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Wer macht mit und hilft?

Von Menschen und Generationen im Usinger Land sollen sich mehr unterstützen. Damit das funktioniert, soll ein Verein gegründet werden. Jetzt fragt sich: Wer macht mit und bringt sich mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten ein?
Großes Interesse: Etwa 65 Bürger waren gekommen, um sich über das neue Projekt der Freiwilligen-Agentur zu informieren.	Foto: Saltenberger Großes Interesse: Etwa 65 Bürger waren gekommen, um sich über das neue Projekt der Freiwilligen-Agentur zu informieren. Foto: Saltenberger
Neu-Anspach. 

"Können Sie sich vorstellen, in einer solchen Initiative mitzumachen?" Etwa 30 Besucher der Auftaktveranstaltung "Generationenhilfe" im Neu-Anspacher Bürgerhaus können es sich wohl vorstellen, denn so viele Fragebögen gingen noch am Dienstabend ein. Die Gretchenfragen dabei lauteten: "Kann ich Hilfe anbieten?" Oder: "Benötige ich Hilfe?".

Die "Freiwilligen-Agentur Usinger Land" hatte den Abend initiiert. Sie wollte das neue Projekt vorstellen und potenzielle Mitstreiter informieren. Die Vereinsvorsitzende Claudia Bröse begrüßte die Gäste. Ebenfalls mit dabei waren die Bürgermeister Klaus Hoffmann aus Neu-Anspach und Steffen Wernard aus Usingen. Die beiden CDU-Politiker wiesen in ihren Grußworten auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hin.

Welche Bedeutung die Hessische Landesregierung dem ehrenamtlichen Engagement und seniorenpolitischen Initiativen beimisst, stellte Stephan Würz von der Landesehrenamtsagentur heraus: "Familiennetzwerke werden dünner, Nachbarschaftshilfen werden brüchig." Als Gegentrend komme es zur Gründung von örtlichen Netzwerken auf vereinsrechtlicher Ebene.

Bevor Vertreter bereits bestehender Initiativen aus der Region ihre Projekte vorstellten, warb Lutz Stielecke, stellvertretender Vorsitzender der Freiwilligen-Agentur Usinger Land, für das hierzulande zu gründende Netzwerk. "Die Generationen leben heutzutage weitgehend für sich, jeder genießt seine persönliche Freiheit", sagte er. Die Kehrseite sei, dass viele unter Einsamkeit leiden: "Ältere klagen, keiner braucht mich mehr, Kinder vermissen Oma und Opa." Mit einer "einfach genialen Idee", so Stielecke, wollen die Initiatoren nun dagegenhalten: "Wir wollen Strukturen schaffen, wo man sich begegnet und austauscht, ein Netzwerk der Hilfe organisieren, das nicht auf Profit aus ist, sondern auf Gegenseitigkeit beruht und auf ehrenamtlicher Basis geschieht."

Agentur koordiniert

Die Freiwilligen-Agentur fungiere dabei als Koordinationsstelle. Ziel sei die Gründung eines gemeinnützigen Vereins, das habe Vorteile gegenüber dem Finanzamt, bringe Sicherheit bei Versicherungsfragen und Haftungsansprüchen. In dem Verein, so eine grundsätzliche Vision, sollen alle Generationen vertreten sein und sich gegenseitig helfen. "Wie das konkret aussehen könnte, ist Ihre Sache", sprach Stielecke die rund 65 Besucher der Veranstaltung an.

Wie das in anderen Städten aussieht, stellten dann zwei Vertreterinnen der "Generationenhilfe Mörfelden-Walldorf" sowie ein Vertreter der "Bürgerhilfe Maintal" vor. "Patientenbegleitung steht ganz oben", sagte Claudia Köhler, die auch schilderte, wie die Mörfelder Initiative zu einem Verein mit 110 Mitgliedern gewachsen ist. Hilfe nach Krankenhausaufenthalten, Schülerhilfe bei "schwierigen Fällen", Entlastung von pflegenden Angehörigen und vieles andere mehr gehört zu den freiwilligen Leistungen der Mitglieder.

Die "Bürgerhilfe Maintal" hat sogar fast 2500 Mitglieder, und rund 400 davon sind aktiv. Armin Heymann stellte den Verein und das riesige Angebot an sozialer Hilfe vor, von der Nachbarschaftshilfe bis zur "Tafel" und "Kleiderkammer". Beide Vereine pflegen dazu ein Vereinsleben, wie es die meisten Vereine vom Sportverein bis zum Gartenbauverein pflegen, veranstalten Stammtische, Ausflüge, Grillfeste und Weihnachtsfeiern.

Wer Interesse hat, sich mit seinen Möglichkeiten einzubringen, kann mit der Freiwilligen-Agentur Usinger Land unter (0 15 78) 8 19 09 80 telefonisch oder über das Internet unter www.freiwilligen-agentur.de Kontakt aufnehmen.

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