Neue Route für Rodelbahn

Von Alexander Schneider
Ist in Sachen Sommerrodelbahn der gordische Knoten geplatzt? Gestern sah es ganz danach aus - ein neuer Standort, immer noch am Feldberg, ist im Gespräch.
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Schmitten.  Paukenschlag gestern im Dienstzimmer von Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG): Die Sommerrodelbahn am Nordhang des Feldbergs ist tot, es lebe die Sommerrodelbahn am Südwesthang! Überraschend ist der Rasdorfer Investor Josef Wiegand vom bisherigen Standort Nordbahn abgerückt. Die Bahn soll jetzt oberhalb des Limes angelegt werden und vom Startpunkt nahe der Bergwachtstation unterhalb des Feldbergplateaus zum Parkplatz Windeck hinunter führen, wo die Kasse stehen soll.

Eingestiegen werden kann nur unten. Die Sommerrodler werden in ihrem Schlitten dann in der Direttissima zum Start hinaufgeschleppt. Parallel zu diesem im Bereich der bestehenden Rodelbahn liegenden Schlittenlift wird nach den Plänen des Investors ein weiterer schienengebundener Lift für mehrsitzige Loren angelegt, ein "Wie-li" ("Wiegand-Lift"). Mit dem können Besucher auch ohne Rodelambitionen vom Windeck zum Plateau hinauf- oder danach zu ihrem Auto hinunterfahren. Im Winter könnten Rodler damit auf den Gipfel hinauf fahren.

Ein Kiosk im Bereich der Kasse, wie beim bisherigen Konzept vorgesehen, ist nicht geplant. Sollten aber vom Baurecht Toiletten vorgeschrieben werden, überlegt Wiegand, dann auch einen Kiosk mit Imbiss zu bauen. Bisher seien für Sommerrodelbahnen keine Toiletten vorgeschrieben.

Wiegand rechnet mit Baukosten von 2,5 Millionen Euro, 500000 Euro mehr als bisher geplant: "Die Bahn ist mit 925 Metern etwas kürzer, dafür kommt der Wie-Li mit allein einer Million dazu." Ganz neu ist die Variante nicht. Sie entspricht dem von Feldberghof-Wirt Peter Stürz bereits 2008 als Bauvoranfrage eingereichten Plan. Demzufolge tritt Stürz jetzt auch als Wiegand-Partner auf, über die Verteilung der Anteile verlautete nichts.

Nicht nur beim Bahnkonzept hat es einen Paradigmenwechsel gegeben, auch bei Bürgermeister Marcus Kinkel. Bislang war er ein erklärter Gegner der Bahn, jetzt wird er zu ihrem Verfechter: "Ich lasse mich jetzt gerne als Umfaller bezeichnen. Fakt ist aber, ich war nie gegen eine Sommerrodelbahn, sondern stets nur gegen eine an der Nordbahn." Kinkel, der das Konzept in den letzten Wochen gemeinsam mit Wiegand und Stürz entwickelt hat, sieht in der neuen Lage "eigentlich nur Vorteile". Gegner werde die Bahn zwar sicher auch an der neuen Stelle haben, aber fest stehe, dass kein Schmittener durch den Verkehr belastet werde.

Die Besucher der Bahn, darin sei man sich einig, kämen in der Mehrzahl über die B8 von Königstein herauf oder über die Straße zum Sandplacken. Der Limes sei außen vor. Bei den für die Bahn in Anspruch genommenen Flächen handele es sich größtenteils um Gemeindewald, der nach Einschätzung des Forstes keinen großen Wert habe.

Ein weiterer Vorteil sei die direkte Anbindung des Besucherstroms an die bereits vorhandene Gipfelgastronomie, zu der auch die beiden Kioske gehörten, sowie an die Falknerei. Der Wie-Li werde sicher zur Entzerrung des Parkplatzsuchverkehrs in der Gipfelregion beitragen, sagte Kinkel. Schließlich böten sich auch Synergieeffekte für das geplante Projekt "Kulturberg". Kinkel räumt ein, dass die bereits vorhandenen rund 180 Parkplätze unter Umständen an besucherstarken Tagen nicht ausreichen könnten, so dass einige zusätzlich angelegt werden müssten. Richtig eng werde es übers Jahr gesehen aber nur an maximal zehn Tagen, berichtete Stürz aus Erfahrung.

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Ist in Sachen Sommerrodelbahn der gordische Knoten geplatzt? Gestern sah es ganz danach aus - ein neuer Standort, immer noch am Feldberg, ist im Gespräch.
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23.03.2013
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Hochtaunus

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