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Zum 40. bleiben die Kleider an

40. Jahre gibt den FKK-Verein Helios Taunus inzwischen, und der Verein will künftig um neue Mitglieder werben. Vor allem kaum noch junge Leute finden den Weg zum Verein.
Sozusagen overdressed waren die Tänzer vom Country- und Westernclub Bommersheim bei sommerlichen Temperaturen. Sozusagen overdressed waren die Tänzer vom Country- und Westernclub Bommersheim bei sommerlichen Temperaturen.
Oberursel. 

Die Mitglieder von Helios Taunus waren so frei und ließen zur Feier des 40-jährigen Vereinsbestehens die Kleider an. So wie an diesem Festtag sieht man die Mitglieder sonst nur selten auf dem Vereinsgelände an den Kieskauten im Feld zwischen Oberursel und Oberstedten. Aber ein Jubiläum sei eben eine feierliche Sache mit vielen Gästen, erklärte der Vorsitzende Bernd Urban.

Zum Jubiläum waren etwa 100 Gäste gekommen, darunter auch Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und Vertreter einiger Oberurseler Vereine. Sie alle konnten sich über das Gelände mit Sauna, Schwimmbad, Küche und Duschräumen führen lassen und sich über den Verein und seine Geschichte informieren. Die Tanzgruppe des Country-Clubs trat auf und die Besucher ließen den Tag am Lagerfeuer ausklingen.

Seit 40 Jahren gibt es den Verein für Freikörperkultur (FKK), der nach dem griechischen Sonnengott Helios benannt ist. Er wurde Mitte 1973 von zwölf Naturisten gegründet und hat seitdem diverse Höhen und Tiefen durchlaufen. „Die meisten Mitglieder hatten wir in den 80er Jahren“, erzählte Vorsitzender Bernd Urban. Damals waren es über 80 Mitglieder. Heute sind es noch ungefähr 25. „Um das gesamte Vereinsleben finanzieren zu können, brauchen wir aber etwa 35 Mitglieder.“ An der Überlebensgrenze sieht Urban den Verein trotzdem nicht. „Nur wenn wir auf lange Sicht planen, dann sollten es um die zehn Leute mehr sein“, erklärte er. „Derzeit können wir über die Mitgliedsbeiträge nur die Pacht finanzieren, der Rest muss über Getränkeverkauf und anderes reingeholt werden.“

Besonders junge Mitglieder seien heute aber schwer zu finden. Deshalb gibt es seit kurzem verschiedene Arten der Mitgliedschaft, mit denen neue Besucher angelockt werden sollen. Außer der Mitgliedschaft über das ganze Jahr kann man auch eine Halbjahresmitgliedschaft oder Tages- und Zehnerkarten erwerben. Und auch der Jahrestag wird wohl neue Naturisten in den Verein bringen. „Ich denke, es sind etwa acht Leute, die sich ernsthaft interessieren“, berichtete Urban.

Dann stellte er die Vorteile des Geländes an den Kieskauten heraus. Während es an heißen Sommertagen im Schwimmbad besonders überlaufen sei, gäbe es im Swimmingpool auf dem Vereinsgelände immer noch genügend Platz. Und im Winter sei die Sauna auch für Nicht-Mitglieder geöffnet.

Urbans persönliche Motivation für FKK kommt vor allem über die Bewegung im Wasser. „Schon als junger Mensch haben mich die nassen Badeklamotten gestört“, sagte er. Nach dem Schwimmen habe man sich umziehen müssen oder sich schnell eine Krankheit eingefangen. „Ohne Badehosee ist es beim Schwimmen einfach ein freieres Gefühl.“ Später sei dann noch das Sonnen hinzugekommen, „auch wenn man das ja nur gemäßigt machen sollte“.

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