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Freiheit für Uhu-Nachwuchs

Von Ein junger Uhu, einst Findelkind im Usinger Wald, ist jetzt wieder alleine lebensfähig. Er wurde nun wieder in Freiheit entlassen. Bei einem zweiten Vogel gibt‘s noch Probleme.
Der in Gefangenschaft aufgezogene Uhu wagt noch einen letzten Blick zurück (links), bevor er abhebt, während sein in Wehrheim gefundener Kumpel noch nicht flugfähig ist und von Falknerin Uschi Zieten noch eine Weile betreut werden muss.	Fotos: Lohrmann Bilder > Der in Gefangenschaft aufgezogene Uhu wagt noch einen letzten Blick zurück (links), bevor er abhebt, während sein in Wehrheim gefundener Kumpel noch nicht flugfähig ist und von Falknerin Uschi Zieten noch eine Weile betreut werden muss. Fotos: Lohrmann
Usinger Land. 

Rund zwei Stunden dauerte die Fahrt von der Eifel ins heimische Usinger Land. Im Heck des Wagens kauerte ein junger Uhu in einer Kiste und klackerte aufgeregt vor sich hin. Was der Vogel noch nicht wusste: Für ihn ging die Fahrt geradewegs in die Freiheit.

Vor einem halben Jahr hatte die Welt für das Uhuküken noch längst nicht so rosig ausgesehen. Da war es aus dem Nest gefallen, als es noch nicht in der Lage war, für sich selbst zu sorgen. "Das Uhujunge stammt aus dem Horst am Kransberger Bruch", erklärte Horst Wolff, Vorsitzender der Vogelschutzgruppe Usingen. Und zwar aus genau jener Brutstätte, die vor zwei Jahren von Wilderern heimgesucht worden war. Damals waren alle Jungvögel aus dem Horst geraubt worden.

Dauerbewachung

Um den Uhunachwuchs in diesem Jahr vor einem solchen Schicksal zu bewahren, organisierten Mitglieder der Vogelschutzgruppe und zahlreiche freiwillige Bürger eine Wache rund um die Uhr. Vermutlich rettete diese Aktion dem hilflosen Küken das Leben. Aufmerksame Beobachter der Uhufamilie entdeckten im Mai den Jungvogel auf dem Boden, wo er leicht zur Beute eines Fuchses hätte werden können.

Falknerin Uschi Zieten nahm das wenige Wochen alte Küken zunächst in Pflege. Mit gemischten Gefühlen. "Ich kann ihn zwar füttern, aber wie soll ich ihm denn das Jagen beibringen?", zweifelte die erfahrene Greifvogelexpertin damals. "Außerdem soll er sich bloß nicht an Menschen gewöhnen", war Zieten schon deshalb wichtig, weil der Wildvogel schließlich auch wieder in die Wildnis zurückkehren sollte. Fit fürs Wildleben wurde der Uhu dann aber in der Eifel gemacht.

In einem Wald westlich von Koblenz gibt es eine Wildvogel-Pflegestation. Dort verbrachte das Tier drei Monate in einer riesigen Auswilderungsvoliere mitten im Wald. Gefüttert wurde er nicht. Stattdessen stand dem Jungvogel eine Wanne mit Laub zur Verfügung, in der sich Mäuse tummelten. Und Altuhus, ihrer wichtigen Aufgabe bewusst, brachten dem Usinger Uhukind das Jagen bei. "Die werden extra für diesen Zweck gehalten", erklärte Wolff.

Lebensfähig

Vergangene Woche war es dann so weit. "Der Uhu ist gesund und fit, und er hat das Jagen gelernt", freute sich Wolff und holte den Vogel aus der Eifel ab, um ihn im Usinger Land in Freiheit zu entlassen, und zwar in einem Waldstück bei Grävenwiesbach. Kaum hatte Wolff den Karton geöffnet, schoss der Uhu auch schon heraus und flog von dannen.

Noch nicht von Erfolg gekrönt indes war der Versuch, einen zweiten Uhu aus der Pflegschaft von Uschi Zieten zu entlassen. Der Jungvogel, vor wenigen Wochen verletzt in Wehrheim aufgefunden, schaffte es noch nicht, sich in der Luft zu halten. Jetzt will seine Pflegemutter Zieten den angeschlagenen Flügel erst einmal röntgen lassen.

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