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Mädesüß: Schmerzmittel der Kelten

Von Sie sind unsere Weggefährten – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Kräutermarie Ursula Maria Buddeus begleitet uns durch den Sommer und stellt uns die vielen Heilkräuter und Heilpflanzen einmal genauer vor. Heute geht’s um das Filipendula ulmaria, das Mädesüß.
Die Kräutermarie ist sicher: Das Mädesüß hat seinen Namen bestimmt von seinem süßen Duft, mit dem sich einst die Mädchen umgaben.	Foto: loh Die Kräutermarie ist sicher: Das Mädesüß hat seinen Namen bestimmt von seinem süßen Duft, mit dem sich einst die Mädchen umgaben. Foto: loh
Usinger Land. 

Eigentlich ist das Mädesüß ein Rosengewächs. Dennoch haben die Blätter der Pflanze eine gewisse Ähnlichkeit mit der Ulme, weshalb ihr der lateinische Name "ulmaria" gegeben wurde.

Darüberhinaus kann das Mädesüß so viele Namen auf sich vereinen wie kaum ein anderes heimisches Kraut: Wiesenkönigin, Bocksbart, Honigblüte, Metkraut und vor allem Spiere sind Begriffe, die man schon einmal gehört haben mag.

Wer aber weiß schon, dass der Markenname "Aspirin" just von dieser Pflanze abgeleitet ist? Das Mädesüß enthält nämlich reine Salicylsäure, den Wirkstoff des bekannten Schmerzmittels.

Diese Kenntnis, die unsere moderne Wissenschaft erst vor etwa 150 Jahren erworben hat, könnten unsere Vorfahren indes schon geahnt haben. Bekannt ist jedenfalls, dass die Kelten ihrem Bier und ihrem Honigwein Mädesüß zusetzten. Nur zum Süßen? Kräutermarie Ursula Buddeus vermutet, dass schon die Kelten mit der Beigabe dieses Heilkrauts die unangenehmen Folgen ihrer Bier- oder Honigweingelage abzumildern versuchten.

Ob das Süßen von alkoholischen Getränken der Pflanze tatsächlich ihren Namen beschert hat, wie vielfach angenommen wird, bleibt offen. Es gibt auch andere Erklärungen, wie beispielsweise der langanhaltende Duft, der nach der Mahd eines Feldes in der Luft hängen bleibt. "Früher haben sich Mädchen die Blüten in den Ausschnitt gesteckt, um unangenehmen Körpergeruch zu überlagern", erzählt die Kräutermarie – auch das eine mögliche Namensquelle.

Die Pflanze ist oft in dichten Beständen meist auf Feuchtwiesen, in Gräben und Bachufern zu finden. Ihre wolkenartigen weißen Blütenbüschel sitzen auf rötlichen Stängeln, die meist etwa einen Meter hoch werden. Zur Blütezeit in den Monaten Juni und Juli verströmen die Blüten besonders abends ihren honig- oder mandelartigen Duft.

"Man kann vom Mädesüß sowohl die Blüten als auch die Blätter verwenden", sagt Kräutermarie Buddeus. Am besten trocknet man die Pflanzenteile, um daraus aromatischen Tee herzustellen. Auch die Wurzel ist essbar.

Obwohl Mädesüß durchaus zum Aromatisieren von Speisen und Getränken geeignet ist, so hat sich dieser Usus in Deutschland nicht so gut gehalten wie etwa in der französischen Küche. Dort kann Mädesüß schon mal Mädesüß-Sorbet als Zwischengang oder als Nachtisch eines üppigen Menüs geben. Das erfüllt sogar einen ganz besonderen Zweck. Nicht nur schmeckt es als süße Krönung, das aromatische Kraut soll zudem einen Wirkstoff gegen Sodbrennen enthalten.

Vorsicht allerdings ist bei der Dosierung geboten: Der ebenfalls im Mädesüß enthaltene Giftstoff Glykosid kann bei zu hoher Dosierung Kopfschmerzen verursachen.

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