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Genesis mal anders

Von Was man aus den ohnehin schon großartigen Songs von Genesis noch alles machen kann, zeigte der frühere Genesis-Sänger Ray Wilson am Freitagabend im Kurpark höchst eindrucksvoll.
Auch er war mal die Stimme von Genesis: Ray Wilson begeisterte mit seinem Programm auf dem Bad Homburger Sommer.	Foto: jr Auch er war mal die Stimme von Genesis: Ray Wilson begeisterte mit seinem Programm auf dem Bad Homburger Sommer. Foto: jr
Bad Homburg. 

Sympathisch, charismatisch, locker, smart und mit einem kleinen Schuss schottischem Humor. So empfingen Ray Wilson und sein Quartett ein gespanntes Publikum. Es war eine etwas andere Art, die unvergesslichen Songs von Genesis zu interpretieren – nämlich mit einem Hauch von Klassik.

Die beiden Violinen sorgten zusammen mit dem Flügel für eine ungewohnte Stimmung. "Das ist völlig anders, als man es gewohnt ist", bemerkte einer der Besucher bewundernd. Ein anderer erinnerte sich an seinen ersten Konzertbesuch. "Es war Genesis, und hier fühle ich mich in die damalige Zeit zurückversetzt." Manche Paare hatten ihre Kinder mitgenommen, um denen mal zu zeigen, was gute Musik sei. "Hat es euch denn wenigstens ein bisschen gefallen?", wurde schüchtern nachgefragt. Die Sorge war unbegründet, denn Ray Wilson begeisterte Jung und Alt gleichermaßen, weil seine Musik einfach gut ist. Und gute Musik ist zeitlos, weil sie nicht Logik und Verstand anspricht, sondern direkt das Herz erreicht.

Genau deshalb ist dieses Klassik-Projekt so anders und gleichzeitig so erfolgreich. Die Arrangements mit Streichern, Klavier und den mal rockigen, mal elegischen Gitarren heben die bekannten Songs auf eine völlig andere Ebene – ohne deren eigentlichen Charakter zu konterkarieren.

Über allem schwang die Ausnahmestimme von Ray Wilson. Sonor, vielseitig, durchdringend und emotional nutzte er seine gesamte Bandbreite. Beispielsweise bei dem Song "Mama" von Peter Gabriel. Nur mit seiner Stimme und seiner Gitarre intonierte er "In The Air Tonight". Das ging unter die Haut. Und gleichzeitig animierte er das Publikum zum Mitsingen. Es gab fast schon eine Gesangsstunde mit Ray Wilson, die Besucher ahmten den Echoeffekt nach und bei dem berühmten Schlagzeugeinsatz sah man unzählige Menschen auf ein imaginäres Schlagzeug eindreschen. "Don‘t Think Twice" kam unheimlich gefühlvoll, fast schon konzertant über die Lautsprecher. Dazu gab es auch einige Eigenkompositionen, denn Ray Wilson hat viele musikalische Gesichter.

Schottischer Humor

Natürlich lebt so ein Konzert nicht nur von den brillanten Künstlern auf der Bühne, sondern in diesem Fall auch von den unvergessenen Songs von Genesis, Phil Collins und Peter Gabriel.

Schottischer Humor und die sprichwörtliche Gelassenheit der Schotten blitzten auch zwischen den Stücken hervor und sorgten im Publikum für Schmunzler und Lacher. "Carpet Crawler" widmete der Ex-Genesis-Sänger sodann "auf besonderen Wunsch" Thomas und Heike, die an diesem Tag geheiratet hatten und es sich nun bei dem Konzert gut gehen ließen.

An der zweiten Gitarre war Steve Wilson aktiv – der Bruder von Ray. Auch er überzeugte mit einer guten Stimme. "Es ist mein älterer Bruder", feixte Ray Wilson. "Aber nur 16 Monate älter – unser Vater hat keine Zeit vergeudet . . ." Gut so. Zweifellos war dieses Konzert vor der prächtigen Kulisse des Kaiser-Wilhelms-Bads ein echter Höhepunkt im Bad Homburger Sommer.

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