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Usinger Land hat bei der Photovoltaik die Nase vorn

Während die Bundesregierung noch immer nach einer praktikablen Lösung sucht, hat die „Energiewende“ im Taunus bereits begonnen. In unserer Serie zu regenerativen Energien im Taunus legt TZ-Mitarbeiter Matthias Pieren sein Augenmerk heute auf die Photovoltaik.
Auch auf den Hängen der einstigen Deponie Brandholz wird Solarstrom produziert, der direkt vom nahe liegenden Umspannwerk in Westerfeld in die Mittelspannungsleitungen eingespeist wird.	Foto: Pieren Auch auf den Hängen der einstigen Deponie Brandholz wird Solarstrom produziert, der direkt vom nahe liegenden Umspannwerk in Westerfeld in die Mittelspannungsleitungen eingespeist wird. Foto: Pieren
Hochtaunus. 

Kleinvieh macht auch Mist. Den Gesamtkuchen aber teilen sich vor allem wenige Große unter sich auf. Diese Weisheit gilt auch für die Solarstrom-Produktion im Hochtaunuskreis. Nach Angaben der Süwag sind aktuell 1005 Photovoltaikanlagen gemeldet, von denen Strom in das regionale Stromnetz eingespeist wird.

Zumeist sind es Privatleute wie Markus Frenzel aus Bommersheim, die auf das Dach ihres Hauses eine PV-Anlage installiert haben. „Meine Anlage hat eine Leistung von etwas mehr als vier Kilowatt. Für die Eigenheimversorgung ist das völlig ausreichend“, sagt der TZ-Leser.

Extrem leistungsstark sind hingegen Freiflächen- oder Dachanlagen. Allen voran die neue Großflächenanlage auf der Erdfunkstelle, die eine Spitzenleistung von 6,2 Megawatt Peak erbringt (TZ berichtete). Die Mega-Anlage wird jedoch noch nicht in den Statistiken geführt, weil sie erst seit kurzem am Netz ist. Im Hochtaunus-Ranking der Solarstromproduzenten haben die Kommunen aus dem Usinger Land die Nase vorn.

Info: Weitere Anlagen

Der Verein Sonneninitiative hat jüngst mit dem Hochtaunuskreis Mietverträge für den Bau weiterer Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden abgeschlossen, die der Marburger Verein ebenfalls als Bürger-Solaranlagen betreiben möchte.

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Mit von 5 765 261 kWh wurde zuletzt in den sechs Kommunen bereits ohne die neue Großanlage (erwartete Jahresproduktion: 4,9 Millionen kWh) mehr Solarstrom produziert, als im gesamten Vordertaunus (4 364 718 kWh). Die Statistik des regionalen Stromnetzbetreibers Syna weist Oberursel mit 174 Anlagen vor Bad Homburg (119), Neu-Anspach (104) und Wehrheim (96) sowie Usingen (92) als Spitzenreiter aus.

In Neu-Anspach wird mit 1,72 Millionen kWh die größte Menge Solarstrom produziert. Möglich wird der hohe Wert freilich nur durch die große PV-Freiflächenanlage (880 377 kWh) und zwei weitere PV-Dachanlagen (zusammen 65 336 kWh) auf der Rhein-Main-Deponie (RMD) Brandholz. Nach Aussagen von Geschäftsführer Markus Töpfer prüft die RMD GmbH derzeit sogar die Rentabilität einer zusätzlichen Freiflächenanlage auf Brandholz auf einem weiteren Hektar der abgedichteten Deponiefläche.

 

Homburg auf Platz zwei

 

Den zweiten Platz im Ranking belegen die Anlagen in Bad Homburg mit einer Gesamtstromproduktion von 1,53 Millionen kWh, gefolgt von Oberursel (1,41), Usingen (1,04) und Wehrheim (0,99). Von den 0,97 Millionen kWh Solarstrom, die zuletzt pro Jahr in Grävenwiesbach ins Netz eingespeist wurden, stammen allein 792 303 kWh von der Freiflächenanlage und zwei Dachanlagen der RMD auf dem Areal der ehemaligen Saarwerke. Die Dachanlagen auf der Deponie Brandholz und auf dem Gelände der ehemaligen Saarwerke sind jedoch fest in Bürgerhand. Sie werden ebenso wie die PV-Anlagen auf den Dächern des Feuerwehr-Gerätehauses in Glashütten-Schloßborn, der Krebsmühle und der Waldorfschule in Oberursel, der Jahrtausendhalle in Oberreifenberg und der Astrid-Lindgren-Schule in Usingen als Bürgersolaranlagen durch den Marburger Verein Sonneninitiative (siehe INFO) betrieben.

 

Bürgersolaranlagen

 

An allen Standorten der Bürgersolaranlagen werden summa summarum 307 000 kWh Solarstrom pro Jahr produziert. „107 Bürger aus dem Hochtaunuskreis haben sich bereits an unseren Projekten beteiligt. Alle Eigentümer einer Photovoltaikanlage bilden dann zusammen das Bürgersonnenkraftwerk“, erklärt Christian Quast vom Verein Sonneninitiative.

Korrektur: Weilrod nicht einig

Die Komplexität des Themas „Energiewende“ kann schon mal dazu führen, dass auch ein Journalist den Überblick verliert. Gleich zum Auftakt der TZ-Serie über die Energiewende im Hochtaunuskreis ist uns ein Fehler unterlaufen.

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Das Besondere an dem Konzept sei, dass die Teilnehmer steuerrechtlich keine Gesellschafter oder Anteilseigner seien, sondern Betreiber einer eigenen Photovoltaikanlage, die gemeinsam mit anderen so betrieben werde, als wäre sie auf dem eigenen Dach installiert. Rein praktisch betreut und wartet der Verein die Anlagen und rechnet die Vergütung mit der Syna für die Teilnehmer ab.

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