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Rocken bis der Arzt kommt – mal ganz wörtlich

Von Nach Klassik und Jazz hat jetzt auch der Hard-Rock sein Comeback im sanierten Haus der Begegnung gefeiert. Besorgte Denkmalschützer können durchatmen. Gitarren wurden auf der Bühne nicht zertrümmert. Einzig ein Meniskus nahm Schaden.
Königstein. 

Das Leben eines Rock’n’Rollers ist nicht ungefährlich – unzählige Stolpersteine pflastern den Weg zu Ruhm, Ehre und Reichtum. Davon kann der Königsteiner Gitarrist Denis Liebetanz ein Lied singen. Der wollte mit seiner Band "Drønde Årrn" beim "Coverbattle" im Haus der Begegnung (HdB) die große Bühne entern, landete jedoch im Krankenhaus.

Beim Soundcheck am Nachmittag war Liebetanz ungünstig auf sein Knie gefallen, der Krankenwagen musste kommen. "Es ist irgendetwas am Meniskus, wir hoffen das Beste für ihn!", betonte Bassist Florian Lausser, der seinen Gitarristen nach dem Unfall ins Krankenhaus begleitete.

Was tun? Die Königsteiner Hardrock-Band Drønde Årrn wollte doch zum zehnjährigen Jubiläum der Kult-Veranstaltung eigentlich ein musikalisches Feuerwerk zünden, mit schneidenden Gitarren-Soli und wuchtigen Schlagzeug-Rhythmen. Dafür hatten sie eigens die martialischen Songs von Rammstein einstudiert, um zu später Stunde, als Höhepunkt des "Coverbattles", das Publikum ordentlich zu rocken. Und jetzt – den Auftritt absagen? Nein!

Statt die Köpfe hängen zu lassen, suchte die Band kurzfristig einen Ersatzgitarristen im HdB und fand sogar gleich drei, die hinter der Bühne, während der Auftritte der anderen Bands, Akkorde büffelten und Absprachen mit dem Schlagzeuger trafen.

"Ich wollte sofort helfen, schließlich kenne ich die Songs von Rammstein, spiele selbst Gitarre und bin auch Mitglied der Rock AG", so Stefan Schittenhelm zu seinem kurzfristigen Engagement. "Also habe ich die Songs zusammen mit der Band bei einem Bier hinter der Bühne einstudiert."

Üben hinter der Bühne

Neben Schittenhelm legten sich Johannes Paetzel und Kevin Jakobowski ebenso ins Zeug, um den Auftritt der Lokalmatadore Drønde Årrn beim "Coverbattle" doch noch auf die Bühne zu bringen. "Wir wünschen Denis gute Besserung und sind in Gedanken bei ihm", so Schittenhelm.

Bis es so weit war, hatte das Publikum schon zu den fröhlich rockenden Songs von Green Day getanzt, die die Königsteiner Band "Blue Night" auf die Bühne gebracht hatte. Die Punk-Rocker von "FreiBier" warteten derweil mit schnellen Nummern der Ramones auf.

"Wir sind total zufrieden", so Hendrik Mangold von der Rock AG und Gitarrist bei Blue Night. "Die Leute feiern fröhlich und die große Bühne ist einfach toll!" Der "Coverbattle" war das erste Rock-Konzert im Haus der Begegnung und hielt den Anforderungen stand: "Wir müssen uns beim Team vom HdB bedanken. Sie haben uns toll unterstützt", sagte Florian Schießer von der Rock AG, "aber auch alle Helfer haben an einem Strang gezogen. Mittlerweile sind wir ein wunderbar zusammenarbeitendes Team, das macht einfach immer wieder große Freude."

Mit rund 170 Besuchern hatte auch der Zuspruch die Erwartungen der Rock AG zum ersten Gastspiel im HdB durchaus erfüllt. "Der ,Coverbattle’ im Haus der Begegnung muss sich erst wieder etablieren, nachdem wir so viele Jahre nicht mehr hier sein konnten. Es ist toll, dass nicht nur Jugendliche gekommen sind, sondern auch viele Erwachsene stehen im Publikum und hören den Bands zu", so Mangold.

Jugend forsch . . .

Ganz Ohr waren die Zuhörer beim Auftritt von Dario Angiletta, Britta Diderich, Lars Löw und Bastian Klein, die unter der Leitung von Nils Baloun als "Dead Easy" Musik von Metallica, Sunrise Avenue und AC/DC auf die Bühne brachten. "Die Musiker sind nicht älter als 14 Jahre", sagte Mangold bewundernd. "Und dafür sind sie an ihren Instrumenten schon echt gut. Außerdem ist die Show beeindruckend."

Während in der Folge "Slackpile" mit Songs von Guns N’Roses punkteten, kamen "The 138’s" mit Misfits-Interpretationen beim Publikum gut an. Das Quintett "Better Version of Monday" war aus Bacharach angereist und stellte in schicken Jeans-Hemden die Songs der irischen Export-Schlager von Two Door Cinema Club vor.

Rechtzeitig zum großen Finale des "Coverbattles" hatten dann auch die drei Aushilfs-Rocker ihre Nummern von Rammstein einstudiert und betraten unter großem Jubel gemeinsam mit der Band Drønde Årrn die Bühne des Hauses der Begegnung. Es war ein emotionaler Auftritt – mit vielen Grüßen an den verletzten Gitarristen Denis Liebetanz.

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