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Wunderschöne Tage und "normale" Nächte

Sprichwörtlich sieben Sonnen am strahlend blauen Himmel verliehen dem gestrigen Burgfest-Frühschoppen ganz besonderen Glanz. Der Auftakt zum "Tag der Königsteiner" hatte dabei eine angenehm französische Note.
Dr. Reinhard Siepenkort, Bürgermeisterin Michèle Tabarot, die Ehrenbürger Gaston Fischesser und Annemarie Ramm sowie Bürgermeister Helm und Bundestagsabgeordneter Professor Dr. Heinz Riesenhuber trafen beim Frühschoppen zusammen. Dr. Reinhard Siepenkort, Bürgermeisterin Michèle Tabarot, die Ehrenbürger Gaston Fischesser und Annemarie Ramm sowie Bürgermeister Helm und Bundestagsabgeordneter Professor Dr. Heinz Riesenhuber trafen beim Frühschoppen zusammen.
Königstein. 

Wer sich schon einmal mit der nicht ganz konfliktfreien deutsch-französischen Vergangenheit der Königsteiner Burg beschäftigt hat, der dürfte sich vorstellen können, dass die "Marseillaise" am Montag nicht zum ersten Mal in den Mauern der mittlerweile ruinierten Festung erklang. Nie zuvor jedoch dürften die Rahmenbedingungen friedlicher und fröhlicher gewesen sein als gestern beim Frühschoppen zum Burgfest.

In Freundschaft vereint und von der Sonne verwöhnt hatten sich Königsteiner und Cannetaner (siehe oben) von ihren Plätzen erhoben, um die französische und die deutsche Nationalhymne gebührend zu würdigen. Intoniert von der Jazz-Band aus Le Cannet-Rocheville war es der würdige Ausklang eines Festwochenendes, wie es sich die Verantwortlichen des Burgvereins und des Förderkreises der Städtepartnerschaft mit Le Cannet kaum hätten schöner wünschen können.

"Es war die absolut richtige Entscheidung, das Burgfest und das 40-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft gemeinsam zu feiern", konstatierte Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins zufrieden und gab damit auch genau den Eindruck wieder, den ihr Amtskollege aufseiten des Förderkreises gewonnen hatte. "Absolut grandios", schwärmte Dr. Reinhard Siepenkort, seien die gemeinsamen Tage gewesen.

Zwar hatte zum Auftakt des Frühschoppens bereits der erste Bus mit Gästen die Kurstadt wieder in Richtung Le Cannet verlassen. Die Franzosen jedoch, die noch bis zum Nachmittag mit der Abreise warten konnten – darunter Le Cannets Bürgermeisterin Michèle Tabarot und Königsteins Ehrenbürger Gaston Fischesser –, genossen die verbleibenden Stunden noch einmal in vollen Zügen.

Glanzvolle Eckpunkte

Noch nicht im Genuss-Modus angekommen, aber doch mit einem guten Gefühl konnten derweil die Verantwortlichen des Burgvereins ein erstes Zwischenfazit zum Burgfest 2012 ziehen. "Stand jetzt, können wir sehr zufrieden sein", stellte Präsidentin Birgit Becker fest. Insbesondere die so traditionsreichen Eckpunkte des Burgfestes wie Inthronisation, Bürgermeister-Empfang, Schlüsselübergabe und Umzug hätten die Erwartungen noch übertroffen. Becker: "Es waren wunderschöne Bilder und rührende Momente, die uns lange in Erinnerung bleiben werden." Selten zuvor habe es einen stimmungsvolleren Rahmen gegeben, was nicht zuletzt der Beteiligung der Musikgruppen aus Le Cannet und der polnischen Partnerstadt Kórnik zu verdanken gewesen sei. Ein weiterer Höhepunkt sei zweifelsohne der sonntägliche Kindernachmittag auf der Burg gewesen, zu dem knapp 1400 große und kleine Burgfest-Fans die Festung gestürmt hatten.

"Normal" für Burgfest-Verhältnisse, so die Vereinschefin, sei das gewesen, was sich in den langen Nächten am Freitag und Samstag auf der Burg abgespielt habe (siehe rechts). Mit rund 2800 Besuchern am Freitag und 3200 Gästen am Samstag seien zwar etwas weniger Besucher auf die Burg gepilgert als erwartet. Die Kellerbetreiber jedoch, so der Eindruck von Burgvereins-Vize Bernhard Frick, seien mit dem Geschäft dennoch zufrieden gewesen.

Dass zur nächtlichen Burgfest-Normalität auch die eine oder andere Handgreiflichkeit gezählt werden müsse, daran wollen sich zwar weder Becker noch ihre Mitstreiter im Präsidium gewöhnen. Die Verantwortlichen wissen aber auch, dass es sich dabei keineswegs um ein originäres Problem der Königsteiner handelt. Wichtig sei gewesen, so die Präsidentin, dass private Sicherheitskräfte und Polizei in diesen Fällen schnell zur Stelle gewesen seien.

Eine Einschätzung, die Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) gestern teilte. "Es waren wunderschöne Festtage. Bedauerlich ist nur, dass es einige Zeitgenossen gibt, die meinen, über die Stränge schlagen müssen", resümierte Helm. Von diesen Ausreißern jedoch dürfe man sich nicht das Burgfest kaputt machen lassen.

Das liegt auch Birgit Becker sehr am Herzen. "Es ist etwas einmalig Schönes, hier oben auf der Burg feiern zu dürfen. Das betonen gerade unsere Gäste, die von auswärts kommen, immer wieder", so Becker in der Hoffnung, dass auch die Königsteiner das so sehen und Verständnis für die eine oder andere Einschränkung der Feierlaune zeigen. Dass diese Einschränkungen nicht haus- respektive vom Burgverein gemacht sind, auf diese Feststellung legt Schatzmeister Alexander Freiherr von Bethmann besonderen Wert. Von Bethmann: "Ob bei der Sicherung des Umzugs oder bei der Einhaltung der Sperrstunde – es gilt stets: Wir machen die Vorgaben nicht, wir müssen sie jedoch befolgen. Denn nur wenn wir uns an das halten, was Behörden und Gesetzeslage fordern, dürfen wir auch künftig weiter unser Burgfest feiern."sj

(Stefan Jung)
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