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Geburtstagskerze mahnt an Ursprung des Christfestes

Von Hessenweit flackern – nein besser: flattern – ab diesem Wochenende acht Meter hohe Banner mit einem Kerzenmotiv von evangelischen Kirchtürmen. So auch in Usingen. Doch warum sind es Geburtstags- statt Adventskerzen?
Industrie-Kletterer montierten zum Beginn der Adventszeit zwei acht Meter hohe Banner mit einer Kerze darauf am Turm der Laurentiuskirche. Foto: Pieren Industrie-Kletterer montierten zum Beginn der Adventszeit zwei acht Meter hohe Banner mit einer Kerze darauf am Turm der Laurentiuskirche. Foto: Pieren
Usinger Land. 

Weder Windkraftanlagen, Schornsteine noch Kirchtürme sind vor Martin Linka und Thomas Kitt sicher. Die beiden Industrie-Kletterer stellen sich jeder Herausforderung. Auch am Donnerstagnachmittag hingen sie an einer senkrechten Wand. Die Profi-Kletterer stiegen mit Alpinisten-Ausstattung in die 48 Meter hohe Nordwand des Kirchturms. Auch auf der Südseite, in Richtung Schleichenbach, entrollten sie rechtzeitig zur morgen beginnenden Adventszeit ein acht Meter hohes Banner. Eine blau-weiße Geburtstagskerze ist darauf zu sehen und ein Verweis auf die Internetseite www.weihnachten-ist-geburtstag.de.

Rechtzeitig zum Beginn der Adventszeit weist die Kirchengemeinde damit auf die Wurzeln des Weihnachtsfestes hin. Der Kirchenvorstand der Gemeinde hatte beschlossen, an der Aktion der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau (EKHN) teilzunehmen. An insgesamt acht Kirchen im Hochtaunuskreis prangt weithin sichtbar das in pink gehaltene Banner. "Werden Kirchtürme nun zu Litfaßsäulen? Und: Wirft die Kirche nun die Kirchensteuer auch für Werbung aus dem Fenster", werden nun gewiss kritische Töne laut. Doch genau diese Diskussionen, gerade zum Weihnachtsfest, sind auch gewünscht.

"Weihnachten ist nicht nur Konsumrausch, sondern erinnert uns Menschen an den Geburtstag von Jesus", heißt es dazu im Dekanat. "Die Weihnachtskampagne der EKHN steht unter dem Motto "Geburtsdatum unbekannt, gefeiert wird trotzdem"."

Alle 1,7 Millionen Mitglieder der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) erhielten parallel in diesen Tagen Post von ihrem Kirchenpräsidenten. Erstmals wendet sich die EKHN mit einem Brief an alle rund ein Millionen Haushalte, in denen mindestens eine evangelische Person lebt. Parallel werden Radio-Spots zu hören sein

Die Aktion kostet die EKHN auch Geld. Genau sind es knapp 850 000 Euro, das entspricht rund 50 Cent pro Kirchenmitglied. "Die Kirche möchte über diesen ungewöhnlichen Weg besonders mit jüngeren und eher kirchenfernen Menschen in den Dialog treten und zum anderen evangelische Themen in die Öffentlichkeit tragen", sagte Dekanats-Pressesprecher Jens-Markus Meier.

Freilich ist Glaube und christliche Gemeinschaft nicht über Marketingaktionen erlebbar. Das weiß auch die evangelische Kirchengemeinde und lädt deshalb in der Adventszeit zu diversen vorweihnachtlichen Veranstaltungen ein. Während des Weihnachtsmarktes gestaltet der Jugendchor der evangelischen Kirchengemeinde um 16 Uhr eine Adventsvesper in der Laurentiuskirche. Im Anschluss daran beginnt in der Kirche der "Stille Advent". Die Kirchengemeinde bietet dabei die Möglichkeit den Trubel hinter sich zu lassen.

Am Sonntag laden die katholische und evangelische Kirchengemeinde gemeinsam um 17 Uhr in der katholischen St. Laurentiuskirche zum ökumenischen Adventssingen ein.

Umfassende Informationen zu den Veranstaltungen der Kirchengemeinden gibt’s im Internet unter www.evangelisch-usingen.de undwww.kath-usingerland.de.

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