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"Frieden" im Asyl

Von Sabine Münstermann Erst stand sie im Kurpark, dann war sie verschwunden. Schließlich tauchte die Skulptur eines Unbekannten im Kaiser-Wilhelms-Bad wieder auf. Dort rettete sie Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) und gab ihr gestern eine neue Heimat – in der Stadtbibliothek. Kulturdezernentin Beate Fleige und der Leiter der Stadtbibliothek Klaus Strohmenger haben dem "Frieden" in der Stadtbibliothek eine neue Heimat gegeben – vorläufig.	Foto: Priedemuth Kulturdezernentin Beate Fleige und der Leiter der Stadtbibliothek Klaus Strohmenger haben dem "Frieden" in der Stadtbibliothek eine neue Heimat gegeben – vorläufig. Foto: Priedemuth

Bad Homburg. 

Da steht er also wieder, der "Frieden". Zwar nicht im Kurpark, wo er Mitte Juli plötzlich über Nacht vor Joep van Lieshouts "World War III" – umstrittenstes Werk der "Blickachsen" – so plötzlich am Schmuckplatz aufgetaucht war. Aber immerhin im Trockenen und für jedermann wieder sichtbar. Seit gestern darf er nämlich die Stadtbibliothek seine neue Heimat nennen. Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) und Bibliothekschef Klaus Strohmenger waren darin übereingekommen, die schmale Skulptur, die aus heiterem Himmel vor der blauen Kunststoff-Kanone platziert und nach einer Woche von der Kur- und Kongreß-GmbH abgebaut worden war, wieder auszustellen.

Eine Künstlerin

"Bibliotheksbesucher sind friedliche Menschen, insofern fanden wir den Standort sehr passend", sagte Strohmenger. Fleige fügte hinzu: "Die Skulptur steht jetzt in der ersten Etage, genau unterhalb der Kinderblickachsen-Skulptur Scva ppalabbi zwischen Unterhaltungsromanen und den Sprachen – definitiv ein weniger konfliktträchtiger Ort als ehedem."

Auch Galerist Christian Scheffel, Kurator der "Blickachsen" im Kurpark, freut sich, dass ein neuer Standort für das Werk eines unbekannten Künstlers gefunden ist. "Ich finde, dass das Werk eine angemessene Form der Auseinandersetzung mit Joep van Lieshouts ,World War III’ darstellt, ja die Aussage der Skulptur sogar verstärkt. Das war auch der Grund, warum wir eine Woche lang zugelassen haben, dass der ,Frieden’ dort stand." Gleichwohl wolle und dürfe man das nicht als Einladung verstehen, dass jedermann seine persönliche Form der Auseinandersetzung im Kurpark präsentiere. Scheffel: "Weder die Kur noch wir können das zulassen. Es käme ja auch niemand auf den Gedanken, plötzlich im Frankfurter Städel vor ein Kunstwerk sein eigenes Machwerk zu platzieren."

Das versteht übrigens auch die Kulturdezernentin sehr gut. Und "unangemessenen Formen der Auseinandersetzung" – das Wort Vandalismus sprach sie zwar nicht aus, aber es war klar, dass das dahintersteckt – dürfe man keinesfalls Vorschub leisten. Gleichwohl war ihr daran gelegen, die kleine Skulptur eines Unbekannten nicht einfach in Vergessenheit geraten zu lassen.

Fleige ist übrigens davon überzeugt, dass es sich um eine Künstlerin handelt. "Ich habe eine Mail bekommen, die nur mit dem Namen ,Müller’ unterschrieben war und in der jemand sich bei mir bedankte, dass ich dem Kunstwerk eine neue Bleibe geben wollte. Ich bin davon überzeugt, dass es sich um eine Frau handelt."

Gleich ob Künstler oder Künstlerin: Wer auch immer den "Frieden" geschaffen hat, gab Fleige zu verstehen, dass es vorstellbar sei, die Skulptur zugunsten der Tafel zu versteigern. "Ein wunderbarer Gedanke", fand Fleige, fügte jedoch gleich hinzu: "Aber jetzt soll der ,Frieden’ erst einmal zur Ruhe kommen."

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