Wehrhafte Nachbarinnen

Königstein, Kronberg und Falkenstein rücken im kommenden Jahr noch näher zusammen – natürlich nicht geografisch. Da bleibt jeder Ort an seinem Platz. Einige Vereine jedoch wollen in Sachen Zusammenarbeit neue Wege gehen. Genauer gesagt, werden sie einen neuen Weg gemeinsam gehen.
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Königstein/Kronberg. 

Die Burgen hoch über Königstein, Kronberg und Falkenstein sind seit Jahrhunderten die aus Stein gemauerten Aushängeschilder der drei Nachbarorte. In ihrer langen, nicht immer gutnachbarschaftlichen Historie waren die drei imposanten "Damen" denn auch stets ein wichtiger Bezugspunkt, für die Menschen, die im Schatten ihrer mächtigen Mauern lebten. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Nicht ohne Grund sind in allen drei Orten ehrenamtlich Engagierte am Werk, um die Festungen wie auch die damit verbundenen Geschichten und Geschichtchen zu schützen und am Leben zu erhalten. Da ist der Burgverein in Königstein, der Heimatverein in Falkenstein oder der Burgverein im benachbarten Kronberg. Allein, obwohl sie quasi Burgtor an Burgtor für das gleiche Ziel arbeiten, beschränkten sich Austausch und Zusammenarbeit der drei Vereine untereinander meist auf ein Mindestmaß – bislang.

Im kommenden Jahr nämlich werden die drei Vereine erstmals mit einem gemeinsamen Projekt aufwarten, zu dessen Umsetzung sich die Verantwortlichen mit den Taunusklubs aus Königstein und Kronberg noch zwei weitere Partner ins Boot geholt haben. Die Rede ist vom 3-Burgen-Weg, der – mit eigenem Logo versehen – künftig Wanderer dazu einladen soll, alle drei Festungen im Sturm zu nehmen.

Einweihen will das Vereins-Quintett den Pfad am 22. Juni 2013 und damit einen eigenen Beitrag zur Feier der Verleihung der Stadtrechte vor 700 Jahren an Königstein beisteuern.

Gelungene Kooperation

"Das wird eine tolle Sache, wir freuen uns schon sehr darauf", unterstreicht Birgit Becker, die Präsidentin des Königsteiner Burgvereins auf Nachfrage der TZ. Entstanden sei die Idee zum 3-Burgen-Weg bei einem Gespräch, das sie mit ihrer Amtskollegin vom Kronberger Burgverein, Martha Ried, vor geraumer Zeit geführt habe: "Nach vielen Jahren, in denen unsere beiden Vereine eher nebeneinander her gearbeitet hatten, dachten wir uns, dass es doch gut wäre, wenn wir uns mal treffen und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit reden", blickt Becker auf den Beginn der Kontaktaufnahme mit den Nachbarstädtern zurück.

Dass das gemeinsame Wirken schon nach recht kurzer Zeit Früchte trägt und zudem weitere Vereine hinzugewonnen werden konnten, wertet auch Martha Ried als mehr als positives Zeichen. "Wir werden sicher über weitere Formen der Zusammenarbeit nachdenken", unterstreicht die Vorsitzende des Kronberger Burgvereins. Was die Arbeiten am aktuellen Projekt angehe, so Ried, sei man im besten Sinne des Wortes, auf einem guten Weg. Alle Genehmigungen bei den Städten, dem Naturpark und übergeordneten Behörden seien eingeholt, das Logo für das Wanderzeichen – ein stilisierter Bergfried mit Fahne – intern abgestimmt und auch die Wegeführung stehe fest (siehe "INFO").

Für deren Festlegung zeichnete maßgeblich Hedwig Groß verantwortlich. Als Vorsitzende des Königsteiner Taunusklubs weiß die Fachfrau fürs Fußläufige sehr genau, was Wanderer mögen. Da darf es ruhig auch mal ein wenig "haklig" sein – und deshalb hat Groß auch den einen oder anderen Auf- und Abstieg in die 11 Kilometer lange Tour eingebaut. Belohnt wird der ambitionierte Spaziergänger für seine Mühen nicht nur mit den drei Burgen, sondern auch mit einigen der schönsten Ausblicke, die der Taunus zu bieten hat.

Eigenes Logo entwickelt

Dass das Logo des neuen Weges doch ein wenig an den Turm der Falkensteiner Burg erinnert und nicht an eine der beiden größeren Nachbarinnen in Königstein und Kronberg, nimmt Groß mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. "Mein Vorschlag war es nicht, aber ich kann als Falkensteinerin damit natürlich gut leben", so die ehrenamtliche "Pfadfinderin", die mit ihren Tauniden in Zukunft auch für die Ausschilderung und Pflege des 3-Burgen-Weges verantwortlich zeichnen wird.

Neben den Wanderzeichen an Bäumen und Pfosten denken die Initiatoren darüber nach, ein Faltblatt aufzulegen, das den Wanderern den Weg und die Burgen näherbringt. Darüber wie auch über die Frage, ob es möglich ist, den neuen Weg in Wanderkarten aufnehmen zu lassen, sei aber noch nicht beschlossen, so die Vorsitzende des Königsteiner Taunusklubs.

Noch sei ja auch ein wenig Zeit bis zur großen Einweihung des Weges am 22. Juni kommenden Jahres. Bis dahin wollen die Verantwortlichen der beteiligten Vereine den Pfad auch noch einmal gemeinsam abgegangen sein. Nachdem ein ursprünglich noch für diesen Herbst ins Auge gefasster Termin hatte abgesagt werden müssen, wollen die Beteiligten jetzt bis ins Frühjahr und damit bis zum Beginn der neuen Wandersaison warten.

Gut fürs Burgenland

Bei den beiden Rathauschefs in Königstein und Kronberg rennen oder besser wandern die Initiatoren des 3-Burgen-Weges derweil schon offene Türen ein. "Das ist eine ganz wunderbare Idee", lobt Leonhard Helm (CDU) das Engagement der Vereine. Es gebe schließlich nicht viele Regionen, in denen Besucher die Möglichkeit hätten, quasi in "einem Rutsch" drei Burgen mit sehr unterschiedlichen Charakteren zu erwandern. Für das kleine "Burgenland" im Westen des Taunus sei der Weg auf jeden Fall ein Gewinn. Davon ist auch Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) absolut überzeugt. "Das kann eine Attraktion für den ganzen Kreis werden", ist sich der Rathauschef sicher, der froh ist, dass die gute interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Rathäusern in Kronberg und Königstein jetzt ihr Pendant auf Vereinsebene finde.

Übrigens: Dass der neue Wanderpfad auf dem Weg von Kronberg nach Königstein nicht über den Philosophenweg und damit durch den Opel-Zoo, sondern über den Scheibenbuschweg führe, sei nicht auf Geheiß der beiden Rathäuser geschehen, betont Temmen mit einem Augenzwinkern. Die Wegeführung hätten die Planer des Taunusklubs in eigener Regie entwickelt.

Was die vieldiskutierte Schließung des Philosophenweges angeht (wir berichteten), so der Kronberger Rathauschef, seien die Stadtverwaltungen Königstein und Kronberg gemeinsam mit dem Opel-Zoo derzeit dabei, mehrere Alternativen zu erarbeiten. Gemeinsam mit den politischen Gremien beider Städte wolle man die Vorschläge anschließend erörtern und in nicht allzu ferner Zukunft eine gangbare Lösung präsentieren.

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