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Konzentration und Kuckucks-Rufe

Von "Von Bach bis Pop" lautete das ungewöhnliche Motto der diesjährigen "Nacht der Chöre" des Lions Club Bad Homburg Weißer Turm. Das lockte Hunderte von Interessierten.
Der Jugendchor Hochtaunus begeisterte die Zuhörer. St. Marien war so voll, dass viele Gäste dem Konzert sogar stehend beiwohnten.	Foto: sto Der Jugendchor Hochtaunus begeisterte die Zuhörer. St. Marien war so voll, dass viele Gäste dem Konzert sogar stehend beiwohnten. Foto: sto
Bad Homburg. 

In St. Marien war am Freitagabend längst jeder Platz belegt und noch immer drängten die Menschen nach, um wenigstens einen Stehplatz zu ergattern, denn verheißungsvoll war das Programm der beiden angekündigten Chöre. Und dann kamen sie auch schon durch den Mittelgang der Kirche, die jungen Sänger des in diesem Jahr projektbezogen neu gegründeten Jugendchors Hochtaunus, und sangen unter Leitung von Jan Schumacher Werke vom Barock bis zur Neuzeit. Was seit der Gründung des Chors an Stimmbildung und musikalisch bereits erarbeitet wurde, ist beachtlich. Darüber hinaus überzeugten die jungen Sänger durch Begeisterung, Konzentration und Engagement. Und Jan Schumacher machte die Zusammenarbeit mit dem Chor sichtbar Freude.

"Claritas Vocalis", ihrem Namen alle Ehre machend, führten das Programm fort und sangen unter Leitung von Uwe Heller in bestechend schlichter Klarheit unter Ausschöpfung eines sehr großen Tonumfangs und besonders differenzierten Klangvolumens Werke von fast ausschließlich im 20.Jahrhundert wirkenden, dem Publikum noch unbekannten Komponisten. Großartig, wie in dem vier- bis achtstimmigen Lied "Sleep" von Eric Whitacre (*1970) die letzten Töne, ersterbend, sich im Nichts auflösend dennoch klingen. Beeindruckend auch im achtstimmigen "O Crux" von Knut Nystedt (*1915), wie die Frauenstimmen zu Beginn, später auch Tenor und Bass in absoluter Reinheit drei Halbtöne übereinander zu setzen in der Lage sind. Das ist anspruchsvolle Sangeskunst auf sehr hohem Niveau.

Was das Publikum nach dem Spaziergang und der Pause im Hof in der Schlosskirche erwartete, war von ganz anderem Kaliber. Sechs Frauen, die sich bereits 2003 beim Gesangsstudium kennen gelernt haben und seitdem als A-Capella-Ensemble "Allegria" auftreten, sangen mit solcher Lust und solchem Engagement, dass sie die Hörer schon beim ersten Lied begeisterten. Das Repertoire reichte von Madrigalen aus dem 16. Jahrhundert, wo Kuckucks-Rufe, Miauen von Katzen und Grillengezirpe zu hören war, über das Volkslied "Hab mein Wagen vollgeladen", "Summertime" von Gershwin bis zu den Comedian Harmonists mit "Wochenend und Sonnenschein" und "Veronika, der Lenz ist da". Mit Humor und witzigen choreografischen Einlagen verstand das Sextett, mit dem Publikum zu spielen. Die Begeisterung und der Schlussapplaus waren überwältigend und mussten mit zwei Zugaben belohnt werden.

Der Lions Club Bad Homburg Weißer Turm konnte in den vergangenen zehn Jahren mit über 100 000 Euro und ausschließlich ehrenamtlichen Helfern Hilfsprojekte unterstützen, die insbesondere Jugendlichen aus der Region zugute kommen, etwa das Schülerhilfsprojekt JUSTAment, das Frankfurter Kinderhauses in Gonzenheim oder den Jugendchor Hochtaunus.

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