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Gestatten, Patrick I.

Von Wer am 11.11.11 Karnevalsprinz von Orschel wird, muss schon echt begeistert vom närrischen Treiben sein. Was auf Patrick I. zutrifft. Und der 35-Jährige weiß, was in der gestern gestarteten Kampagne auf ihn zukommt.
Oberursel. 

Eigentlich, ja eigentlich sollte diese Saison ja eine kleine Revolution im närrischen Orschel werden. Da es immer schwieriger wird, einen Oberurseler zu finden, der im Winter seinen gesamten Jahresurlaub nimmt, um einmal Karnevalsprinz zu werden, sollte diesmal ein Paar die Orscheler Narren durch die heiße Zeit führen. Yvonn (33) und Patrick (35) Volz, beide seit Jahren im Verein "Frohsinn" zu Hause, hatten Lust, dies gemeinsam zu tun – und dann kam die frohe Kunde: Yvonn ist schwanger. Lange Abende mit viel Lärm und Sekt sind also nichts für sie.

Und so bleibt alles, wie es immer (bis auf ein Mal) war: Orschel hat wieder einen Karnevalsprinzen. Dass er das Amt auch allein übernehmen würde, sei ausdrücklicher Wunsch von Yvonn gewesen, erklärte Patrick.

Er selbst strahlte bei seiner Vorstellung am Freitag im Rathaus kräftig. "Wir haben den 11.11.11, 11.11 Uhr – an so einem Datum muss man geboren sein, heiraten oder Prinz werden", sagte ein narrenkappentragender Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), bevor die Sektgläser auf Patrick I. und sein Gefolge erhoben wurden.

Ach ja, sein Gefolge: Das sind die beiden Pagen Annekatrin Rode (34) und Carolyn Wilkinson (16); als Hofmarschall fungiert der Prinz vom vorigen Jahr, Frederick Wilkinson (45). "Ihn hatte ich mir als Mentor gewünscht", so Patrick. Gefahren wird das lustige Quartett von Luis Blumenstein (21). Annekatrin Rode ist Konrektorin der Grundschule Dornholzhausen und – obwohl aus einer norddeutschen Familie stammend – Mitglied im Bommersheimer Carneval Verein (BCV) und im Hexenrat. Carolyn, die Tochter des Hofmarschalls, besucht die International School und ist seit ihrem vierten Lebensjahr im "Frohsinn" aktiv.

Patrick I. selbst ist im Oberurseler Karneval kein Unbekannter. Die Leidenschaft hatte 1994 seine jetzige Frau geweckt. Durch sie kam er zur Brassband des "Frohsinn" und haute kräftig auf die Pauke. Die närrische Bühne begeisterte den jungen Man, sodass er der Korporation "Konfetti" des "Frohsinn" beitrat. Als Bill-Ramsey-Imitator brachte er die Leute zum Lachen.

Dann beeindruckte ihn die Ehrengarde, die bei den Sitzungen das Bühnenbild zum Leben erweckt und den Prinzen begleitet. "Da kam schon der Wunsch in mir auf, einmal Prinz in Orschel zu sein", erinnert er sich. Auch Prinzenfahrer war er schon einmal. 15 Jahre lang sollte Patrick Mitglied der Ehrengarde sein, bevor er tatsächlich Prinz wurde. Gestern Abend nun wurde er als Patrick I. inthronisiert.

Heute wird er bereits in seinem blau-weißen Kostüm als närrische Hoheit unterwegs sein. Sein erster offizieller Termin ist am Vormittag der Sturm des Landratsamts. Dann ist ein Besuch bei den Narren-Kollegen in Bad Soden vorgesehen, bevor Patrick und Co. abends von einer zur anderen Orscheler Karnevalssitzung tingeln. Auf die vielen Veranstaltungen freut er sich schon: "Sie üben so lange, und jetzt stehen sie einmal auf der Bühne. Das ist jedes Mal ein toller Moment", schwärmte der 35-Jährige.

Er habe "das Glück, eine lange Kampagne" vor sich zu haben, weiß Patrick. Nur gut, dass sein beruflicher Vorgesetzter selbst gern die Narrenkappe aufsetzt. Denn Patrick arbeitet bei der Oberurseler Feuerwehr, und sein Chef ist Ulfert Hahn, Hauptbrandmeister und Leiter der "Frohsinn"-Brassband. Somit findet sich auf Patricks Wappen auch ein Löschfahrzeug; die Orscheler Farben drücken seine Verbundenheit zur Brunnenstadt aus, in deren Herzen er wohnt. Und dass das Wappen außer einem P auch noch ein Y trägt, zeige seine Liebe zu Yvonn.

Und nächstes Jahr? "Arbeiten wir dran, mal eine Karnevalsprinzessin zu haben", sagte Narrenratsvorsitzender Uwe Eilers. Oder ein Paar. Eine mögliche Aspirantin legte bei Patricks Vorstellung schon kräftig vor: Nachdem sonst immer Männer um die 70 am Rednerpult stünden, sei jetzt endlich mal was Hübsches dran, meinte die elfjährige Michelle – ebenfalls aus dem Wilkinson-Clan – völlig zu Recht, als sie ein flottes Verschen auf Patrick vortrug. Wer weiß, was kommt.

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