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„Es ist genug für alle da“

Nicht nur der Wind hat gestern ordentlich getobt. Auf dem Gelände der Familie Quandt im Bad Homburger Hardtwald haben sich etwa dreißig Demonstranten versammelt, um gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem und seine Folgen zu protestieren. Um sich so solidarisch zu zeigen mit den Blockupy-Protesten in Frankfurt und der Welt.
Gregor Böckermann, einer der Mitbegründer der »Initiative Ordensleute für den Frieden« (IOF), fordert vor den Häusern der Familie Quandt ein bedingungsloses Grundeinkommen und höhere Abgaben von Reichen. Foto: jp Gregor Böckermann, einer der Mitbegründer der »Initiative Ordensleute für den Frieden« (IOF), fordert vor den Häusern der Familie Quandt ein bedingungsloses Grundeinkommen und höhere Abgaben von Reichen. Foto: jp
Bad Homburg. 

Die Zahl der Armen in Deutschland wächst, während die Reichen immer reicher werden. Das gilt auch für den Hochtaunuskreis, wie aus dem Dritten Armuts- und Reichtumsbericht der evangelischen Kirche zur sozialen Lage im Hochtaunuskreis hervorgeht. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. „Seit 30 Jahren habe ich mit der Armut zu tun, mit Menschen, die am Ende des Monats nichts mehr zu essen haben“, sagt Anna Veit vom Frankfurter Arbeitslosenzentrum. Heute habe sie sich freigenommen, um dort zu demonstrieren, „wo sich das ganze Kapital anhäuft“. In Bad Homburg.

Die Familie Quandt zählt zu den reichsten Familien Deutschlands. Ihr Vermögen wird auf rund 18 Milliarden Euro geschätzt. Ein Reichtum, der Armut produziert, mahnen die Ordensleute für den Frieden (IOF), die den gestrigen Protest organisiert haben und seit zwölf Jahren regelmäßig vor der Deutschen Bank demonstrieren. „Weil wenige reich sind, sind viele arm“ sagen sie. Zehn Prozent der Gesellschaft bereicherten sich auf Kosten von 80 Prozent. Überfluss auf der einen, Existenzängste auf der anderen Seite. „Deshalb müssen die Superreichen zur Kasse gebeten werden“, sagt Gregor Böckermann.

Während so machner Manager für ein Jahresgehalt von mehreren Millionen an den medialen Pranger gestellt werde, gehe es sich bei einigen von Deutschlands Milliardären um weitaus höhere Gewinne - „und niemand regt sich darüber auf“.

Das Wirtschaftssystem müsse sich von Grund auf ändern. Und die Quandts mindestens die Hälfte ihres Vermögens abgeben. „Wir wollen, dass alle Menschen ein gutes Leben haben. In allen Kommunen. Es ist genug für alle da.“

(Freya Gahler-Lang)
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