Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Platz für 10 000 Einwohner

Ein Deckel über der Autobahn A 661 schafft mehr Platz für Wohnungen als bisher vermutet. Das geht aus dem Städtebaulichen Rahmenplan hervor, der gestern vorgestellt wurde. Damit könnte die Finanzierung des Millionenprojekts einfacher werden.
Frankfurt. 

Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) wandelt auf den Spuren seines großen Vorgängers Ernst May: Der nämlich plante bereits in den 20er Jahren bei Seckbach eine Stadterweiterung. Realisiert wurde die Rothenbusch-Siedlung jedoch nie. Cunitz greift zwar nicht die May’schen Pläne auf, will aber ganz in der Nähe neuen Wohnraum schaffen. Projekt "Ernst-May-Viertel" lautet deshalb der Arbeitstitel für das Vorhaben, durch die Einhausung der Autobahn A 661 zwischen der Seckbacher und der Friedberger Landstraße neues Bauland zu gewinnen. Für Cunitz soll es einer der Schwerpunkte seiner sechsjährigen Amtszeit sein. Er weiß, dass es sich um eine langwierige Angelegenheit handelt. Realistisch betrachtet werde es bis 2025 dauern, bis die ersten Wohnungen gebaut werden.

Ein großer Grünzug

Immerhin gibt es bereits einen Plan, wo neue Häuser und Grünflächen entstehen könnten. Drei Architekturbüros hat das Planungsdezernat beauftragt. Der Entwurf von "Pesch Partner" (Herdecke/Stuttgart) kam nicht nur bei den Fachleuten im Planungsamt, sondern auch beim 36-köpfigen Fachbeirat am besten an. Kennzeichnend ist ein breiter Grünzug, der den Huthpark im Norden mit dem Günthersburgpark im Süden verbindet. Im Zentrum ist eine große Wiese vorgesehen. Planungsamtsleiter Dieter von Lüpke sprach von einer "neuen grünen Mitte". Auch Kleingärten sollen wieder Platz finden, zum Teil sogar direkt auf dem Autobahndeckel. Unterm Strich werden wohl aber zahlreiche Kleingärten wegfallen, die Pächter wurden in den vergangenen Monaten bereits informiert.

Der Entwurf, der ein 122 Hektar großes Gebiet umfasst, bietet insgesamt Platz für Wohnungen für bis zu 10 000 Einwohner – doppelt so viel wie bisher angenommen. Die vier Neubaugebiete mit unterschiedlichem Charakter sollen an bestehende Siedlungen anknüpfen. Im Süden soll die Reihenhaussiedlung in der Bornheimer Straße An den Röthen fortgeführt werden, im Norden ist eine Erweiterung der Festeburg-Siedlung an der BG-Unfallklinik sowie des Neubaugebiets "New Atterberry" vorgesehen. Im Westen, südlich des Wasserparks an der Friedberger Landstraße, soll ein "Innovationsquartier" entstehen, in dem die Bewohner mit weniger privaten Autos auskommen. Die Häuser sollen vier bis fünf Geschosse, in Ausnahmefällen auch bis zu sieben Geschosse haben.

Finanzierung noch offen

Weil rund um die Autobahn mehr Wohnungen als bisher angenommen gebaut werden können, wächst die Hoffnung, einen erheblichen Teil der auf rund 200 Millionen Euro geschätzten Baukosten für die Einhausung durch den Verkauf von Grundstücken finanzieren zu können. "Wir werden jetzt Berechnungen vornehmen", kündigte Cunitz an. Mit diesen will er dann nach Berlin und Wiesbaden fahren, um eine finanzielle Beteiligung von Bund und Land auszuhandeln. Schon im nächsten Sommer könnten Magistrat und Stadtparlament Grundsatzbeschlüsse fassen, zeigte sich Cunitz zuversichtlich. Dann wären noch eine Reihe formaler Hürden zu nehmen. Unter anderem muss der Planfeststellungsbeschluss für den Alleentunnel aufgehoben werden. Planung und Bau des Deckels über der Ostumgehung dauern dann bis zu sieben Jahre, schätzt Cunitz. "Wenn alles optimal läuft, kann ich in meiner Amtszeit noch den Grundstein legen." Bei der von Bürgern ebenfalls geforderten Einhausung des Autobahndreiecks am Erlenbruch ist Cunitz eher skeptisch: "Die Rahmenbedingungen sind dort viel schwieriger." mu

(Günter Murr)
Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse