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Spaß für Akteure und Publikum

Von Es sind die Weihnachtsklassiker, die jeder gern um diese Zeit hört. Die MSS Big Band aus Friedrichsdorf hat in der Kirche St. Martin diese Klassiker jetzt in ein ungewohntes Kleid gehüllt . . .
Ober-Erlenbach. 

Die schöne katholische Barock-Kirche St. Martin in Ober-Erlenbach ist voll besetzt. Der Bereich vor dem Altar ist voll gestellt mit Stühlen, Notenpulten und vielen Kabeln. Ein besonderer Auftritt kündigte sich an: Adventsmusik einmal anders.

"Der dritte Advent steht traditionell unter dem christlichen Motto ,Freuet Euch‘." Mit diesen Worten wünschte Heinz Möglich vom Pfarrgemeinderat St. Martin den vielen Zuhörern ebendiese Freude an der Musik und der Gemeinschaft.

Dieser Wunsch wurde Wirklichkeit. Auch für die in der Kirche musizierende MSS Big Band unter der Leitung von Thorsten Mebus war es ein besonderer Abend, nicht zuletzt, weil es das einzige Adventskonzert der Band in diesem Jahr war.

Wer glaubte, die alten Weihnachtslieder einfach nur etwas angeswingt zu Gehör zu bekommen, wurde enttäuscht. Es waren vielmehr eigenständige und teils komplexe Arrangements bekannter Weisen, ein mit Schwung und Elan versehenes Potpourri, wie man es sonst kaum zu hören bekommt. Das machte nicht nur den Akteuren auf der "Bühne" vor dem Altar Spaß. Das Publikum wurde ebenso in die Szenerie hineingezogen, es gab Szenenapplaus bei den Soli, Hände und Knie wippten im Takt, fröhliche Gesichter waren die Norm.

Im New York der 40er

Man hätte mit einem Glas Whisky und einer lässigen Zigarette am Fenster stehen können mit dem Blick auf das weihnachtlich leuchtende New York der 40er Jahre. Die sonore und volle Stimme von Horst Schilling, die jugendlich anmutende Stimmfärbung von Christoph Planteuer und vor allem die hervorragende Performance von Sängerin Clarissa Lotz machten aus der Musik noch wesentlich mehr als "nur" Swing mit Big-Band-Charakter.

Ob "Winterwonderland", eine Jazz-Version von "Greensleeves", "Yo Tannenbaum" in einer wirklich überraschenden Version mit ungewohnten Tempi- und Tonartwechseln oder "Little Drummer Boy" mit einem extra langen Schlagzeugsolo – es war richtig gutes Entertainment, was da eineinhalb Stunden lang präsentiert wurde. Die Musik wirkte wie aus einem Guss, die Musiker kamen souverän und mit genau dem Quäntchen Gelassenheit rüber, das für diesen Big-Band-Swing-Stil so typisch ist.

Wie bei einem Benefiz-Konzert üblich, war der Eintritt frei, aber man freute sich über Spenden. Das Geld wird nicht nur für die Innenrenovierung der Kirche – die in zwei Jahren ihr 250-jähriges Bestehen feiert – verwendet. Zusätzlich wird die Jugendarbeit der MSS Big Band gefördert.

Zum Glück tritt die MSS Big Band nicht nur zu Weihnachten auf und verführt mit Swing, Rock und Pop. Infos auf www.mss-bigband.de im Internet.

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