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Betreuung: Eltern pochen auf längere Kita-Öffnungszeiten

Von Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, ist nicht einfach. Viele Familien sind auf lange Öffnungszeiten von Kitas angewiesen. Wehrheim hat hier Nachholbedarf – davon ist eine Eltern-Gruppe überzeugt.
Eine Erzieherin sitzt mit Kindern am Tisch, die aus einer Trinkflasche trinken. In Wehrheim fordern Eltern, dass die Betreuungszeiten ausgeweitet werden. Foto: RioPatuca (105598988) Eine Erzieherin sitzt mit Kindern am Tisch, die aus einer Trinkflasche trinken. In Wehrheim fordern Eltern, dass die Betreuungszeiten ausgeweitet werden.
Wehrheim. 

Das Thema brennt einigen Eltern seit langem unter den Nägeln. Jetzt zeichnet sich in Sachen verlängerte Kita-Betreuung eine Lösung ab – für die Grüne und Eltern einiges getan haben. Den ersten Prüfantrag hierzu hatten die Grünen vor mehr als einem Jahr gestellt. Im Juni hakte Fraktionschef Hanns-Joachim Schweizer erneut nach, „ob die Öffnungszeiten in den Kitas geändert werden können und zwar auf 7 bis 17 Uhr“ – derzeit wird von 7.30 bis 16.30 Uhr betreut.

Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) sah erneut keinen Bedarf, weil im Rathaus keine entsprechenden Anfragen angekommen seien. Eine Recherche von 2015 habe ebenfalls keine Notwendigkeit der Ausweitung der Kita-Öffnungszeiten ergeben. Zudem wies Sommer darauf hin, dass im Fall einer Ausweitung die Gebühren wegen höherer Personal- und Betriebskosten angepasst werden müssten. Und darauf, dass Wehrheim seit 2013 die Gebühren nicht mehr erhöht habe, und zu den günstigsten Kommunen im Umkreis gehöre.

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Kommentar

Eltern haben es heute schwer. Oft möchten oder müssen beide arbeiten, und das mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren ist oft ein Spagat.

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Zwölf Interessierte

Zusammen mit seinem weiteren Prüfantrag hatte Schweizer eine Liste mit den Namen von zwölf Familien überreicht, die Bedarf an verlängerten Öffnungszeiten angemeldet hatten. Denn nachdem sich für die Eltern nichts erkennbar bewegt hatte, hatte eine Gruppe die Initiative ergriffen und selbst recherchiert.

Sie befragte in der Kita am Bügel die Erziehungsberechtigten, die ihre Kinder früh, also um 7.30 Uhr zur Betreuung bringen, und schon in diesem Kreis hätten sie zwölf Interessierte ausgemacht. „Allein diese Zahl der Unterzeichner zeigt uns, wie wichtig vielen Eltern das Thema ist“, betonen die initiierenden Familien Koch, Mork und Jäkel.

Die Gründe für ihr Ansinnen sind offenkundig: Sie wollen für Arbeitnehmer und vor allem Alleinerziehende mit starren Arbeitszeiten oder auch solche mit Schichtarbeit Verbesserungen herbeiführen. „Selbst die Organisation einer Teilzeitstelle stellt viele Mütter vor Probleme.“ Außerdem habe die gesellschaftspolitische Situation sich verändert. Darauf haben die Eltern den Rathauschef in einem Brief aufmerksam gemacht, und sie betonen im Gespräch mit unserer Zeitung, dass Nachbarkommunen eine längere Betreuung möglich gemacht haben. In Neu-Anspach etwa ist eine Betreuung von 7 bis 17 Uhr möglich und in Usingen durch Zukauf von Zeiten die Unterbringung von 7 bis 18 Uhr. Den Eltern ist wichtig, dass Wehrheim im Blick auf die Nachbargemeinden den Anschluss nicht verliert, wie sie betonen.

Stunden hinzukaufen

Nachgehakt dazu bei Sommer, verweist der Rathauschef erneut darauf, dass durch die Veränderung der Öffnungszeiten über einen längeren Zeitraum mehr Leistung erbracht werde, wodurch eine „Anpassung der Beiträge, weil sich die Betriebs- und Personalkosten dadurch erhöhen“, nötig werde. Darüber und auch über die Folgen der Gebührenfreiheit, die das Land Hessen ab 2018 zusichere, müsse in den Haushaltsberatungen gesprochen werden, betont er.

Weder Eltern noch Grüne sind der Ansicht, dass außer den Beiträgen für eine Stunde Zusatzleistung Mehrkosten entstehen, die eine Erhöhung der Gebühren erforderlich machen. Jetzt scheint sich aber doch etwas in Richtung Ausweitung der Öffnungszeiten zu bewegen.

Der Rathauschef sagt nun auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Wünsche der Eltern in die aktuellen Haushaltsberatungen des Gemeindevorstands eingeflossen seien. Er möchte der Vorstellung des Etats Anfang November nicht vorgreifen, aber das Gremium könne sich vorstellen, dass Eltern eine ausgeweitete Betreuung zu den Regelöffnungszeiten „zukaufen“. Entsprechende Mittel seien dann bei den Personalkosten in den Haushalt einzuplanen.

„In den kommenden Wochen wird mit den Kita-Leitungen besprochen, wie eine mögliche Umsetzung der verlängerten Öffnungszeiten in den einzelnen Kitas erfolgen kann.“ Eine Abfrage solle die Zahl der Kinder ermitteln. Wie und wann bei Bedarf die Veränderungen greifen, werde verwaltungsintern besprochen.

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