Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Anzeigen

Im Internetcafé 50plus werden Senioren fit fürs World Wide Web gemacht

Von Simone Dittmar Im Internetcafé 50 plus im Familienzentrum Gartenfeld zeigen ehrenamtliche Tutoren älteren Menschen den richtigen Umgang mit Computer und Internet. Weitere Unterstützung wird dringend gesucht. Hat seine Seemannslieder auf dem Computer abgespeichert: Egon Backhus erklärt Senioren das Internet.	Foto: Reichwein Hat seine Seemannslieder auf dem Computer abgespeichert: Egon Backhus erklärt Senioren das Internet. Foto: Reichwein

Bad Homburg. 

Das Familienzentrum Gartenfeld ist an diesem Morgen gut gefüllt: Rund 25 Personen sind zum Vortrag "Das Internet und seine Vorzüge" gekommen. Viele der meist älteren Anwesenden haben mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen vor der großen Leinwand Platz genommen. Gleich darauf geht es los.

An jedem ersten Freitag im Monat erklärt Egon Backhus, ehemaliger Bad Homburger Stadtrat und Mitbegründer des Internetcafés 50plus, das World Wide Web. Am heutigen Tag dreht sich alles um die sozialen Netzwerke wie Facebook, YouTube, Twitter und Co., Fragen des Publikums sind erwünscht und praktische Übungen an den Computern des Internetcafés runden den jeweiligen Vortrag ab.

Seemannslieder

Gekonnt vermittelt Backhus die positiven Aspekte der verschiedenen sozialen Internetplattformen: In Bremerhaven geboren und aufgewachsen – der norddeutsche Dialekt ist noch immer deutlich hörbar – nutzt der 76-Jährige etwa Facebook, um alte Freunde wiederzufinden. Das Videoportal YouTube bringt er den Anwesenden folgendermaßen näher: "Früher habe ich CDs gekauft, das brauche ich heute nicht mehr. Da ich von der Küste komme, habe ich mir einen eigenen Ordner mit Seemannsliedern angelegt und wenn ich Lust habe, spiele ich den ab. Selbst wenn Sie ein altes Soldatenlied wie ,Lilly Marleen‘ suchen, werden Sie das hier finden, und auch die Qualität wird meist besser sein als die einer alten Schellackplatte, die Sie vielleicht noch zu Hause haben."

Egon Backhus ist einer von insgesamt sechs Tutoren, die regelmäßig im Internetcafé 50 plus ehrenamtlich tätig sind. An drei Tagen in der Woche hat das Café geöffnet, dann stehen jeweils zwei Tutoren den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite. "Unser Prinzip ist, dass die Leute selbst die Knöpfe drücken sollen", erklärt Egon Backhus. "Learning by doing" laute das Konzept, das sei besonders im Alter wichtig. Doch das Angebot geht über die Nutzung des Internets hinaus, auch bei der Bedienung der Computerprogramme sowie der Anschaffung eines neuen PCs sind die Tutoren gerne behilflich. Allerdings werden weitere Ehrenamtliche dringend gesucht – besonders ein "Springer" als Urlaubsvertretung. Wer Freude am Vermitteln seiner PC-Kenntnisse hat, ist willkommen. Besondere Voraussetzungen sind nicht erforderlich.

"Ich bin schon immer ein Anhänger der PC-Nutzung gewesen", meint Egon Backhus, der seit 1969 in der Kurstadt lebt und bis zu seiner Pensionierung in der Frankfurter Zentrale der Deutschen Bahn tätig war.

Digitale Bilder

Klaus Bunge war einst für Information und Telekommunikation (IT) der Stadt verantwortlich. Nun beschäftigt sich der Rentner mit der digitalen Fotografie und bietet ebenfalls regelmäßig Vorträge im Internetcafé an. Doch nicht nur die Tutoren arbeiten unentgeltlich, auch die Helferinnen des Deutschen Frauenrings sorgen im Familienzentrum regelmäßig für das leibliche Wohl der Gäste und das ebenfalls ehrenamtlich.

