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Wölfe im Taunus?: Canis lupus ist auf dem Weg in den Taunus

Der Wolf wird auch den Taunus nicht umgehen, in östlichen Bundesländern ist er bereits heimisch. In wenigen Jahren sieht die Jagdgenossenschaft die Tiere auch hier im Land. Und will gewappnet sein.
Gestatten: Canis lupus, der graubraune Wolf, auf dem Weg in den Taunus. Ein paar Jahre braucht er aber noch. Gestatten: Canis lupus, der graubraune Wolf, auf dem Weg in den Taunus. Ein paar Jahre braucht er aber noch.
Usingen. 

Während der Nabu sich mit dem Jagdrecht in Hessen beschäftigt, schaut Heinz Dienstbach als Chef der Jagdgenossenschaft schon mal in die Zukunft. In die nicht mehr allzu ferne Zukunft. Denn er sieht, dass der Wolf in spätestens fünf bis zehn Jahren auch in Hessen und im Usinger Land seine Jungen groß zieht.

Nun hat Dienstbach noch nicht die Flinte ausgepackt, aber er hebt schon mal mahnend den Zeigefinger. Denn in Sachsen und Sachsen-Anhalt, Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern wurde Canis lupus bereits gesichtet. Der graubraune Wolf ist übrigens willkommen. Aber er bringt ein Problem mit. Er hat nämlich keine natürlich Feinde, sieht man von motorisierten Gefährten ab.

Ein kleiner Blick uns Leben von Lupus: Er lebt im Familienverband, dem sogenannten Rudel. Auf ihren Streifzügen legen Wölfe oft 20 Kilometer oder mehr in einer Nacht zurück. Sie beanspruchen große Reviere, wo sie vor allem Hirsche, Rehe und Wildschweine jagen. Pro Wurf kommen in der Regen vier bis sechs Welpen zur Welt. Mit Erreichen der Geschlechtsreife wandern die Jungwölfe in der Regel aus dem elterlichen Territorium ab und suchen sich ein freies Revier.

 

Kein freier Abschuss

 

Und was hat Dienstbach nun gegen Wölfe? „Nichts“, schmunzelt er. „Im Gegenteil. Ich fände es gut, wenn sich die Tiere wieder in Hessen ansiedeln. Aber: Wir müssen Wölfe ins Jagdgesetz mit Jagdrecht aufnehmen.“ Was nicht bedeute, dass Jäger einfach Wölfe schießen können. Sondern nur dann zur Waffe greifen dürfen, wenn Ordnungsämter oder die Jagdaufsichtsbehörde dies anordnen.

„Wenn der Wolf keine natürlichen Feinde hat, dann ist es doch absehbar, wann die Rudel zu groß werden. Derzeit gilt ein generelles Jagdverbot. Aber wir müssen reagieren können. Das Gesetz erst zu ändern, wenn es akut nötig wäre, ist zu spät.“

Noch ein Problem sieht Dienstbach: „Ein Wolf benötigt in der Woche 20 Kilo Fleisch. Die holt er sich. Und wenn nicht im Wald, dann bei Herdenbesitzern. Und dies ist kein Märchen, sondern in den Gebieten mit Wölfen schon Realität. Aber es fehlt eine gesetzliche Grundlage für eine Entschädigung.“ Wer komme für die Schäden auf, die ein Wolf anrichte, etwa in Schafherden? „Gerade die Nutztierhalter werden Probleme bekommen. Wer haftet, wenn eine Herde beim Geruch eines Wolfes ausbricht und Schäden anrichtet? In manchen Bundesländern gibt es Zuschüsse für Weidezäune. Aber das reicht doch nicht.“

Ein Schäfer etwa in Niedersachsen erhalte 75 Prozent Zuschuss für einen Zaun. Zeitgleich müsse er sich aber für seine 2000 Schafe zusätzlich 15 Hütehunde allein für die Abwehr des Wolfes leisten, die pro Tier 1000 Euro kosteten. „Und wer zahlt dafür?“

Was die Jagdgenossen also wollen, ist keine Abschussquote, sondern eine klare gesetzliche Regelung im Schadensfall und eine rechtliche Handhabe, wenn Wölfe in ferner Zukunft zu viele Rudel bilden. Nur nebenbei: Wölfe sind sehr vorsichtig und meiden Menschen gewöhnlich. Angriffe auf Menschen sind bisher nicht bekannt.

(bur)
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