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Waldorfschule wächst

Beim Tag der offenen Tür gab es für die Eltern potenzieller Waldorfschüler nicht nur die Schule und ihr Unterrichtskonzept zu entdecken, sondern auch einen Vorgeschmack darauf, wie sich die Einrichtung in Zukunft vergrößern wird.
Oberursel. 

Leises Hämmern und viele Stimmen erfüllen die kleine Kapelle oberhalb der Waldorfschule. Zwischen Kostümen und Requisiten wuseln die Schüler der 8. Klasse hin und her, besprechen Szenen, Musik oder nutzen die Gelegenheit, noch ein wenig zu trinken, dann geht es los. Eigentlich ist fast alles wie immer. Wären da nicht die Zuschauer. Die durften am Samstag Lehrern und Schülern der Waldorfschule beim Tag der offenen Tür über die Schulter schauen.

Die 8. Klasse von Daniela Fischer nutzt den Tag für eine letzte Übung vor der Generalprobe ihres neuen Stücks "Zeitdiebe". Eine Adaption von Michael Endes "Momo", mit reduziertem Bühnenbild. 26 Schüler im Alter von 14 Jahren haben das Stück gemeinsam mit Fischer und Theaterpädagogin Christine Veicht einstudiert. "Viele erleben dabei eine regelrechte Wandlung", hat Fischer festgestellt. Denn gerade für Pubertierende ist es nicht selbstverständlich, vor Publikum zu sprechen. "Gerade wenn sie sich am liebsten verstecken würden", sagt Fischer. Doch das Training, die Aufführungen und auch Situationen wie der Tag der offenen Tür, bei dem man sich schon ein erstes Mal dem Publikum präsentiert, helfen den Schülern, sich weiter zu entwickeln.

Theaterspielen gehört zum festen Schulprogramm für die 8. Klasse. Genauso wie Eurythmie und Russisch bereits ab der ersten Klasse unterrichtet werden. Und zahlreiche interessierte Eltern nutzten den Tag der offenen Tür, um sich über das Schulprogramm, aber auch den geplanten Erweiterungsbau zu informieren.

Dieses Projekt hat Geschäftsführer Dr. Ralf Gissel quasi von seinem Büro aus im Blick. Das Gelände für den Neubau auf der anderen Straßenseite, auf dem derzeit noch eine Baracke steht, hat die Schule bereits für rund 100 000 Euro gekauft, berichtet er. Die Baracke soll noch in diesem Frühjahr abgerissen und im Herbst mit dem Neubau gestartet werden.

"Für den Neubau haben wir den grundsätzlichen Beschluss der Mitgliederversammlung", sagt Gissel im Gespräch mit der TZ. Wie teuer das Gebäude werden darf, darüber gibt es bis dato noch keinen Beschluss. Denn eines ist klar: Dafür werden die Eltern tief in die Tasche greifen müssen. "Die Frage ist nur, wie tief", sagt der Geschäftsführer. Vier Architekten haben ihre Entwürfe eingereicht, die die Eltern bei Kaffee und Kuchen in Augenschein nehmen.

Klassenräume für die Oberstufe, sprich von der 9. bis zur 13. Klasse, sollen im neuen Gebäude untergebracht werden, zudem auch Funktionsräume für den naturwissenschaftlichen und EDV-Fachunterricht. Es müssten keine separaten Räume sein, sondern das könnte auch über Trennwände ermöglicht werden, verweist Gissel auf die unterschiedlichen Entwürfe. Unter den vier Architekturbüros ist auch das Kreateam aus Bad Homburg, das das Taunus-Informationszentrum (TIZ) in Oberursel geplant hat. Bei seinem Entwurf für das zweigeschossige neue Schulhaus erinnert denn auch das Dach an das vom TIZ.

Wie teuer die einzelnen Bauten sind, will sich Gissel nicht entlocken lassen, sondern über die Vorschläge zunächst intern am kommenden Freitag abstimmen lassen, um dann im zweiten Schritt die Mitglieder einzubeziehen. Eine Bekanntgabe der Kosten würde die Entscheidung seiner Auffassung nach beeinflussen.

Schülerzahl bleibt gleich

Mit dem Erweiterungsbau geht auch eine Umstrukturierung der Räume im Obergeschoss des Hauptgebäudes einher. Die Schülerzahl von 320 soll trotz der Erweiterung unverändert bleiben (TZ berichtete). "Wir wollen ein besseres Platzangebot schaffen und auch in zusätzliche Lehrer investieren, um die Qualität unseres Angebots weiter zu steigern", sagt der Geschäftsführer. Er geht von einer Bauzeit von rund einem Jahr aus.

Mittelfristig hat die Schule noch ein weiteres Bauprojekt vor sich. Dann sollen die beiden Container, die auf dem Schulgelände stehen, ebenfalls einem Neubau weichen. Doch zunächst einmal muss das Haus für die Oberstufe unter Dach und Fach sein.

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