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Windräder dürfen näher an den Limes

Den Grünen geht es in Sachen Windkraft viel zu langsam voran. Doch diese Vorwürfe will Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) nicht auf sich sitzen lassen.
Wehrheim. 

Der Abstand zum Limes und zum Funkfeuer der Deutschen Flugsicherung sind nach wie vor die beiden Punkte, an denen die Planung des Windparks am Winterstein hakt. Das teilte Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) am Montagabend dem Umweltausschuss mit.

Was den Limes anbelangt, hatte er dann aber gestern einen ersten Termin beim Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden. Und er kehrte mit guten Nachrichten zurück: "Die eigentlich geforderten 1000 Meter Abstand zum Limes sind keine starre Linie", teilte er im TZ-Gespräch mit. Dies habe Thomas Becker, Mitarbeiter in der Archäologischen Abteilung des Amtes, zu verstehen gegeben. Der Abstand hänge davon ab, inwieweit die Sichtachsen beeinträchtigt werden. Becker habe deutlich gemacht, dass das Denkmalamt den Windradbau nicht blockieren wolle, aber eben einige der ausgewählten Standorte nicht möglich seien. "Manchmal geht es nur um wenige Meter", sagte Sommer. Die Gemeinde werde nun in Abstimmung mit den Nachbarkommunen Friedberg, Rosbach und Ober-Mörlen, mit denen das Projekt umgesetzt werden soll, über eine Verschiebung der nicht akzeptablen Standorte nachdenken und sich dann wieder mit der Denkmalpflege in Verbindung setzen.

In diesem Punkt ist Sommer zuversichtlich, Lösungen zu finden. Schwierig wird es erst dadurch, dass gleichzeitig auch noch der Abstand zu einem Funkfeuer in der Wetterau einzuhalten ist. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) geht wie berichtet davon aus, dass in einem Radius von 15 Kilometern um ein Funkfeuer Windräder die Navigationssignale stören könnten. Die Anlagen am Winterstein würden ganz am Rande in den Radius eines Funkfeuers in der Wetterau fallen. Ob sie also tatsächlich stören würden, ist fraglich. Aber die DFS wolle sich erst dazu äußern, wenn ihr ein kompletter Antrag für den Windpark vorliegt, erläuterte Sommer im Ausschuss. "Das würde 160 000 bis 170 000 Euro kosten." Die die Kommunen natürlich nicht zahlen wollen, wenn der Ausgang des Verfahrens ungewiss ist. Sommer hofft, dass der Regionalverband in Verhandlungen mit der DFS eine andere Vorgehensweise erreicht.

Kaum Bürgerprotest

Bei den laufenden naturschutzrechtlichen Untersuchungen seien keine größeren Probleme absehbar, berichtete der Rathauschef. Es sei zwar ein Rotmilan-Horst gefunden worden, doch dafür gebe es Lösungen. Bisher lägen der Gemeinde auch nur drei Mitteilungen von Bürgern vor, die sich gegen den Windpark richten. Daher lautete Sommers Fazit: "Ich sehe das Projekt ebenso wie meine Kollegen aus den Nachbarkommunen weiterhin positiv." Und der Standort sei ideal, da der nächste Ort – Pfaffenwiesbach – rund 1700 Meter entfernt ist.

Es soll in diesem Jahr noch gemeinsam für alle Kommunen zwei große Informationsveranstaltungen geben, in denen Fragen wie technische Probleme oder die Ausschreibungsmodalitäten diskutiert werden. Ob ein Verpachtungsmodell gewählt wird oder aber die Kommune sich wirtschaftlich beteiligt, sei noch nicht entschieden. "Bei einem Pachtmodell trägt der Investor das Risiko, die Gemeinde bekommt nur die Pacht und hat damit geringere Einnahmen", erläuterte Sommer. Werde sie selbst wirtschaftlich aktiv, gehe sie natürlich auch ein Risiko ein.

Die positive Stimmung des Bürgermeisters teilte Roland Hoede (Grüne) nicht. Er warf Sommer eine zögerliche Vorgehensweise vor. Schon seit einem halben Jahr berichte er immer von dem Limes und dem Funkfeuer als Hindernis, und erst jetzt habe er einen Termin beim Landesdenkmalamt. "Das ist sehr unbefriedigend." Den Vorwurf der Tatenlosigkeit wollte Sommer nicht stehen lassen. Er sei sehr froh über den Termin im Landesdenkmalamt. Alle Schritte müssten zudem erst interkommunal abgestimmt werden.

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