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Erste Paten für Stolpersteine

Die vor einer Woche vorgestellte Aktion „Stolpersteine“ kommt ins Laufen. Die ersten Paten stehen fest, die Stadt hat grünes Licht gegeben.
Königstein. 

Wer in einen Bürgersteig einen Stein einfügen will, der die Passanten - wenn auch vornehmlich nur im übertragenen Sinn - ins Stolpern bringen will, der braucht dafür eine Genehmigung. Das wissen auch Petra Geis und ihre in der Initiative „Stolpersteine“ engagierten Mit-Königsteiner und haben deshalb bei der Stadtverwaltung um Erlaubnis gefragt. Die ist, so die Auskunft der Initiative, jetzt da. Der Magistrat der Stadt, so heißt es in einer Mitteilung der Gruppe, habe der Verlegung von Stolpersteinen auf Bürgersteigen zugestimmt. Dies habe Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) mitgeteilt.

„Die in den Bürgersteigen eingelassenen Steine sollen an frühere jüdische Mitbürger erinnern, die in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft getötet wurden oder unfreiwillig ihre Heimat verlassen mussten“, erklärt Petra Geis den Hintergrund des mittlerweile europaweit zu findenden Projekts. Initiiert durch den Künstler Gunter Demnig, werden die Steine mit einer beschrifteten Messingplatte jeweils vor dem letzten freigewählten Wohnsitz der NS-Opfer verlegt.

Positive Reaktionen

Nachdem die Königsteiner Initiativgruppe in der vergangenen Woche mit ihrem Projekt an die Öffentlichkeit getreten war, so Geis, habe es zahlreiche positive Reaktionen gegeben: „Es sind bereits Zusagen eingegangen, Patenschaften für Stolpersteine zu übernehmen.“

Die Kosten für Anfertigung und Verlegung eines Stolpersteins belaufen sich auf jeweils 120 Euro. Zu den Bürgern der Kurstadt, die sich bereits zur Übernahme einer Patenschaft bereit erklärt haben, gehören Ehrenbürgerin Annemarie Ramm, Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer von der evangelischen Immanuel-Gemeinde, Stadtverordnetenvorsteher Robert Rohr (ALK), der FDP-Vorsitzende Alexander von Bethmann, die SPD-Vorsitzende Dr. Ilja-Kristin Seewald und Matthias Seewald sowie die Stadtparlamentsfraktion der Grünen mit Dietmar Hemmerle, Dr. Bärbel von Römer-Seel und Peter Völker-Holland.

Auch Elisabeth Kurz hat die Patenschaft für einen Gedenkstein übernommen, der vor ihrem Haus verlegt werden soll, um der beiden früheren Bewohnerinnen zu gedenken. Eine von ihnen wurde in Theresienstadt, die andere in Auschwitz ermordet. Zu jenen, die weitere Patenschaften gezeichnet haben, gehören Katja Metz, Gerda und Manfred Colloseus, Dr. Eckhard und Marlis Weber, Tilmann Stoodt, Doris und Wolfgang Zander sowie Barbara Schonlau-Franz und Lothar Franz.

(Stefan Jung)
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