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Ein Autor zum Anfassen

Von Dass einer nicht gern liest, gibt es nicht. Davon ist Harald Kiesel überzeugt. Eigentlich ginge es nur darum, das richtige Buch zu finden. Und hierzu hat der Autor einige Tipps parat.
Die Kinder verstanden sich prächtig mit dem Autor und Journalisten Harald Kiesel, der die Buchreihe »Willi will's wissen« mitentwickelt hat. 	Foto: Reichwein Die Kinder verstanden sich prächtig mit dem Autor und Journalisten Harald Kiesel, der die Buchreihe »Willi will's wissen« mitentwickelt hat. Foto: Reichwein
Weißkirchen. 

Ohne Fleiß keinen Preis. Doch die Schüler der Grundschule Weißkirchen hatten sich für ihren Lesewettbewerb an der Schule gut vorbereitet (siehe unten stehenden Text) und wurden dafür belohnt: Schulleitung sowie Förderverein luden, um den Jungen und Mädchen eine Freude zu machen, die auch noch mit „Schmökern“ zu tun hat, den Journalisten Harald Kiesel zu einer Lesung ein.

Kiesel ist maßgeblich an vielen Büchern beim Baumhausverlag beteiligt, selbst Autor und hat die Buchreihe „Willi will’s wissen“ mitentwickelt. Zu den jungen Weißkirchenern findet er sofort einen Draht und begeistert sie für das Buch „Mein Hamster ist ein Mathe-Ass“ von Dave Lowe.

Doch zunächst lässt er alle einen mittelgroßen Kieselstein anfassen, um seinen Nachnamen zu erklären, und er macht den Kindern klar: „Wer nicht gerne lesen mag, hat einfach das richtige Buch noch nicht gefunden.“ Um Abhilfe zu schaffen, sei er ja heute da, so der Autor.

In seine Lesung bezieht er die Schüler sogleich mit ein, indem er ihnen Fragen stellt wie „Wer von euch hat auch ein Haustier, so wie der Junge in unserem Buch hier?“. Zudem erklärt er den Jungen und Mädchen, wie ein Buch überhaupt entsteht und der Hamster da hineinkommt. Nomi (6) hat schon gewusst, „der ist bestimmt hineingemalt worden“, aber dass das ein Illustrator gemacht hat, wusste sie noch nicht.

Als Kiesel vom neunjährigen Ben vorliest, der eine faule Socke sei und nicht gerne Hausaufgaben mache, grinsen seine Zuhörer breit und natürlich ebenfalls als die Stelle kommt, in der Ben seine Schwester ans Bett festklebt oder ihrer Barbie die Haare schneidet. So was hat selbstverständlich Folgen: Ben bekommt einen Hamster und all seine Spielsachen aus seinem Zimmer abgenommen. Für das kleine Nagetier solle er jetzt Verantwortung übernehmen und erst, wenn er das bewiesen habe, bekomme er seine Sachen wieder, sagt seine Mutter.

Ben will den armen Hamster vor lauter Ärger darüber Fritz Stinkefurz taufen. Darüber amüsieren sich die Kinder der Grundschule Weißkirchen köstlich. Mit Stinky, wie er seinen neuen Freund dann doch netterweise nennt, erlebt der Bursche jede Menge Abenteuer. Besonders bei der nächsten Mathearbeit, oder als Ty, ein älterer Junge, Bens Frühstücksbox wegnehmen will, in der Stinky sitzt. Als die Dose vom Hin- und Herzerren der beiden Buben aufgeht und auf den Boden fällt, ruft Ty erschrocken: „Aua, dein Essen hat mich gebissen.“ Auch hier wieder großes Gelächter bei Kiesels jungem Publikum.

 

Hamster als Mathe-Ass

 

Dann dürfen die Kinder Fragen stellen. Ein Lockenkopf in der letzten Reihe hat gut aufgepasst. Kiesel hatte nämlich eingangs erzählt, dass er seinem Sohn vor langer Zeit ein Buch vorgelesen habe, das langweilig gewesen sei. Dies habe er später in einer Rezension in der Zeitung bemängelt, woraufhin er einen Job bei dem Verlag bekommen habe, dessen Buch er kritisiert hatte. Der aufgeweckte Junge aus der letzten Reihe fragte Kiesel dazu: „Wie hieß denn dieses langweilige Buch von damals, dass du mit deinem Sohn gelesen hast?“ Wahrscheinlich wollte der Schüler vorbeugen, doch Kiesel gibt nur folgende Auskunft: „Da schweigt des Sängers Höflichkeit.“

Nachdem die Schüler noch ein wenig über ihre Haustiere philosophiert haben, ist die Lesung vorbei und mancher überlegt, ob er sich nicht auch einen Hamster anschaffen sollte: „Wenn der so gut Mathe kann wie Stinky . . .“

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