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Ein Garten, in dem das Verständnis für andere Kulturen wächst

Im Interkulturellen Garten grünt und blüht es. Bald wird es dort vielleicht sogar summen. Denn die Ansiedlung eines Bienenvolkes hält nicht nur Gudrun Walesch von der Stiftung Interkultur aus München für eine gute Idee.
Franz Schneider, Peter Hohmann (von links) und Marion Hanke (rechts) führten Gudrun Walesch in Weißkirchen durch den Interkulturellen Garten. Foto: Priedemuth Franz Schneider, Peter Hohmann (von links) und Marion Hanke (rechts) führten Gudrun Walesch in Weißkirchen durch den Interkulturellen Garten. Foto: Priedemuth
Weißkirchen. 

Wer das ehemalige Friedhofserweiterungsgelände zum letzten Mal vor einigen Jahren gesehen hat, ist bass erstaunt. Seit 2006 nutzt der Verein "Interkultureller Garten" die Fläche – und auf dem Platz, der zuvor zum Abladen von Friedhofsabfällen genutzt wurde, grünt und sprießt es.

Bei Enaide Hilse etwa gab es im Herbst Kürbisse und nun wachsen die Johannisbeeren, auch Kichererbsen, Koreander und brasilianische Kräuter zieht die Brasilianerin. "In Brasilien gibt es eine grüne Kürbisart, mit der man kocht oder Kuchen backt, hier nehme ich eben die gängigen Arten, denn bei uns sagt man: ,Wenn du keinen Hund zum Jagen hast, nimm eine Katze‘", erklärt die stellvertretende Vorsitzende des 21 Mitglieder zählenden Vereins schmunzelnd.

Schwer beeindruckt, und das nicht nur von der Parzelle Hilses, zeigt sich Gudrun Walesch von der Stiftung Interkultur aus München, die zu Besuch in Weißkirchen ist. Die Stiftung ist die Koordinierungsstelle des in Deutschland mittlerweile mehr als 100 Projekte umfassenden Netzwerks Interkulturelle Gärten.

"Dass Regenwasser ,geerntet‘ wird, finde ich vorbildlich", sagt Walesch mit Blick auf die Regentonnen, die zusammen etwa 4500 Liter fassen können.

"Eigentlich brauchen wir eine Wasserleitung hier", finden die Vereinsmitglieder, "aber dafür fehlt leider das Geld." Doch auch ohne Wasserleitung, zumindest vorläufig, liefern die Mitglieder, drei sind neu im Herbst 2011 hinzugekommen, immer wieder neue Ideen für den Garten. Zwei von ihnen sind Ahmed Nasir aus Pakistan und Martina Büchel. "Mein Mann und ich wollen ein Bienenseminar in der Eifel besuchen", berichtet Neuzugang Büchel eifrig, "vielleicht können wir dann imkern und ein Bienenvolk hier ansiedeln." Dazu fällt dem ehemaligen Lehrer der Integrierten Gesamtschule Stierstadt, Franz Schneider, der einst das Gartenhäuschen für den Interkulturellen Garten mitorganisierte, die Bienen AG seiner alten Schule ein, die vielleicht behilflich sein könnte. "Das hört sich gut an und könnte sicher ein Projekt werden", findet auch Walesch. Doch Büchel, auf deren Parzelle Schnittlauch, Rhabarber, Erdbeeren und Bohnen gedeihen und die Bantam-Mais (Früchte können getrocknet und als Saatgut verwendet werden) zum Aussäen an alle Mitglieder verteilt hat, plant noch mehr: "Ein Insektenhotel möchte ich auch in meinem Teil des Gartens bauen." Sieht so aus, als würde immer mehr wachsen im Interkulturellen Garten.

"Ja, es läuft", meint auch Gründungsmitglied Peter Hohmann, der 2006 noch als Mitarbeiter der Stadt das Projekt mit ins Leben rief. Damals habe noch keiner so recht gewusst, ob und wie das alles werde, so Hohmann, "aber heute haben wir konstant um die 20 Mitglieder".rosa

Wer sich für den Interkulturellen Garten interessiert, findet weitere Informationen dazu auf der Internetseite der Stadt Oberursel www.oberursel.de.

(Andrea Rosenbaum)
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