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Klare Knabenstimmen

Die Nacht der Chöre hat sich ihr festes Publikum erworben, die Kirchen waren am Freitag wieder nahezu ausverkauft. Die Veranstaltung gilt zu Recht als fester Bestandteil des Bad Homburger Kulturlebens.
Der Knabenchor des hohen Doms zu Mainz begeisterte die Zuhörer in St. Marien.	Foto: Heiko Rhode Der Knabenchor des hohen Doms zu Mainz begeisterte die Zuhörer in St. Marien. Foto: Heiko Rhode
Bad Homburg. 

„Cantate Domino“, ein Gregorianischer Gesang, von vier jungen Männern zu Beginn aufgeführt, offenbarte die beiden wichtigsten Ziele im ersten Chorkonzert am Freitagabend in St. Marien - zum einen „Singet dem Herrn ein Lied“ und zum anderen die schöne Akustik von Sankt Marien, wie sie gerade für gregorianischen Gesang, der vom Hall lebt, vonnöten ist, zur Geltung zu bringen. Dem Herrn und seiner Schöpfung zur Ehre sang denn auch im weiteren Verlauf der Mainzer Domchor mit Werken von Orlando di Lasso (1564-1594), Hans Leo Hassler (1564-1612), Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594) und Heinrich Schütz (1585-1672) aus voller Kehle. Diesen weltweit renommierten Knabenchor nach Bad Homburg einzuladen, gelang dem Lions Club Bad Homburg-Weißer Turm.

Frank Hofmann, Präsident des Clubs, und Kreistagsvorsitzender Manfred Gönsch (SPD) in Vertretung von Landrat Ulrich Krebs (CDU) zeigten sich beeindruckt, dankten allen Sponsoren und überreichten ihre Geschenke, einen stattlichen Betrag zur Sanierung der Orgel der eine, einen Brief des Landrats der andere.

Der Erlös des Konzerts kommt ohne Abzüge auch in diesem Jahr wieder den Projekten des Lions Clubs zugute. Nach den Werken aus Renaissance und Frühbarock gönnte der Chorleiter Karsten Storck den 15 jungen Männern in Tenor und Bass und den 46 Chorknaben im Alter von 9 bis 14 Jahren eine kurze Sitzpause auf den Altarstufen und berichtete aus der Arbeit. Drei Mal wöchentlich werden die Stimmen ausgebildet, finden Chorproben statt.

Seit den Sommerferien wurde in nur einer Woche aus dem vielseitigen Repertoire das Programm zusammengestellt, für einige Kinder ist es der erste Auftritt. Mit Hermann Schroeder (1904-1984), Maurice Duruflé (1902-1986), Vytautas Miškinis (*1954) und Ernani Agular (*1950) wurden höchst interessante sechsstimmige moderne Werke aus verschiedenen Ländern zu Gehör gebracht. Aus der Romantik mit Anton Bruckner (1824-1896), Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) wurde der Schluss dieses Konzerts in unnachahmlich strahlender Kraft dargeboten. Und dann endlich durfte das Publikum seiner Begeisterung mit tosendem Applaus Luft machen und bekam mit Psalm 42, vertont von Mendelssohn, noch eine Zugabe.

Nach der Pause wartete das „ensemble vocale lindenholzhausen“ unter Leitung von Andreas Jung schon auf seinen Auftritt zum zweiten Konzert des Abends in der Schlosskirche - auch dieser Chor mehrfach preisgekrönt. Nach einigen Anfangsproblemen fand auch er bald zum gewohnten Niveau zurück und begeisterte durch Klarheit und Brillanz. Alte deutsche und europäische Volkslieder aus Schweden über England, Estland, Italien bis Ungarn standen auf dem Programm in alten und neuen Chorsätzen. Hörbar genoss das Publikum diese bekannten Lieder, deren schlichtestes und immer wieder zu Herzen gehendes wohl „Der Mond ist aufgegangen“ war. Der Riesenapplaus brachte „Ade zur guten Nacht“ und ein Marienlob von Arvo Pärt als Zugaben, das Publikum war restlos begeistert.

(Brigitte Gaiser)
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