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200 Flüchtlinge im früheren Hotel Erbismühle: Für das Fest besonders hübsch zurechtgemacht

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Altweilnau. 

Seit einem halben Jahr leben 200 Flüchtlinge in dem früheren Hotel Erbismühle. Über 90 Kinder sind unter ihnen. Um sie alle kümmert sich fürsorglich die Flüchtlingshilfe. Helga Weigand ist eine Helferin. Sie betreibt die Kleiderkammer im Haus und ärgerte sich über die negative Propaganda, die die Bewohner allerdings selbst verschuldet hätten, wie sie sagte. „Es gab Ärger unter ihnen, und das ging sofort an die Öffentlichkeit“, erklärte sie. Dabei seien die Streitereien aus den unterschiedlichen ethnischen Gruppen heraus entstanden. Deshalb wollte Helga Weigand der Flüchtlingsunterkunft wieder zu einem positiven Image verhelfen und hatte die Idee, ein großes Fest zu feiern.

Die Familien aus Somalia, Irak, Afghanistan, Ghana, Syrien und Eritrea waren von der Idee begeistert und steuerten einheimische Speisen dazu bei. Und Musik. Denn Musik verbindet. Daher heißt ein Projekt, an dem Musiker aus den Herkunftsländern Afghanistan, Syrien und Iran teilnehmen, auch „Bridges“, Brücken. Und einige Musiker aus diesem Projekt spielten während des Festes. Es war eine Musik, die auf für Europäer seltsam aussehenden Instrumenten gespielt wurde. Auch die Musik klang fremd in europäischen Ohren. Doch für die Flüchtlinge war diese Musik ein Stück Heimat. Die Männer fingen an zu tanzen, die Frauen zogen sich in den Pavillon zurück und sahen zu.

Den deutschen Musikanteil übernahmen die Jungs von der Band „Halbstark“, die alte Schlager parat hatten. Auf dem Sportplatz fand ein Fußballturnier statt. Eine Torwand lud zum Toreschießen ein. Die Kinder amüsierten sich beim Sackhüpfen und ließen sich schminken. Als dann auch noch ein Zauberer durch die Reihen ging, da leuchteten nicht nur die Kinderaugen.

Die Flüchtlingsfrauen hatten sich besonders hübsch herausgeputzt und die schönsten Tücher umgelegt. Eine Gruppe Frauen aus Afghanistan saß beisammen und schaute dem bunten Treiben mit großen Mandelaugen zu. Zusammen mit Mann und Kindern hatten sie die Heimat verlassen und wollen nun in Deutschland ein neues Leben beginnen, sagten sie in gebrochenem, aber gut verständlichem Deutsch. „Zurückgehen?“, fragten sie. Nein, das käme nicht infrage, auch wenn das Heimweh noch an ihnen nage. Einer der Ehemänner gesellte sich dazu und erklärte, dass sie den Krieg in ihrem Land nicht mehr hätten ertragen können und hier in Frieden leben möchten.

Das Flüchtlingsfest, das im Übrigen unter dem Motto „bunt und fröhlich“ stand, setzte sicherlich neue Zeichen im Zusammenleben der Flüchtlinge mit den Einheimischen.

(msc)
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