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Eine Initiative für Europa

Von Europa – für wen das nur noch nach Finanzchaos und Rettungsschirm klingt, der überhört das Wichtigste: die große Idee von Einheit, Frieden und Freundschaft, die dahinter steht. Das meint zumindest ein neu gegründeter Verein, der von Königstein aus dem europäischen Gedanken wieder mehr Gehör verschaffen will.
Hermann Jakob Winter (Dritter von rechts) und 14 weitere Mitstreiter haben am Montagabend die "Königsteiner Europa-Initiative" e.V. aus der Taufe gehoben.	Foto: sj Hermann Jakob Winter (Dritter von rechts) und 14 weitere Mitstreiter haben am Montagabend die "Königsteiner Europa-Initiative" e.V. aus der Taufe gehoben. Foto: sj
Königstein. 

Dr. Hermann Jakob Winter ist Europäer aus Überzeugung. Eine Spezies, die in diesen Tagen der Krise selten geworden zu sein scheint. Das weiß auch Winter, und daran will er etwas ändern. "Ohne ein besseres europäisches Bewusstsein in der Bevölkerung, das über den Nationalgefühlen steht, wird die EU keine ausreichende Stabilität haben", bringt der seit 1972 in Königstein lebende Naturwissenschaftler auf den Punkt, was ihn seit vielen Jahren bereits umtreibt.

Winter möchte, unabhängig von Politik und Wirtschaft, dazu beitragen, dass sich gerade unter den Deutschen der europäische Gedanke, das Gefühl, einem größeren Ganzen anzugehören, weiter ausbreitet und verfestigt. Seine Vision: Am liebsten schon bis 2014 möchte er den Grundstein zu etwas gelegt haben, was er selbst als "museumsähnliche Begegnungsstätten" zur Schaffung eines europäischen Bewusstseins bezeichnet. Und er hat auch schon sehr genau im Blick, wo er zwei dieser Zentren einrichten möchte – in der Europastadt Frankfurt und in Berlin.

"Wir möchten ein wenig Platz für unser Projekt im Berliner Stadtschloss, wenn es denn erst wieder aufgebaut ist", hält Winter mit der Formulierung seines großen Traums gar nicht erst lange hinterm Berge. Der promovierte Physiko-Chemiker, Jahrgang 1927, ist selbstbewusst genug und optimistisch obendrein, dass ihm die Erfüllung dieses Traums gelingen kann, wenn auch nicht im Alleingang.

Dessen ist sich Winter sehr wohl bewusst, und deshalb arbeitet er nach eigenem Bekunden auch bereits seit drei Jahren daran, die Basis für sein Großprojekt zu schaffen und Unterstützer um sich zu scharen. Unzählige E-Mails und Briefe hat er bereits an Bundestags- und Europaabgeordnete geschickt, seine Idee in Vorträgen vorgestellt und darauf, wie er selbst sagt, sehr viel positive Resonanz bekommen – auch in Königstein.

Dort nämlich wurde am Montagabend in der Villa Rothschild der Verein "Königsteiner Europa-Initiative" ins Leben gerufen, dessen satzungsgemäßes Ziel es ist, die Einrichtung von Begegnungsstätten zur Schaffung eines europäischen Bewusstseins (siehe "INFO") voranzubringen.

15 Gründer

"Wir hatten eine traumhafte Vereinsgründung", schwärmte der Initiator nach der Gründungsversammlung, zu der sich 15 Interessierte – darunter viele bekannte Königsteiner Gesichter – eingefunden hatten. Weitere sollen folgen. Winter: "Auch Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) hat bereits signalisiert, dass er sich dem Verein anschließen und unsere Sache unterstützen will."

Vom Theologen über die Soziologin bis hin zum Juristen und Politikwissenschaftler sei dabei schon jetzt eine große Bandbreite an Persönlichkeiten im neuen Verein vertreten, die gemeinsam den europäischen Gedanken von Königstein aus voranbringen wollen. Zum geschäftsführenden Vorstand zählen neben Hermann Jakob Winter, der erwartungsgemäß zum Vorsitzenden gewählt wurde, gehören noch Schatzmeister Frank W. Schulz, Schriftführer Arthur Groth und natürlich die beiden stellvertretenden Vorsitzenden: Schneidhains Pastor Peter Gergel sowie Johannes von Habsburg-Lothringen, ein direkter Nachfahre jener großen Regenten, die einst weite Teile Europas unter ihrer Krone vereinten.

"Einen besseren Ort als die Villa Rothschild, das ehemalige "Haus der Länder", und eine bessere Adresse als Königstein hätten wir nicht finden können", ist sich Winter sicher, dass die geschichtsträchtige und bekannte Kurstadt im Namen des Vereins die eine oder andere Tür öffnen wird. Denn darauf wird es in den kommenden Wochen und Monaten ganz besonders ankommen. Schließlich, so der Vorsitzende, müssten Sponsoren gefunden werden, die das Projekt finanzieren.

Lob vom Parlamentschef

Bei der Stadt Königstein dürfte der Verein dabei zwar ob der schlechten Kassenlage vergeblich anklopfen. Ideell jedoch können sich die Freunde Europas auf die Unterstützung der Kurstadt verlassen. "Ich begrüße diese Initiative sehr und freue mich, dass sie gerade von Königstein ausgeht", unterstrich Stadtverordnetenvorsteher Robert Rohr am Rande der Feuer. Als Stadt von Geschichte und internationalem Flair eigne sich Königstein bestens als Keimzelle der Bewegung, betonte der Parlamentschef, wohlwissend, dass sich Hermann Jakob Winter und dessen Mitstreiter ein "ehrgeiziges" Ziel gesteckt haben.

Wer mehr über die "Königsteiner Europa-Initiative" erfahren möchte, wird in naher Zukunft über das Internet auf der im Aufbau befindlichen Homepage fündig. Die Adresse lautet: europa-initiative.org/.

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