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Moderatorenteam: Andrea Thurmwald und Jörn van Rossum hören auf

Von Als Moderatorenteam haben Andrea Thurmwald und Jörn van Rossum St. Marien närrisch ihren Stempel aufgedrückt. In der diesjährigen Faschingssitzung haben sie sich in den Ruhestand verabschiedet, zumindest in ihren Rollen als Eminenzia Marianne Meyer und Traugott Jansen von Kummetat.
Jörn van Rossum und Andrea Thurmwald hören zwar als Moderatoren-Duo bei St. Marien auf. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass sie irgendwann in die Bütt steigen. Foto: Frank Saltenberger Jörn van Rossum und Andrea Thurmwald hören zwar als Moderatoren-Duo bei St. Marien auf. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass sie irgendwann in die Bütt steigen.
Neu-Anspach. 

Wenn die Besucher von St. Marien närrisch ihr Wohlgefallen über einen besonders göttlichen närrischen Beitrag kundtun, dann hallt als vierte Stufe der Rakete ein begeistertes Halleluja durch das Bürgerhaus. Wird das so bleiben, nachdem Andrea Thurmwald und Jörn van Rossum den Hirtenstab in Sachen Moderation der Faschingssitzung abgegeben haben? Sie haben für den oder die Nachfolger große Fußstapfen hinterlassen.

Aus der eher braven Veranstaltung von Gemeindemitgliedern für Gemeindemitglieder aus Neu-Anspach hat sich in den zehn Jahren, als sie durch die Sitzung führten, St. Marien närrisch zu einem Geheimtipp nicht nur für Katholiken aus dem ganzen Usinger Land entwickelt. Auch Besucher anderer Konfessionen schätzen den zündenden, aber nie verletzenden Humor, mit dem hier Büttenredner und Sänger Gott und die Welt aufs Korn nehmen. Tanzgruppen aus der Nachbarschaft fragen inzwischen an, ob sie in St. Marien auftreten dürfen.

Von Anfang an verstanden

Wie wurden die beiden Kirchenleute zum Moderatoren-Duo, dem das Publikum förmlich an den Lippen hing? Als Uli Nowak 2008 nach elf Jahren mit der Moderation aufhörte, war als Nachfolger van Rossum, der extrovertierte Rheinländer aus dem Männerballett, im Fokus. Bei der ersten Faschingsbesprechung war auch Thurmwald dabei. Sie stammt aus Dieburg, der südhessischen Fassenachtshochburg, war dort nur Besucherin der Fremdensitzungen, half in der Organisation bei St. Marien mit. „Wir haben uns von der ersten Sekunde an verstanden und hatten eine dabbische Idee nach der anderen“, erinnert sie sich.

In Zivil, ohne Clownskostüm als Gemeindereferentin, oder im Gewand, als Eminenzia, haben manche Andrea Thurmwald nicht erkannt. Bild-Zoom Foto: Evelyn Kreutz
In Zivil, ohne Clownskostüm als Gemeindereferentin, oder im Gewand, als Eminenzia, haben manche Andrea Thurmwald nicht erkannt.

„Alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen das zu machen oder zu können“, gesteht die heute 51-Jährige. Schnell war klar, dass beide im Rollenspiel durch die Sitzung führen. Der heute 48-Jährige sollte den Diakon Traugott Jansen van Kummetat geben. Als dessen Putzfrau wollte Thurmwald nicht auf der Bühne stehen. Sie wurde Gemeindereferentin Marianne Meyer, später befördert zu Domkapitularin Marianne Meyer.

Vor der Wand geübt

Im Kreativkeller der Thurmwalds bereiteten sie sich auf die Sitzungen vor, immer nach der gleichen Masche. „Einer hatte eine Idee, der andere spann sie weiter, die Wand war unser Publikum“, erzählt van Rossum. Nicht alles, was sie sich ausgedacht hatten, haben sie auch aufgeführt, etliches wieder verworfen. Als nach drei Jahren der Schunkelbeauftragte nicht mehr nötig war, probierten sie andere Gags.

Wichtig war beiden mit Schwung und Witz durch die Sitzung zu führen ohne zotige Beiträge. Und sie griffen auch lokalpolitische Themen auf. Das Programm wuchs, vor allem mit Bütten aus den eigenen Reihen von St. Marien, und sie reduzierten ihre Dialoge. Sie begannen auch zu singen. Für ihr erstes Lied „In St. Marien gibt’s kein’ Beichtstuhl“ ernteten sie 2013 tosenden Applaus. Fürs Reimen war ab dann Thurmwald zuständig, für die Deko van Rossum und seine Frau Claudia, die auch die Qualitätskontrolle vor den Auftritten übernahm.

„Das Lockere ist gar nicht so einfach, das muss man akribisch proben“, meint van Rossum. Jedes Jahr ab Oktober anfangs 14-tägig kurz vor der Sitzung dreimal in der Woche saßen sie zusammen, wurden so professionell, dass sie auch bei Pannen den roten Faden nicht so schnell verloren. Trotzdem wollen sie jetzt aufzuhören. Beide sind als Führungskräfte tätig und in ihren Berufen gefordert. Da werde die Faschingsvorbereitung schnell zum Stress.

Bevor die Kreativität verloren geht, wollen sie den Platz frei machen für frischen Wind. Klar ist für sie: „Wir haben zusammen angefangen und hören zusammen auf.“ Auch andere sollten einmal im Jahr den Applaus genießen dürfen, meint van Rossum. Das Loslassen wird wohl nicht leicht fallen. Ideen haben sie noch jede Menge. Ob sie irgendwann in die Bütt steigen? „Ich würde nie nie sagen, aber wenn treten wir auf jeden Fall zusammen auf“, meint Thurmwald.

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