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Homburgs Hobby-Schäfer

Die 75 Schafe von Andreas Gracias weiden mehrere Monate im Jahr auf den Streuobstwiesen am Platzenberg. Seit geraumer Zeit plagt den passionierten Hobby-Schäfer allerdings ein Problem: Vandalen demolieren regelmäßig seine Elektrozäune.
Beim Apfeltag auf dem Platzenberg waren Schäfer Andreas Gracias und seine Tiere schnell von Kindern umringt.	Foto: jp Beim Apfeltag auf dem Platzenberg waren Schäfer Andreas Gracias und seine Tiere schnell von Kindern umringt. Foto: jp
Bad Homburg. 

Seine Schafe fühlen sich eigentlich sehr wohl auf den Weideflächen auf dem Platzenberg. "Streuobstwiesen und Schafe passen einfach gut zusammen", meint Andreas Gracias. Im Sommer finden die Tiere immer einen schattigen Platz unter den Obstbäumen. Gleichzeitig halten die Tiere die Grasflächen unter den Hochstämmen sauber. "Man kann das Zusammenspiel zwischen Streuobstwiese und Schaf als Symbiose bezeichnen", sagt der Schäfer am Sonntag am Rande des Apfeltags auf dem Platzenberg.

So weit, so gut. Doch den Schafzüchter (30) plagt ein schwerwiegendes Problem: Vandalen, die sich an seinem Eigentum vergreifen. "Zäune werden demoliert, Weidezaungeräte geklaut. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch kostspielig", ärgert sich Gracias. Inzwischen hat er auch die Stadt über die Missstände aufgeklärt. "Im Winter, wenn die Schafe im Stall stehen, werde ich mich mit der Stadt beratschlagen, wie es weitergehen soll."

Grundsätzlich sei die Stadt daran interessiert, dass die Schafe auf dem Platzenberg blieben. "Mir wurde signalisiert, dass wir erwünscht sind", berichtet Gracias. Es funktioniere nur, wenn eine Lösung gefunden werde, lässt er durchblicken. "Vorstellbar wäre beispielsweise die Installation von festen Knotengitterzäunen. Die nutze ich auf meinen Weiden in Oberstedten." Bisher nutzt er auf den Streuobstwiesen am Platzenberg nur Elektronetze zur Einzäunung der Weideflächen. Das reicht offensichtlich nicht mehr aus. "Ich appelliere an die Vernunft der Menschen, das Eigentum anderer nicht zu zerstören", sagt der sympathische Schäfer.

Geburtshelfer

Die Leidenschaft für die wuscheligen Paarhufer hat der 30-Jährige seit seinem 18. Geburtstag. "Damals bekam ich zwei Schafe geschenkt. Inzwischen besitze ich 75 Tiere, darunter einen Bock und etliche Lämmer", erklärt Gracias lächelnd. Hauptberuflich arbeitet er für einen Maschinen-Hersteller. Viel Zeit nimmt sein Hobby in Anspruch – täglich zwei, zweieinhalb Stunden. "Wenn wir umtreiben, dann werden es auch schon mal sechs Stunden", erzählt der junge Mann mit dem Dreitagebart. Stressig wird es für den Hobby-Schäfer auch, wenn die Schafe Lämmer gebären. "Dann fahren wir nachts alle zwei Stunden zu den Herden und vergewissern uns, dass alles glattläuft und es keine Komplikationen bei der Geburt gibt", berichtet er. Sein Wissen über die Tiere hat er sich übrigens selbst angeeignet.

"Die wichtigste Eigenschaft eines Schäfers ist die Leidenschaft für die Tiere. Außerdem muss er es lieben, viel Zeit draußen zu verbringen. Den Rest kann jeder lernen."

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