Von dem Angebot der Stadt, die die Ausstattung sowie die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, und dem Einsatz der Ehrenamtlichen sind Margarete und Günter Herzog, 74 und 77 Jahre alt, begeistert: "Das ist eine große Sache. Nur 1 Euro pro Stunde zahlt man für die Nutzung des Internets. Kaffee und Kuchen gibt es zu moderaten Preisen."

Das Ehepaar bezeichnet sich selbst als "blutige Anfänger". Die beiden kommen erst seit wenigen Wochen regelmäßig ins Internetcafé. Den eigenen Laptop bringen sie mit, der Partner nutzt zudem einen der Computer des Internetcafés. Was viele ältere Menschen hemmt, sich mit dem Internet zu beschäftigen, spricht Günter Herzog aus: "Die größte Angst ist, aus Versehen etwas aus dem Internet herunterzuladen und am nächsten Tag steht dann plötzlich der Anwalt vor der Tür." Wie man das verhindert, wird im Internetcafé gezeigt.

Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Mit * gekennzeichnete Felder, sind Pflichtfelder!

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wieviel ist 10 x 3: 




Mehr aus Hochtaunus
Todesfallen im Feld Verletzungsgefahr für Rehe: gefährliche Zäune
Am Bornberg stehen diese gefährlichen Zäune aus Stahlmatten.

Friedrichsdorf. Todesfallen im Feld: Zäune aus Stahlmatten mit schmalen spitzen Stangen gefährden auch Kitze. mehr

clearing
Bereitschaftsdienst nach der Reform Der alleingelassene Patient
Bürger aus dem Osten des Main-Taunus-Kreis, die die 116 117 wählen, werden seit Anfang des Jahres nach Königstein geschickt. Das finden die Menschen dort nicht  gut.

Hochtaunus. Die Ärzte im Taunus sind nicht begeistert von der neuen Struktur ihres Bereitschaftsdienstes. Die, die sich trauen, üben herbe Kritik an der Kassenärztlichen Vereinigung, die sie erdacht hat. mehr

clearing
Renovierung von Schloss Kransberg Endlich konkrete Pläne
Nicht mehr lange soll es dauern, bis sich die Tore zum Schloss wieder öffnen. Schlossherr Sebahattin Özkan will das gesamte Schlossareal der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Kransberg. Misstrauisch haben die Dorfbewohner in den vergangenen Monaten zur ihrem Schloss hochgeschaut. Was geht dort überhaupt vor, war nur eine von vielen Fragen. Jetzt lüftet sich der Vorhang um das „Geheimnis“ ums Schloss ein wenig. mehr

clearing
Feuer Brand im Lokal „Alt-Orschel“
Über die Wiederholtstraße arbeiteten sich die Einsatzkräfte zur Brandstelle vor.

Oberursel. Großeinsatz für die Feuerwehr: In der Oberurseler Altstadt hat es am Freitagnachmittag gebrannt. Die Ursache dafür ist noch nicht endgültig geklärt. mehr

Fotos
clearing
Wanderungen und Turniere fallen flach Usingen feiert trotz Hitze sein Stadtfest
„In meiner zweiten Amtszeit wird die Umgehungsstraße gebaut“: Bürgermeister Steffen Wernard ist sich sicher, dass die Umfahrung bald kommt.	Fotos: Burger

Usingen. Alle haben den Sommer herbei gesehnt – jetzt ist er da, und das mit schweißtreibenden Temperaturen, die Folgen fürs Wochenende haben: Im Usinger Land wurden gestern zahlreiche Veranstaltungen abgesagt. mehr

clearing
Instrumentenbauer Das ist genetisch bedingt
Bei Jens Urban hängt nicht der Himmel voller Geigen, sondern die Wand voller Gitarren.

Usingen. Musik ist die Passion von Jens Urban – und die bringt er nun beim Familienfest der Taunus Zeitung und der Stadt mit in den Schlossgarten. mehr

clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2015 Frankfurter Neue Presse