E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

NACHGEFRAGT

Er trifft, meist im Winter, vor allem Ältere: der Oberschenkelhalsbruch. Für Senioren ein großes Problem. Erst einmal bettlägerig, kommen sie nämlich nur schwer wieder auf die Füße. Deswegen ist in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Hochtaunus-Kliniken Zeit ein so wichtiger Faktor, sagt Chefarzt Professor Matthias Hansen.
Professor Matthias Hansen. Professor Matthias Hansen.

MATTHIAS HANSEN: Man muss unterscheiden zwischen Oberschenkelhalsbruch und hüftgelenknahen Brüchen. Mit beiden zusammen kommen wir auf 270 OPs in diesem Bereich pro Jahr. Doppelt so viele übrigens wie in den allermeisten Frankfurter Krankenhäusern – das hängt mit der Infrastruktur des Hochtaunuskreises zusammen. Hier leben mehr ältere Menschen.

Welche OP-Verfahren bieten Sie an?

HANSEN: Bei älteren Menschen greifen wir in der Regel auf Gelenkersatzoperationen zurück. Das Gelenk muss schließlich sofort wieder belastbar sein, damit sich – bei Älteren eine größere Gefahr als bei Jüngeren – keine Thrombose oder andere Komplikationen wie Druckstellen oder Lungenentzündung bilden. Die Sache ist aber auch deswegen wichtig, damit der ältere Mensch schnell wieder raus aus dem Bett kann. Die schnelle Mobilisation ist bei älteren Menschen extrem wichtig. Wir operieren daher in der Regel binnen 48 Stunden. Bei jüngeren Menschen gehen wir natürlich anders vor – da verschrauben wir und schauen, dass das Gelenk von allein zusammenheilt. Das dauert dann aber schon mal sechs bis acht Wochen. Wenn man aber einen 75-Jährigen so lange zur Bettruhe verpflichtet, läuft man Gefahr, dass er schnell zum Pflegefall wird.

Eine schnelle OP und alles ist in Butter?

HANSEN: Eine OP ist kein Jungbrunnen, bitte nicht falsch verstehen. Aber wenn wir die Senioren schnell operieren und schnell dafür sorgen, dass sie wieder in ihr gewohntes häusliches Umfeld kommen, in dem sie sich alleine bewegen können, ist das definitiv ein Plus an Lebensqualität.

Was macht Sie im Zusammenhang mit einer Hüftgelenkoperation besonders froh?

HANSEN: Wenn wir zum Beispiel eine 100 Jahre alte Dame operiert haben und sie drei Tage später bei der Visite am Bettrand sitzt und ihren Kaffee trinkt, weil man das als Dame ja nachmittags so macht, dann ist das für mich jedes Mal aufs Neue wieder ein erhebender Moment. sbm

(Sabine Münstermann)
Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen