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Oh, wie ist das schön!

Der Taunus-Karnevalszug hat sich in diesem Jahr auf neue Wege begeben. Und das mit Erfolg.
Orschel, helau! Die tollen Kostüme der beiden waren ein Blickfang. Gemeinsam mit Hunderten von Zuschauern jubelten sie auf dem Marktplatz den Zzugteilnehmern zu. Fotos: Jochen Reichwein Orschel, helau! Die tollen Kostüme der beiden waren ein Blickfang. Gemeinsam mit Hunderten von Zuschauern jubelten sie auf dem Marktplatz den Zzugteilnehmern zu. Fotos: Jochen Reichwein
Oberursel. 

Wenn singende und tanzende Polarbären durch Orschels Straßen ziehen, gefolgt von einem Krankenwagen, aus dem Ärzte und OP-Schwestern Kamellen werfen, Männer und Frauen dazwischen Rock ‘n‘ Roll tanzen – dann ist der Höhepunkt der Fastnachtszeit erreicht. Rund 55 000 Zuschauer feierten gestern beim Taunus-Karnevalszug in Orschel – und das bei bestem Wetter.

Diesmal gab‘s eine Premiere. Denn erstmals schlängelte sich närrische Lindwurm von der Eppsteiner Straße über Homm-Kreisel und Epinay-Platz weiter zur Liebfrauenstraße.

Grund dafür waren die engen Straßen in der Vorstadt, durch die die Motivwagen nicht problemlos hätten fahren können. "Da geht es um Sicherheit, und die ist wichtig", betonte Zugmarschall Harry Hecker. Er zeigte sich mit der neuen Route durchweg zufrieden, "auch wenn‘s am Epinay-Platz trotzdem eng war, einfach, weil so viele Leute da waren", sagte Hecker nach dem Zug.

Pünktlich um 14.11 Uhr startete der närrische Lindwurm am Rahmtor und erreichte binnen kurzer Zeit den Marktplatz, wo Fußvolk und Wagen bereits von Tausenden von Jecken erwartet wurden. Auch von Moderator Thomas Nitsche und seiner rechten Hand Birgit Krämer, die die Akteure vorstellten. Lediglich 2 der insgesamt 139 geplanten Zugnummern hatten kurzfristig abgesagt, "der Rest hat einen entspannten Zug erlebt", ist sich Hecker sicher. Auch für die Polizei verlief der Nachmittag relativ ruhig. "Es ist nichts Gravierendes passiert", freute sich Ernst-Peter Wirth, Leiter der Oberurseler Dienststelle.

Gott Jokus hatte in der Tat das perfekte Wetter bestellt, Sonnenschein und kalte Temperaturen, da ließ es sich entspannt am Straßenrand stehen und immer wieder "Orschel, helau!" rufen. Da zogen tanzende Garden vorbei und beim Club Humor aus Bad Homburg war die "Meuterei auf der Bounty" ausgebrochen. Klar, dass da die Kanone auf dem Narrenschiff nicht fehlen durfte, und die wurde unermüdlich mit Kamellen nachgeladen, so dass ein wahrer Bonbon- und Konfekt-Regen auf das närrische Volk niederging. Auch die Freunde des Carneval (FdC) waren mit ihrer Kanone unterwegs und lehrten so manchem Fastnachtsmuffel zu Hause am Fenster das Fürchten. Allen Angriffen wider die Heiterkeit hielt das riesige Fort des VIP-Klubs Bommersheim stand. Singenden und tanzenden Cowboys und Indianern sei Dank. Auch die Rodheimer Weihnachtsmänner hatten kleine und große Geschenke mitgebracht. Und wer nicht acht gab, fand sich, dank Sebastian Urban vom TuS Merzhausen auf einmal selbst tanzend auf der Straße wieder.

Der Club Geselligkeit Humor Weißkirchen hatte seine Schäfchen im Trockenen und zog mit einer ganzen Herde durch die Straßen, auch über den Epinay-Platz, wo Peter Schüßler (Die Schüssel) den Zug moderierte. Ein Aquarium auf Rädern vom KV Frohsinn, Orkas 08 als Griechen, die auch noch das Letzte aus sich herausholen wollten und die Akropolis zum Verkauf anboten. Aus der Fischbacher Hölle qualmte und dampfte es gewaltig – wie gut, dass da die Feuerwehr gleich mit von der Partie war. Orschels Kerbeburschen machten sich mit ihrer Après-Skihütte fertig für die Party nach dem Zug und lediglich der Motivwagen des Kleinen Rats zeigte ganz deutlich, was sauer aufstieß. "Hier gibt‘s die große Meuterei, weil die Vorstadt fastnachtsfrei. Hat se endlich dann ihr Ruh‘, macht aach der letzte Lade‘ zu", war in großen Lettern auf dem Schild des Wagens zu lesen.

Hecker wiederum sah den Zug auf dem richtigen Weg. Mit der neuen Strecke sei der Holzweg endlich belebt worden und die Mitfahrenden hätten die neue Strecke besonders positiv bewertet. Die Zuschauer hingegen beschränkten sich auf ein dreifach donnerndes "Orschel, helau!"

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