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Neues Hof-Konzept: Erstmals keine Milchvieh-Prämierung bei der Kreistierschau

Von Den größten Besucheransturm erlebte das Gelände der Land-Partie beim Familientag. Gestern gehörte der Wiesengrund am Stockheimer Bach der Kreistierschau sowie den Grundschulkindern und Kitagruppen. Bei den heimischen Landwirten geht hingegen eine Epoche zu Ende.
Mit Cowgirl der Rasse „Deutsche Holsteiner“ und einer weiteren Milchkuh hat Christian Allendörfer letztmals an der Kreistierschau teilgenommen. Foto: Pieren Mit Cowgirl der Rasse „Deutsche Holsteiner“ und einer weiteren Milchkuh hat Christian Allendörfer letztmals an der Kreistierschau teilgenommen.
Usingen. 

Ein Seriensieger hört auf. Nein, damit ist kein Sportstar gemeint, der nach langer Karriere und großen sportlichen Erfolgen sein Karriereende angekündigt hat. Mit Christian Allendörfer vom Wehrheimer Wilhelmshof verabschiedet sich der letzte wahre Champion der Usinger Kreistierschau.

Den Wehmut in der Stimme konnte und wollte der Milchbauer gar nicht erst verbergen. Dass er nur noch mit zwei Milchkühen der Rasse „Deutsche Holsteiner“ bei der gestrigen Kreistierschau zum Abschluss der Usinger Laurentiuskerb teilgenommen hat, fiel Allendörfer sichtlich schwer.

„Wir werden im nächsten Jahr unsere letzten Milchkühe abgeben“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Kreisbauernverbandes. „Die wirtschaftliche Lage der Milchbauern ist seit Jahren äußerst kritisch. Der Milchpreis ruinös. Aktuell erhalten wir 28 Cent pro Liter. Mindestens 34 Cent wären notwendig, um den Hof wirtschaftlich zu betreiben.“

Christian Allendörfer räumte bei den Kreistierschauen im vergangenen Jahrzehnt einen Titel nach dem anderen ab. Schon längere Zeit ist der Landwirt dabei, seinen Hof zum Pferdepensionsbetrieb umzubauen. Vor über 50 Jahren sah das alles noch ganz anders aus.

Noch zwei übrig

Alle Milchviehzüchter aus dem Altkreis Usingen trieben ihre Kühe seinerzeit zu Fuß über die Landstraßen zur Kreistierschau nach Usingen. Damals waren es noch über 25 Züchter, die ihr Milchvieh früh am Morgen im Stall herausputzten und nach Usingen auftrieben. Nach Allendörfers Rückzug bleiben zwei Milchbauern übrig.

Grundschülerinnen der Hasenbergschule und Lehrerin Carolin Heß genießen es, die Deutsche Edelziege der Familie Reichardt aus Hundstadt zu streicheln. Bild-Zoom Foto: Pieren
Grundschülerinnen der Hasenbergschule und Lehrerin Carolin Heß genießen es, die Deutsche Edelziege der Familie Reichardt aus Hundstadt zu streicheln.

Sein Vater Günter war jahrzehntelang einer der erfolgreichsten. Noch vor zehn Jahren waren es immerhin noch 29 Kühe, die den Wertungsrichtern vorgeführt wurden. Bei der diesjährigen Kreistierschau waren es noch fünf Milchkühe, prämiert wurden sie in diesem Jahr erstmals nicht. Und das wird auch im kommenden Jahr so sein. Unter den Ausstellern war auch die Usinger Ortslandwirtin Miriam Preiß, die ihren Milchviehbetrieb bereits vor ein paar Jahren auf Rinderaufzucht umgestellt hatte. Dennoch hat sie immer noch zwei Deutsche Holsteiner im Stall, die auch bei der Kreistierschau zu sehen waren.

Es ist dem Amt für den ländlichen Raum in Bad Homburg zu verdanken, dass trotz des landwirtschaftlichen Wandels auch heute noch richtig viel Groß- und Kleinvieh am Kerbmontag auf den Wiesen des Stockheimer Grundes muht, gackert, mäht und kräht. Dem Team um Cornelia Geratsch ist es ein Herzensanliegen, den weit über 1000 Grundschulkindern und Kindern aus den Kindertagesstätten das Thema Landwirtschaft näher zu bringen.

Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU) und Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) und deren Verwaltungsmitarbeiter arbeiten seit vielen Jahren für den Wandel der Kreistierschau hin zur Land-Partie bei der Laurentiuskerb. Und dies offensichtlich erfolgreich.

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