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Überhaupt nicht dunkel und traurig

Die Klasse 4c der Grundschule Stierstadt und ihre Klassenlehrerin Jennifer Sünder haben sich ein außergewöhnliches Recherche-Thema im Rahmen des ZING-Projektes (Zeitung in der Grundschule) ausgesucht. Ausgestattet mit Block, Stift und vielen Fragen besuchten sie die Pietät Jamin in Oberursel. Und sie kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, denn vieles war ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten.
Oberursel. 

Viele Kinder aus der Klasse 4c hatten sich die Räume der Pietät Jamin dunkel und traurig vorgestellt. Einige dachten sogar, dass ein Bestattungsunternehmen eine Art Friedhof wäre. Doch eigentlich ist es in der Pietät Jamin schön. Die Räume sind hell und freundlich eingerichtet. Es gibt dort viele Ausstellungen, die die Möglichkeiten einer Beerdigung behandeln. Zum Beispiel konnten die Kinder Urnen und Särge sowie Sargzubehör anschauen, ohne sich zu gruseln oder traurig zu werden.

Die Pietät Jamin gibt es schon seit 60 Jahren in Oberursel und seit 120 Jahren in Frankfurt. Die Pietät in Oberursel wird von Jürgen und Diana Schüler geleitet. Unterstützt werden sie von ihren Mitarbeitern Jörg Rehorst und Dieter Grabowski. Die Mitarbeiter der Pietät sind täglich 24 Stunden im Jahr telefonisch erreichbar. Und das auch an Weihnachten oder Silvester.

Diana Schüler arbeitet bereits seit 24 Jahren als Bestatterin. Sie ist 50 Jahre alt und führt mit ihrem Ehemann Jürgen Schüler das Bestattungsunternehmen in Oberursel. Dieses besteht schon seit mehreren Generationen und wird nun von Diana und Jürgen Schüler weitergeführt. Die Kinder haben herausgefunden, dass Diana Schüler noch nicht als Kind daran gedacht hatte, Bestatterin zu werden. Doch heute führt sie gerne ihren spannenden und interessanten Beruf aus. Wie es ist, mit dem Tod umzugehen, weiß sie auch aus eigener Erfahrung, denn sie musste auch schon einmal Freunde und Bekannte beerdigen.

Fünf Bestattungsformen

 

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Bestattungsarten. Von einer Feuer- und Erdbestattung haben die meisten sicherlich schon einmal gehört. Bei einer Feuerbestattung wird der Verstorbene in einem Sarg im Krematorium verbrannt. Die Asche wird dann in eine Urne gefüllt. Bei einer Erdbestattung kommt der Verstorbene in einen Sarg. Dieser wird am Tag der Beerdigung unter die Erde gebracht. Die Seebestattung kannten nur wenige Kinder. Bei dieser Bestattungsart wird die Asche des Verstorbenen in eine spezielle Urne aus Sand, Erde, Salz und Spezialkleber gefüllt. Diese wird dann im Wasser versenkt und löst sich nach 48 Stunden auf, damit sie nicht zurück an den Strand gespült wird oder ein Fischer sie wieder raus fischt. Auch kann man die Asche in einem Friedwald beisetzen. Die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne an der Wurzel eines Baumes vergraben. Außerdem gibt es auch noch die Ballonbestattung. Diese gibt es aber nicht in Deutschland, sondern nur in Frankreich, Holland und Tschechien. Bei dieser Bestattung wird die Asche in eine Urne gefüllt, die von einem Heißluftballon aus hoch in der Luft verstreut wird.

Ganz schön teuer

 

So eine Beerdigung kann aber ganz schön teuer werden, erfuhren die Nachwuchsjournalisten. Die Kosten einer Beerdigung können immerhin zwischen 2000 Euro und 20 000 betragen. Im Bestattungsunternehmen Jamin finden Suchende eine große Auswahl an Särgen und Urnen in verschiedenen Preisklassen. Der Preis eines Sarges liegt zwischen 400 und 4600 Euro und ist von Lackierung, Holzqualität und Innenausstattung abhängig. Eine Urne kostet zwischen 100 und 480 Euro. Eine See-Urne ist für 380 Euro zu haben. Um die hohen Kosten für die Angehörigen zu senken, ist es möglich, eine Versicherung abzuschließen.

 

Die Autoren: Madita Aumüller, Nils Ballmann, Finja Brode, Thore Diehl, Cecilia Fischer Garcia, Kevin Flach, Adrian Flöritz, Niklas Fuchs, Daniel Garrido Illing, Viktoria Helbing, Luca-Maurice Koban, Mia Koch, Janne Ploner, Noah Reschke, Melis Sen, Arne Witt, Janina Wittich, Carla Wolff, Lucas Wolsiffer, Linda Zellmer

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