschen Chorfestes gibt‘s im Internet unter www.chorfest.de.

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