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Warten auf den Investor

Von Anja Petter Schmitten. Der Schmittener Gemeindevorstand stellt Sommerrodelbahn-Investor Josef Wiegand ein Ultimatum: Bis zum 31. Dezember muss er die Aufstellung eines Bebauungsplans in Auftrag geben, sonst ist das Projekt gestorben. Rodelbahn: Die Gemeinde hat ein Ultimatum gestellt. (Symbolbild Rodelbahn) Rodelbahn: Die Gemeinde hat ein Ultimatum gestellt. (Symbolbild Rodelbahn)

Was der Bürgermeister über das Vorhaben denkt, sagte er gestern bei einer Pressekonferenz.

Was ist eigentlich Sache bei der Sommerrodelbahn? Entsprechende Anfragen häufen sich seit geraumer Zeit bei Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG). Klar, der Beschluss der Gemeindevertreter, einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen, liegt inzwischen mehr als ein Jahr zurück. Und so häufen sich inzwischen auch die Vorwürfe, der Verwaltungschef verschleppe das Projekt.

An Kinkel liegt es aber offenbar nicht. "Es hat sich vonseiten des Projektentwicklers nichts getan", sagt der Bürgermeister. Investor Josef Wiegand komme nicht in die Puschen. Und so hat der Gemeindevorstand dem Rasdorfer Unternehmer nun in einem Schreiben mitgeteilt, bis zum 31. Dezember einen Bebauungsplan in Auftrag geben zu müssen oder diese Aufgabe der Gemeinde zu übergeben – dann aber mit einer Zusicherung, die Kosten zu übernehmen.

"Tut er das nicht, ist die Sache erledigt", kündigt Kinkel an, "das Thema muss jetzt endlich mal abgearbeitet werden." Er habe im Laufe des Sommers mehrfach mit Wiegand telefoniert und könne zudem auf einen ausführlichen Schriftverkehr verweisen. Der Investor, der nach dem Willen der Gemeindevertreter alle Kosten für die Bauleitplanung, immerhin rund 40 000 Euro, übernehmen soll, befürchte immer noch ein Nein der Gemeindevertreter, erklärt Kinkel. Stehe doch nach dem Ende des rund ein Jahr dauernden Planverfahrens noch eine Verhandlung über den Pachtvertrag an. Ganz abgesehen davon, was bei dem B-Plan-Verfahren sonst noch an Hindernissen, beispielsweise in naturschutzrechtlicher Hinsicht, auftauche. Der Bürgermeister dazu: "Das ist halt sein unternehmerisches Risiko."

Und noch eine weitere für den Investor weniger gute Nachricht enthält das Schreiben des Gemeindevorstands: Die von ihm angebotenen 6000 Euro, die er jährlich als Pacht für das Gelände zahlen will, sind nach Aussage Kinkels "lächerlich". Er will deshalb der Forderung Wiegands, diesem schon heute einen unterzeichneten Pachtvertrag zukommen zu lassen, auf keinen Fall nachkommen. "Schließlich haben wir, wenn die Bahn gebaut wird, alleine schon Jagdpachtausfälle in gleicher Höhe." Auf ein Null-Summen-Geschäft müsse sich Schmitten nicht einlassen, findet der Bürgermeister. "Unter 70 000 Euro möchte ich gar nicht darüber nachdenken." Zumal auch die Gewerbesteuer zu vernachlässigen sei. "Die ersten Jahre kommt angesichts der Investitionen gar nichts."

Auf der nächsten Seite: Kinkel ist gegen das Projekt

Der Bürgermeister nahm als "Entscheidungsträger der Gemeinde" die Pressekonferenz außerdem zum Anlass, seine persönliche Meinung zu dem Thema kundzutun. "Schmitten braucht die Sommerrodelbahn nicht, auch wenn sie durchaus Spaß machen würde." Denn: "Sie bringt der Gemeinde nichts." Im Vergleich zu anderen Standortkommunen wie beispielsweise Schotten oder Waldmichelbach, "die sonst nichts haben", sei Schmitten nicht strukturschwach. "Wir haben Vollbeschäftigung." Zumal sowieso nicht "100 hochwertige Arbeitsplätze", sondern allenfalls ein paar Aushilfsjobs geschaffen würden.

Aber der Verwaltungschef nennt noch weitere Gegenargumente: Angesichts des Kiosks, der auf dem Rodelbahn-Gelände entstehen soll, werde die Gastronomie nicht profitieren ("Die Besucher essen doch auf dem Treisberg kein Schnitzel mehr").

Zudem müsse mit massiven Verkehrs- und Parkplatzproblemen gerechnet werden. Und auch mit Lärmbelästigung – sowohl durch die Autos als auch durch den Kiosk nur 200 bis 300 Meter von der Nachbarschaft entfernt. "Schmitten ist ein Wohnort, die Leute haben Arbeit und wollen hier ihre Ruhe haben." Kurzum: "Eine Sommerrodelbahn passt hier nicht rein." Allerdings werde er sich dem Projekt, sollten die Gemeindevertreter dem Pachtvertrag mit dem Investor zustimmen, nicht in den Weg stellen, sagt Kinkel: "Wenn die Mehrheit es will, füge ich mich."

Und wenn der Investor endlich aktiv wird. Gestern zumindest war er trotz mehrmaliger Versuche für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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