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Von Bach bis Händel: Barocke Kaffeehaus-Klänge in der Kirche

Beim Konzert aus der Reihe Seulberger Barock erfuhren die Zuhörer, was der französische König Ludwig XIV. mit einer Kaffeemaschine zu tun hatte.
Die Barock-Musiker (v. re.): Cornelia Scholz (Violine), Brigitte Hertel (Cembalo), Renata Grunwald (Sopran) und Ingo Negwer (Barocklaute).	Foto: wös Die Barock-Musiker (v. re.): Cornelia Scholz (Violine), Brigitte Hertel (Cembalo), Renata Grunwald (Sopran) und Ingo Negwer (Barocklaute). Foto: wös
Seulberg. 

Kaffeehäuser waren Treffpunkt für viele Künstler. „Johann Sebastian Bach liebte das Zimmermann’sche Kaffeehaus in Leipzig“, erklärte die Violinistin Cornelia Scholz, die zugleich als Moderatorin fungierte. „Vermutlich entstand dort 1734 seine Kaffeehaus-Kantate ,Schweiget stille, plaudert nicht‘ (BWV 211).“ In der Reihe „Seulberger Barock“ konzertierte das Ensemble „Fach-Werk Seligenstadt“ zu dem auch Renata Grunwald (Sopran), Ingo Negwer (Barocklaute) und Organisatorin Brigitte Hertel (Cembalo) gehörten. Das Motto lautete diesmal „Le Café“.

Mit Georg Friedrich Händel (1685-1759) „Aus den neun deutschen Arien: In den angenehmen Büschen HWV 209“ begann das hochkarätige Konzert. Es folgte „Sonata No. 6 in G-Dur“, BWV 1019, von Johann Sebastian Bach (1685-1750) mit den Sätzen Allegro, Largo, Allegro (Cembalo solo), Adagio und Allegro.

Zwei Häftlinge

Ein besonderer Ohrenschmaus für die mehr als 80 Zuhörer war die Verbindung von Sopran und Laute mit „Ein Küßgen in Ehren“ und „An die Einsamkeit“ von Johann Jakob Krieger (1649-1725), gefolgt von einem Lautensolo von Robert de Visèe (um 1660-1720). „Der steigende Kaffeekonsum stieß auch auf Gegenstimmen“, wusste die Moderatorin. „Eine Legende berichtet, dass König Gustav III von Schweden (1746-1792) die Schädlichkeit des Kaffees beweisen wollte. Er begnadigte zwei Häftlinge mit der Auflage, einer durfte keinen, der andere musste Unmengen von Kaffee trinken.“ Das Ergebnis: Beide überlebten nicht nur den Arzt, der sie regelmäßig untersuchte, sondern auch den König.

Im Zentrum des Konzertes stand die „Kaffee-Kantate“ des französischen Komponisten Nicolas Bernier (1664-1734), der in amüsanter Weise das damals neuartige und kostbare Getränk pries. „Le café: Cantate à voix seule avec Symphonie“. Und so eröffnete das Quartett dem Publikum mit technischer Perfektion und akribischem Zusammenspiel die französische Kaffeehaus-Atmosphäre. Auch dazu wusste die Moderatorin eine Geschichte: „Der französische König Ludwig XIV. war als Feinschmecker bekannt, liebte den Kaffee und begann mit der Kaffeebaumzucht, nachdem er zwei Bäumchen geschenkt bekommen hatte. Er soll auch die erste eiserne Kaffeemaschine erfunden haben.“ Den Abschluss des Konzerts bildete ein weiteres Werk aus Händels neun deutschen Arien „Singe Seele, Gott zum Preise“ HWV 206. Als Zugabe folgte „Meine Seele“.

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