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Stinkattacke auf Aktionäre

"Geld stinkt!" Da sind sich Gregor Böckermann und seine Mitstreiter von der Initiative "Ordensleute für den Frieden" sicher. Um den Aktionären von der Deutschen Bank zur selben Erkenntnis zu verhelfen,
Stinkattacke: Ein Ordensmann kippt Gülle vor das Entreé der Festhalle. Bilder > Stinkattacke: Ein Ordensmann kippt Gülle vor das Entreé der Festhalle.
Frankfurt. 

"Geld stinkt!" Da sind sich Gregor Böckermann und seine Mitstreiter von der Initiative "Ordensleute für den Frieden" sicher. Um den Aktionären von der Deutschen Bank zur selben Erkenntnis zu verhelfen, griffen die Aktivisten gestern zu einem sehr übelriechenden Mittel: Jauche. 20 Liter, die ein Schweinebauer aus der Region zur Verfügung gestellt hatte, schleppten die "Ordensleute" in Kanistern und Plastikflaschen vor das Entrée der Festhalle – weil sich in Frankfurts "gut Stubb" tausende Aktionäre des Kreditinstituts versammelten, um Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zu verabschieden.

Mancher Banker, der im feinen Zwirn angereist war, musste seine seriös-gemessenen Schritte zugunsten eines wenig eleganten Hüpfers unterbrechen, um das stinkige Hindernis zu überwinden. Die Kehrmaschine, die nach Bekanntwerden der Aktion angefordert wurde, half nur bedingt: Statt die Jauche zu beseitigen, kehrte sie diese zunächst in die Breite, so dass sich der beißende Geruch eher verschlimmerte.

"Ziemlich aufgeregt" seien die Banker gewesen, sagt Böckermann, der seine Freude darüber nicht verhehlen kann. Dass die Polizei die Personalien von ihm und zwei Mitstreitern aufnahm, lässt ihn völlig kalt. "Ich wäre sogar froh, wenn Strafanzeige gegen uns erstattet würde und es zu einem Prozess käme", sagt der 71-Jährige. "Dann könnten wir der Öffentlichkeit vor Gericht unsere Kritik darlegen."

Die "Ordensleute für den Frieden" demonstrieren seit 22 Jahren immer am ersten Donnerstag im Monat vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank. "Wir protestieren dagegen, dass sich einige wenige Menschen auf dem Rücken vieler bereichern", erläutert Böckermann. "Wenn sich das Geld in den Händen von wenigen ansammelt, dann stinkt es!"

Es war die erste Protestaktion der "Ordensleute" nach den Blockupy-Protesten. Während der linken Aktionstage vor zwei Wochen hatten die Geistlichen demonstrieren wollen. Die Stadt hatte die Versammlung aber nicht genehmigt.chc

(Christian Scheh)
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