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Schützenswertes Refugium

Von Jahrelang kämpften Anwohner des Platzenbergs darum, dass dort nichts gebaut wird. Nachdem das Thema 2010 vom Tisch war, schickt sich OB Korwisi jetzt an, ein Wahlkampfversprechen einzulösen: Er will die Flächen langfristig als Erholungsgebiet sichern.
Bad Homburg. 

Im April 2009, kurz vor der OB-Wahl, hatte der Verein Landschaftsschutz Platzenberg den Kandidaten Dr. Ursula Jungherr (CDU), Karl Heinz Krug (SPD) und Michael Korwisi (Grüne, aber bekanntlich unabhängig antretend) einen Fragenkatalog zugeschickt. In dem ging es unter anderem darum, wie die Kandidaten ihren Einfluss nutzen würden, um die Erholungslandschaft am Platzenberg zu stärken. Korwisi hatte seinerzeit deutlich gemacht, dass "der Platzenberg (. . . ) zu den bedeutendsten Naherholungsgebieten der Stadt gehört". Deswegen werde er "alles tun", um dieses Gebiet zu erhalten beziehungsweise den Zustand zu verbessern. Mit einem Landschaftsplan gedenke er "den Platzenberg als Naturrefugium und Erholungslandschaft baurechtlich zu schützen".

Genau das wird Korwisi jetzt tun. Der Magistrat hat in den vergangenen Monaten nämlich ein Handlungskonzept für das Gebiet erarbeitet, nach dem die Erholungs- und Freiflächen gesichert und vor Bebauung geschützt werden. 50 000 Euro stehen dafür sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr im Haushalt zur Verfügung.

Bevor es an die Umsetzung geht, muss allerdings erst einmal der Bebauungsplan Nummer 99 aufgehoben werden. Das dürfte nicht weiter schwer sein. Der Magistrat stimmte nämlich dafür, das Verfahren zur Aufstellung eines B-Planes für den Bereich Grüner Weg, Weidebornweg, Kolberger Weg, Bommersheimer Weg einzustellen. Rechtlich gesehen sind die Flächen dann vor Bebauung geschützt, sobald das wegen damals verfolgter Pläne für den Bau einer Schule am Bommersheimer Weg eingeleitete Bebauungsplanverfahren aufgehoben ist.

Doch die Stadt steckt ihre Ziele mit Blick auf die Zukunft der landschaftlich reizvollen Flächen deutlich weiter. Vorgesehen ist nämlich unter anderem die Rettung der größten Streuobstbestände. Der Lebensraum für den Steinkauz soll so erhalten bleiben. Spaziergänger sollen durch ein Wegekonzept gelenkt und Dog-Stations mit kostenlosen Tüten für Hundekot dort verstärkt aufgestellt werden. Auf städtischen Grundstücken sollen ein Treffpunkt sowie eine "Naschwiese" mit Obstbäumen entstehen. Die Stadt will zudem die Nutzer durch die kostenlose Abfuhr von Schnittgut unterstützen. Außerdem will sie durch Veranstaltung von Baumschnittkursen, Schaukästen für Imker, Schäfer und Geflügelhalter, die der Information und der Vermarktung dienen, sowie durch einen "Platzenberger Frühjahrsputz" die Identifikation der Bürger mit dem Gebiet verstärken.

Die Verwaltung hat die Überlegungen übrigens bereits mit der Stadtverwaltung Oberursel besprochen. Der Grund: Teile des Platzenbergs liegen auf der Gemarkung Oberstedten. Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) erklärte gestern auf Anfrage der TZ: "Wir haben das zwar noch nicht mit der Politik besprochen und stehen noch ganz am Anfang der Gespräche mit Bad Homburg. Aber auch uns ist daran gelegen, das Gebiet noch attraktiver zu gestalten."

Das weitere Vorgehen zur Entwicklung des Platzenbergs wird während einer Bürgerinformation am Donnerstag, 19. Januar, 19 Uhr, im Kongresscenter im Kurhaus erläutert.

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